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26.09.2003 - 

ERP-Anwender sollen auf Navision migrieren

Microsoft stellt Apertum ein

MÜNCHEN (fn) - Microsoft hat beschlossen, das ERP-Produkt "Apertum" nicht mehr weiterzuentwickeln. Bis Ende 2010 wird die Software noch gepflegt. Anwender sollen innerhalb dieser Zeit auf die Systeme "Navision", "Axapta" oder das künftige ".NET ERP" migrieren.

"Mit Apertum konnten wir unsere Ziele nicht erreichen", begründet Jürgen Baier, Managing Director der Microsoft Business Solutions, die Entscheidung. Das ERP-System war für den unteren Mittelstand konzipiert, doch hier bestand durch das Produkt Navision (vormals "Attain") eine direkte Konkurrenz. Die Entwicklung endet daher mit dem aktuellen Release 4.0. Wartung, Support sowie Migrationshilfen soll es bis Ende 2010 geben, und zwar sowohl für Anwender von Version 4.0 als auch für Nutzer älterer Releases. Voraussetzung sei ein Wartungsvertrag, der mit Apertum 4.0 obligatorisch ist und bei älteren Versionen optional angeboten wird. Laut Microsoft haben rund 70 Prozent der 1000 Apertum-Kunden einen Maintenance-Vertrag abgeschlossen. Die Microsoft-Partner dürfen Apertum noch bis Ende 2004 vermarkten.

Innerhalb des bis 2010 begrenzten Wartungszeitraums haben Apertum-Kunden die Möglichkeit, entweder auf Microsofts bestehende ERP-Produkte Navision und Axapta oder später auf das neue .NET ERP zu migrieren. Letzteres soll in drei bis vier Jahren auf den Markt kommen. Die erforderlichen Lizenzen erhalten Apertum-Kunden mit dem Wartungsvertrag kostenlos. Trotz dieser Offerte erwartet Baier, dass Anwender zunächst vornehmlich auf Apertum 4.0 migrieren werden, da ein Umstieg auf ein für sie fremdes ERP-Produkt von Microsoft aufwändiger wäre als ein Release-Wechsel.

Auf die Frage, ob die Produkte Navision und Axapta das gleiche Schicksal wie Apertum ereilen könnte, antwortete Microsofts Direktor für Mittelstand und Partner, Wolfgang Ebermann, bis mindestens 2012 würden beide Linien weiterentwickelt. Darüber hinaus soll es etwa gegen Jahresende mit "Navision Standard" ein neues ERP-Produkt geben. Es setze auf der Navision-Technik auf, sei aber im Funktionsumfang eingeschränkt und lasse sich daher mit weniger Aufwand einführen. "Navision Standard ist für Kunden mit bis zu zehn Anwendern gedacht, die unsere Partner mit der Navision-ERP bisher nicht erreichen konnten", so Baier. Trotz anders lautender Aussagen stößt der Konzern damit in das Segment des Softwarepartners Sage KHK vor. Navision Standard soll etwa zeitgleich mit Microsofts eigenem CRM-System auf .NET-Basis in Deutschland verfügbar sein.

Den 80 Apertum-Partnern bietet Microsoft an, sich als Spezialisten für Axapta, Navision oder Navision Standard zu qualifizieren.

Wie Apertum zu Microsoft kam

Das ERP-Produkt Apertum kam über Umwege ins Microsoft-Portfolio: Ursprünglich wurde die Software von der BTK Software und Consulting AG vertrieben, die im Jahr 2000 vom amerikanischen Anbieter Great Plains geschluckt wurde. Etwa ein Jahr später übernahm Microsoft Great Plains. Im Mai 2002 kauften die Redmonder dann auch den Hersteller Navision. Seitdem war unklar, ob und wie der Konzern die Great-Plains-Lösungen auf dem deutschen Markt vermarkten wird. Während sich das in den USA erfolgreiche Great-Plains-Produkt "E-Enterprise" hierzulande bisher kaum verkaufen ließ, kommt Apertum auf etwa 1000 Installationen. Außerhalb des deutschsprachigen Marktes hat das ERP-System hingegen keine Bedeutung. Da sich nach Meinung von Experten oftmals Apertum- und Navision-Partner beim Kunden die Klinke in die Hand gaben, sah Microsoft Handlungsbedarf. Nun wird die in puncto Marktdurchdringung kleinere Apertum-Lösung eingestellt.