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25.07.2003 - 

Prognosen für das laufende Jahr erhöht

Microsoft trotzt weiter der Branchenkrise

MÜNCHEN (CW) - Microsoft bleibt weiter auf Gewinnkurs. Zwar verfehlte der weltgrößte Softwareanbieter aufgrund von Sonderbelastungen die Gewinnerwartungen der Analysten für das vierte Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres. Angesichts eines Umsatzes von über acht Milliarden Dollar und Barreserven von fast 50 Milliarden Dollar dürfte dies jedoch leicht zu verschmerzen sein.

Microsoft verbuchte im abgelaufenen vierten Quartal seines Geschäftsjahres 2003 mit 8,07 Milliarden Dollar einen um elf Prozent höheren Umsatz als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 1,92 Milliarden Dollar beziehungsweise 18 Cent pro Aktie. Das sind 26 Prozent mehr als im vierten Quartal 2002.

Damit verfehlte der Softwaregigant aus Redmond allerdings die Erwartungen der Analysten, die mit einem Plus von 24 Cent je Anteilschein gerechnet hatten. Als Ursache für den geringeren Profit führen die Microsoft-Verantwortlichen Sonderausgaben in Höhe von 796 Millionen Dollar an. So kostete beispielsweise die Beilegung eines Rechtsstreits um Trust-Vorwürfe der AOL-Tochter Netscape allein 533 Millionen Dollar.

Grundstein für die soliden Ergebnisse waren wieder einmal die Sparten Windows und Office. Im abgelaufenen Quartal wuchs der Umsatz der Client-Unit, die die Desktop-Versionen von Windows vertreibt, um vier Prozent auf 2,53 Milliarden Dollar. Das Information-Worker-Segment mit dem Office-Paket konnte um acht Prozent auf 2,35 Milliarden Dollar zulegen. Die Zuwächse basierten in erster Linie auf dem zu Beginn heftig kritisierten neuen Lizenzmodell "License 6", erläuterte Microsoft-Finanzchef John Connors.

Auch die Einnahmen mit der Server-Platform-Group hätten laut Connors einen wichtigen Beitrag zum guten Quartalsergebnis geliefert. Mit 1,93 Milliarden Dollar verdiente der Softwarekonzern in dieser Sparte 17 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahresquartal. Der Bereich Business Solutions mit den Zukäufen Great Plains und Navision verdoppelte seine Quartalsumsätze von 86 auf 179 Millionen Dollar.

Für das laufende Geschäftsjahr 2004 erhöhte der Konzern seine Umsatzprognose auf 34,2 bis 34,9 Milliarden Dollar. Analysten waren bislang von Einnahmen in Höhe von 33 bis 34 Milliarden Dollar ausgegangen. Beim Profit reduzierten die Verantwortlichen dagegen die Erwartungen auf 85 bis 87 Cent je Aktie. Negativ wirkt sich hier das neue Vergütungsmodell für die Microsoft-Mitarbeiter aus. Statt wie bisher Optionen erhalten sie künftig direkt Aktien des Unternehmens. Diese Posten lassen sich nicht mehr aus den Bilanzen herausrechnen.

Connors warnt angesichts der guten Zahlen vor Euphorie. So gäben Kunden zwar allmählich wieder etwas mehr für IT aus. Das für Microsoft wichtige PC-Geschäft verbessere sich jedoch nur partiell. Der chinesische Markt wachse stark, die Nachfrage wie zum Beispiel in Deutschland oder Japan sei aber nach wie vor schwach.

Unklar bleibt vorerst, was Microsoft mit seinem Barvermögen anfangen wird. So wuchsen die Cash-Reserven im vergangenen Jahr um zehn auf mittlerweile knapp 50 Milliarden Dollar an. Hoffnungen der Aktionäre auf eine Sonderdividende erteilte der Finanzchef eine Absage. So ständen nach wie vor eine Reihe von Klagen an, deren Folgen bislang nicht absehbar seien. (ba)