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06.10.2000 - 

Meta Data Coalition gibt Alleingang auf

Microsoft übernimmt Modell für Metadaten von OMG

MÜNCHEN (as) - Das Tauziehen um einen Standard für den Austausch von Metadaten hat vorerst ein Ende. Microsoft und seine Alliierten in der Meta Data Coalition (MDC) wollen ihren Alleingang aufgeben und stattdessen die kürzlich von der Object Management Group (OMG) präsentierten Spezifikationen Common Warehouse Metamodel (CWM) unterstützen.

Generierung und Verwaltung von Metadaten in Repositories ist zumindest theoretisch seit langem Bestandteil der Softwareentwicklung und des Data Warehousing. Hinzu kommen seit einiger Zeit Einsatzgebiete wie Frameworks für die Komponentenentwicklung sowie das Management von Geschäftsobjekten (Business Objects). Zudem ist davon auszugehen, dass künftig die Daten- und Informationsgewinnung und -verwaltung im Zusammenhang mit Knowledge-Management, Enterprise Information Portals und Enterprise Application Integration (EAI) zu einer der zentralen Herausforderungen an die Unternehmens-DV wird. Aufgrund der Allgegenwart von Metadaten hat die Industrie in den letzten Jahren versucht, entsprechende Standards zu etablieren - ohne Ergebnis. Hersteller stehen sich in Lagern gegenüber oder gehen eigene, proprietäre Wege, und auch bei den Anwendern wird dem Thema Metadaten trotz Wichtigkeit noch keine große Beachtung geschenkt. Die Ankündigung der MDC als Vertretung von 53 Firmen, darunter Computer Associates, Siemens und Softlab, verspricht nun einen Ausweg aus dieser festgefahrenen Situation.

Die Gruppe hatte 1996 ihre erste Metadata Interchange Specification (MDIS) veröffentlicht und schließlich 1998 mit dem von Microsoft propagierten Open Information Model (OIM) verschmolzen. Letzteres verwendet für die Spezifizierung der Datenklassen und -vererbung die Modellierungs-Notation Unified Modelling Language (UML) und definiert mit Hilfe der Extensible Markup Language (XML) den Austausch und die Wiederverwendung von Metadaten zwischen Tools und Systemen.

Mehr Unterstützer für Metamodell der OMGZu einem Gegenspieler der MDC hatte sich neben proprietären Ansätzen in den letzten zwei Jahren vor allem die OMG entwickelt. Diese versammelt rund 200 Firmen hinter sich, darunter Oracle, IBM, NCR, Hyperion und Unisys. Im Juni dieses Jahres hatte sie dann offiziell das CWM vorgestellt, das ebenfalls auf UML und XML sowie auf dem OMG-Standard XMI (XML Metadata Interchange Format) für den Austausch der Metadaten basiert (siehe CW 25/2000, Seite 6). Neben vielen Überlappungen mit MDC gibt es einige grundsätzliche Unterschiede. So nutzt CWM beispielsweise für den Aufbau seines Repositories den OMG-Standard "Meta Object Facility", der Schnittstellen für die Definition und Bearbeitung von Metamodellen gemäß der Common Object Request Broker Architecture (Corba) spezifiziert. MDC nutzt hingegen das von Microsoft spezifizierte "Repository Type Information Model".

In der Praxis konnte sich OIM, das unter anderem Teil des "SQL Servers 7" ist, vor allem in der Herstellergemeinde offenbar nicht durchsetzen, weshalb die MDC schon seit einiger Zeit die Nähe zur OMG suchte. So wurde im November 1999 mit Version 1.0 der "MDC-OIM" eine Referenzimplementierung von CWM vorgestellt, im April 2000 beschlossen die Kontrahenten zudem die Entwicklung eines gemeinsamen Metamodells.

Die jetzige Ankündigung beendet nun den Alleingang von MDC und Microsoft. Analysten erwarten, dass die Gates-Company nach dieser Niederlage nun vor allem mit XML-Features für die Datenintegration in ihren Produkten werben wird. Erste Gelegenheit könnte die Präsentation des "SQL Servers 2000" sein, der dieser Tage vorgestellt werden soll.