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13.08.2004 - 

Partner Fiat soll zentrale T-Box bauen

Microsoft sucht Automobilmarkt

In wenigen Jahren soll die "Telematics Black Box Solutions", kurz T-Box, bereits in Millionenstückzahlen produziert werden, erläuterte Carmelo Morgano, verantwortlich für Microsofts Automobilsparte in Europa. Das Gerät werde als Schaltzentrale im Auto fungieren. Über den integrierten Rechner, der wie ein PC mit einem Prozessor, einer Festplatte und einem Windows-Betriebssystem ausgestattet sein soll, würden künftig verschiedene Unterhaltungs-, Kommunikations- und Telematikdienste abgewickelt.

So könne die T-Box beispielsweise als Abspielgerät für Multimedia-Daten wie Musik oder Filme dienen. Inhalte sollen sich via USB-Schnittstelle auf den Kfz-Rechner übertragen lassen. Mit Hilfe des Mobilfunkstandards General Packet Radio Service (GPRS) könnten Anwender verschiedene Kommunikations- und Informationsdienste wie beispielsweise das Internet nutzen. Über das Global Positioning System (GPS) sollen Navigationsdienste integriert werden. Auch Handys und Pocket-PCs könnten mit dem Zentralsystem verbunden werden. Außerdem werde die T-Box eine Schnittstelle zur Fahrzeugelektronik bieten, um Diagnosedaten abrufen und speichern zu können. Damit könnten beispielsweise Informationen zum Ölverbrauch oder der Abnutzung der Bremsbeläge gesammelt werden.

Als erster großer Automobilkonzern hat Fiat angekündigt, mit Microsoft zu kooperieren. So soll die Fiat-Tochter Magnetti Marelli die T-Box auf Basis eines gemeinsam entwickelten Referenzsystems bauen. Ab 2006 wollen die Italiener die T-Box in ihre PKWs montieren. Zuerst sollen die unteren Klassen damit bestückt werden. Microsoft zielt damit vor allem auf jüngere Autofahrer.

Erfolg nicht garantiert

Ob es dem Softwarekonzern gelingt, mit seinem Vorstoß einen De-facto-Standard zu schaffen, bleibt abzuwarten. Von Standardisierungsbemühungen in Sachen Automobil-IT halten die Microsoft-Verantwortlichen nach eigenem Bekunden jedenfalls wenig. Allerdings reden sie auch schon seit geraumer Zeit über den Zukunftsmarkt Kfz, ohne dass bislang Konkretes dabei herausgekommen ist. Viel wird davon abhängen, ob es gelingt, auch andere große Automobilhersteller für die T-Box zu begeistern. Fraglich bleibt, ob die Fahrzeughersteller gewillt sind, ihre eigenen Anstrengungen an die Microsoft-Plattform anzupassen. So basteln die großen Konzerne schon seit Jahren selbst an Diagnose- und Telematiksystemen.

Bislang hält Microsoft laut Morgano einen Anteil von fünf bis acht Prozent am weltweiten Telematikmarkt. Dabei handelt es sich aber meist um kundenspezifische Embedded-Systeme für die oberen Fahrzeugklassen. Das soll sich mit der etwa 250 Euro teuren T-Box ändern. Ende vergangenen Jahres prognostizierte Microsoft-Gründer Bill Gates, dass in drei Jahren rund 30 Prozent aller weltweit verkauften Automobile über ein Windows-CE-basierendes Gerät verfügen werden. (ba)