Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

19.10.2001 - 

Nach Visual J++ kommt Visual J#.NET

Microsoft umwirbt Java-Gemeinde

MÜNCHEN (as) - Wie zu Jahresbeginn angekündigt, will Microsoft auch die Programmiersprache Java innerhalb seiner .NET-Strategie unterstützen. Mit "Visual J#.NET" stellt das Unternehmen jetzt ein Tool für die künftige Werkzeugsuite "Visual Studio.NET" bereit, mit dem sich ausschließlich Java-Anwendungen für die eigene Ablaufumgebung erstellen lassen.

Mit Visual J#.NET unternimmt Microsoft den Balanceakt, Java zu unterstützen, ohne jedoch Lizenzbestimmungen und Java-Spezifikationen von Sun berücksichtigen zu müssen. Um dies möglich zu machen, haben die Redmonder stets darauf bestanden, dass es zum einen die frei verfügbare Programmiersprache Java gebe und Sun zum anderen nur die Rechte an der Java-Plattform, sprich: an den APIs halte. So verwendet das jetzt als Beta-Release erhältliche Tool zwar Java-Syntax, erzeugt aber keinen Java-Bytecode, sondern Microsofts Intermediate Language (MSIL), also Bytecode für Microsofts .NET-Framework.

Konverter für Java-BytecodeFerner wird ein Konverter angeboten, welcher bereits kompilierten Java-Bytecode in die MSIL übersetzt. Dieser war zum Jahresanfang im Rahmen des Projekts "Java User Migration Path" (Jump) von Microsoft vorgestellt worden. In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Sun daher von Visual J#.NET wenig überrascht und bezeichnete es als weiteres Release der Jump-Initiative. Um Lizenzprobleme zu umgehen, können nur Java-Anwendungen konvertiert werden, die keine Standard-Java-APIs wie beispielsweise Remote Methode Invocation (RMI) oder Java Native Interface (JNI) verwenden.

Code läuft nur bei MicrosoftLaut Microsoft richtet sich Visual J#.NET an Java-Entwickler, die in Java-Syntax native Applikationen und Web-Services für die .NET-Plattform, genauer die Ablaufumgebung der Common Language Runtime (CLR), schreiben wollen. Java zählt somit zu den 20 Sprachen, die Microsoft in .NET unterstützen will. Neu entwickelte Anwendungen laufen lediglich in der CLR und nicht in Java Virtual Machines (JVM). US-Entwickler haben zudem bei Tests bereits erste Bugs oder Unterschiede bei der unterstützten Java-Syntax und in der Funktionsweise des mitgelieferten Java-Compilers entdeckt.

Marktbeobachter gehen daher davon aus, dass Visual J#.NET vor allem eine Möglichkeit bieten soll, bestehende Java-Anwendungen, die mit dem ehemaligen Microsoft-Tool "Visual J++" erstellt wurden, ins .NET-Format zu konvertieren. Ein Beleg hier-für ist, dass Visual J#.NET "Java Development Kit (JDK) 1.1.4 Layers" bietet, mit denen sich Java-Anwendungen, die mit Hilfe des überholten JDK-Release entstanden, weiterverwenden lassen. JDK 1.1.4 ist zudem der Stand, auf dem sich Visual J++ Ende 1999 befand, bevor es im Zusammenhang mit Lizenzstreitigkeiten mit Sun aufgegeben wurde.