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01.05.1998 - 

Was tun mit einem Software-Monopolisten?

Microsoft steht im Berufungsverfahren

Microsoft argumentiert wie bisher, daß es sich beim Internet Explorer und dem Windows-Betriebssystem um ein integriertes System handle und nicht um zwei unabhängige Produkte, die zum Zweck der Monopolbildung aneinandergekoppelt würden. Gegen diese Darstellung spricht, daß Microsoft den Internet Explorer für das Mac-OS und Unix nach wie vor als eigenständige Produkte anbietet. Dennoch sind die Versuche der Firmenanwälte keineswegs chancenlos, das Berufungsgericht davon zu überzeugen, daß die einstweilige Verfügung von Ende 1997 zu Unrecht ergangen ist. Darin war das Software-Unternehmen verpflichtet worden, Windows 95 auch ohne den Interne Explorer anzubieten. Bis in Regierungskreise hinein hat Microsoft seine Lobbytätigkeit dagegen intensiviert und bekommt zudem breite Unterstützung von Wirtschaftsvertetern, die sich jede Einmischung des Staates in geschäftliche Fragen verbitten.

Falls die Berufung dennoch erfolglos bleiben sollte, droht Windows 98 ein ähnliches Schicksal, sprich: Browser und Betriebssystem müßten voneinander zu entkoppeln sein. Ob die Software unter solchen Bedingungen ausgeliefert werden kann, ist zweifelhaft.

Den meisten Vorschlägen, wie mit einem "Monopolisten" Microsoft zu verfahren sei, etwa der Zerschlagung des Unternehmens oder der Trennung in System- und Anwendungssoftware, werden nur geringe Chancen eingeräumt. Zugleich sind bisherige Maßnahmen der Gerichte wirkungslos geblieben. So hat bislang kaum ein PC-Anbieter die per einstweiliger Verfügung geschaffene Wahlfreiheit genutzt und den Internet Explorer von Windows 95 getrennt. Bei Windows 98, dessen wesentliches Verkaufsargument gerade in der Browser-Integration liegt, ist dasselbe zu erwarten - zumal sich das Interesse an der neuen Windows-Version sowieso in engen Grenzen hält. So haben in einer Web-Umfrage des "COMPUTERWOCHE Infonet" nur knapp ein Drittel der 1027 Teilnehmer die Absicht bekundet, auf Windows 98 umzusteigen.

Geschadet hat der juristische Rummel um den Machtmißbrauch Microsoft auf alle Fälle. Still wurde es um den Plan, Bill Gates als Berater für die Internet-Ausstattung britischer Schulen zu gewinnen. Gescheitert ist auch ein Deal, bei dem Microsoft zusammen mit Partnern 22 Universitätseinrichtungen mit insgesamt 350000 Studenten mit DV ausstatten sollte.