Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.


21.01.2005

Microsoft-Tool jagt Spione im Rechner

Einige Mängel trüben den guten Gesamteindruck der Betaversion von "Antispyware".

Mit einem Werkzeug zum Aufspüren und Entfernen von Schnüffelsoftware auf PCs trifft Microsoft den Nerv der Zeit. Die Redmonder geben damit zudem der Befürchtung Nahrung, sie wollten etablierten Anbietern auf diesem Gebiet das Wasser abgraben. Ein erster Test zeigt, dass die Betaversion schon ziemlich leistungsfähig ist.

Antispyware geht auf die Übernahme des Anbieters Giant Software vor knapp zwei Monaten zurück. Microsoft hat in der Kürze der Zeit vor allem die Bedienoberfläche der Lösung an das allgemeine Windows-Look-and-Feel angepasst. Das für den Einsatz unter Windows 2000, XP und Server 2003 konzipierte Tool kommt als etwa 6,5 MB große Datei daher und ließ sich im Test schnell und ohne Probleme installieren.

Ein Wizard hilft beim Einrichten des Tools und dem Aktualisieren der Spyware-Definitionen. Zumindest momentan stellt Microsoft diese kostenlos bereit, es bleibt abzuwarten, ob dies auch nach den Betatests der Fall sein wird. Ein Schnell-Scan benötigt in der Betaversion nur wenige Minuten, um den Rechner auf Spuren vorhandener Schnüffelsoftware zu untersuchen. Dabei werden unter anderem der Speicher, die Dateien, die Registry und zuletzt Browser-Cookies gecheckt. Das Ergebnis wird zunächst in einer Zusammenfassung angezeigt, Details zu beanstandeten Elementen sind anschließend über eine Liste zu erfahren. Hilfreich für Anwender ist die Einstufung der Gefährlichkeit der entdeckten Schnüffelsoftware, die Microsoft auf einer Skala von eins bis fünf auch optisch darstellt. Antispyware bietet die Möglichkeit, Spyware zu entfernen, in Quarantäne zu stecken oder zu ignorieren.

Für die "Real Time Protection" des Rechners installiert das Tool je einen Agenten zur Überwachung des Systems, der Anwendungen sowie der Internet-Zugriffe. Diese wiederum stützen sich auf so genannte Checkpoints: Beim "Internet Agent" beispielsweise sind es neun solche Kontrollpunkte, die unter anderem Aspekte wie Dialup- oder WLAN-Verbindungen, den Windows Messenger Service oder die Einstellungen für Internet-Proxy beziehungsweise Name-Server überwachen und warnen, falls diese manipuliert werden sollen. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der Checkpoint "Spam Zombie Prevention", der Spyware daran hindern soll, ohne Zutun des Anwenders Spam-Mails von dessen Rechner aus zu verschicken.

Nützliche Zusatzfunktionen

Sämtliche Aktionen und Ereignisse protokolliert Antispyware ausführlich, der Benutzer hat zudem die Möglichkeit, einzelne Checkpoints oder Agenten zu deaktivieren, sollten Probleme im laufenden Betrieb auftreten. Ergänzt wird die Lösung durch nützliche Funktionen, die sich über den Bereich "Advanced Tools" nutzen lassen. Hier können Anwender über die Funktion "System Explorers" auch einstellen, welche Programme beim Systemstart automatisch aufgerufen werden.

Außerdem können Anwender persönliche Spuren wie die zuletzt bearbeiteten Dokumente, die Liste der kürzlich benutzten Programme oder der besuchten Websites im Browser löschen. Bei Letzterem offenbart sich jedoch ein Manko von Antispyware: Die Software unterstützt lediglich Microsofts eigenen "Internet Explorer" (ab Version 6.0), konkurrierende Lösungen wie "Firefox" oder "Opera" bleiben außen vor. Einstellungen dieser Produkte werden derzeit von dem Tool nicht überwacht beziehungsweise korrigiert. Ob der Anbieter das in Zukunft ändern wird, ist unklar. Bemängelnswert ist daneben, dass das Programm versucht, von Spyware veränderte Web-Adressen (beispielsweise die der Standardsuchmaschine oder der Startadresse) auf MSN-Sites umzustellen.

Trotz dieser Wermutstropfen fällt der erste Gesamteindruck von Antispyware überraschend gut aus. Damit hat Microsoft eine Lösung im Portfolio, die Herstellern wie Pestpatrol, Webroot oder Websense Kopfzerbrechen bereiten könnte. Es bleibt abzuwarten, wie Microsoft das Tool weiterentwickelt, insbesondere, ob in der finalen Version auch Funktionen wie zum Beispiel zentrale Administration enthalten sein werden, die für einen Einsatz im Unternehmensumfeld wichtig sind. (ave)