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22.01.1993 - 

MS-Access-Kernel kommt fuer Windows NT

Microsoft setzt bei NT auf multifunktionale Datenbank

"Das Konzept von Access war von Anfang an nicht auf die Funktion als Windows-Datenbank beschraenkt", verriet Gregory Gordon, Leiter Produkt-Marketing Anwendungssoftware der Microsoft GmbH. Der Kern des Produkts sei eine als Joint Engine Technology (Jet) bezeichnete Datenbankmaschine, die man auch unabhaengig von Access einsetzen koenne.

Jet: Windows NT bekommt eine Datenbankmaschine

Gordon bestaetigte Andeutungen des Access-Produkt-Managers Owen Carton, dass Microsoft derzeit an der Portierung von Jet auf Windows NT arbeite. Die Prognose seines US-Kollegen, dass ein entsprechendes Datenbankprodukt bereits Ende dieses Jahres fertiggestellt sei, haelt er allerding fuer zu optimistisch.

Wie der Baseler Journalist und Microsoft-Kenner David Rosenthal erfahren hat, positionieren Bills Gates? Marketiers die 32-Bit- Version der Jet-Datenbank als Client-Server-Produkt fuer Anwender, denen Access zu klein und das Gespann SQL-Server/LAN-Manager zu gross ist. Dabei soll Access, das ebenfalls auf Jet basiert, als Client fungieren.

Datenbank-Systeme als Betriebssystem-Feature

Ueber den Microsoft-eigenen Datenbanktreiber "ODBC" sollen, so Rosenthal, bald auch andere Anwendungen auf Jet zugreifen koennen. Microsoft-Manager Gordon betonte in diesem Zusammenhang, dass es sich dabei keineswegs nur um Datenbankanwendungen, sondern auch um Programme wie das Software-Entwicklungssystem Visual Basic handeln wird.

Laut Gordon ist Jet ein multifunktionales Datenbanksystem, das - wenn nicht bei der ersten, so doch in einer der folgenden NT- Versionen - eine zentrale Rolle fuer die Speicherung strukturierter Daten spielen werde. "Es ist durchaus denkbar", so der Manager, "dass in wenigen Jahren statt der heute bei Betriebssystemen ueblichen Dateisysteme Datenbankkerne wie Jet als eine Art Objekt- Filesystem eingesetzt werden. In diese Richtung zielt bei uns die Entwicklung." Macintosh-Anwendern sind einige der Vorteile solcher modernen Ablagesysteme laengst vertraut. Anders als bei der Dateiorganisation unter DOS oder Unix lassen sich dort Objekte, zum Beispiel Texte, so verwalten, dass sie auf Mausklick die dazugehoerige Anwendung - auch netzweit - suchen, sie starten und sich auf den Bildschirm laden.

Bis jedoch ein Datenbanksystem wie Jet die heute bei Betriebssystemen ueblichen hierarchisch organisierten Dateisysteme ersetzen kann, muss Microsoft noch einen weiten Weg zuruecklegen. Nach und nach, so beschrieb Gordon die Strategie seines Unternehmens, sollen immer mehr Anwendungen ihre Daten dort ablegen. Alle in Tabellen organisierten Daten eignen sich nach seinen Angaben fuer die Ablage in Jet. Dazu gehoeren Tabellenkalkulations-Programme und Projekt-Management-Systeme. Als weitere Einsatzgebiete nennt er aber auch die Speicherung von Netzwerk-Teilnehmerlisten und Netzressourcen.