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26.06.1998 - 

Thema der Woche/PC Expo: Java-Hardware Mangelware

Microsoft und Citrix setzen der NC-Initiative heftig zu

Microsoft präsentierte ziemlich genau ein Jahr nach der ersten Absichtserklärung (Codename "Hydra") jetzt mit der Windows Terminal Server Edition das Softwareprodukt für Thin-Client-Computing. Zeitgleich kündigte die Citrix Systems Inc. mit "Metaframe" (Codename "Picasso") die passende Thin-Client-Server-Software für den Multiuser-Betrieb in einer NT-4.0-Umgebung an. "Ähnlich wie Winframe Windows-Applikationen für fast alle Client-Geräte verfügbar machte, wird Metaframe das gleiche für Benutzer von Microsofts Terminal Server leisten", versprach Edward Iacobucci, Vice-President Strategy & Technology bei Citrix.

Die Initiative der beiden Firmen gibt der Diskussion um die zukünftigen Arbeitsplatzrechner neue Impulse und stürzt IT-Manager einmal mehr in Unsicherheit: Für welche Plattform sollen sie sich bei der Beschaffung von Endgeräten entscheiden?

Die vor Jahren von Oracles Firmenchef Larry Ellison lauthals verkündete Desktop-Revolution in Form der Java-basierten NCs stützt sich derzeit allein auf IBM und deren "Network Station". Sun beginnt gerade erst mit der Vermarktung der "Javastation", und Oracles ausgegliederte Network Computing Inc. steckt noch immer in den Kinderschuhen. Trotz dieser Situation ist IBM nach wie vor davon überzeugt, daß NCs das sind, was die Anwender wünschen, und nicht die von Microsoft propagierten Windows-based Terminals (WBTs).

Mit dem Preisverfall bei herkömmlichen PCs und den höher als erwarteten Straßenpreisen für Netzcomputer fiel allerdings ein Argument der Ellison-Gemeinde - Kostenreduzierung - weg. Bleibt das Argument der einfacheren Verwaltung von Java-basierten Endgeräten und die durchgängige Portierbarkeit der Programme. Dazu muß sich die Kundschaft allerdings dazu entschließen, ihr DV-Konzept ziemlich radikal umzustricken.

Die Angebote von Microsoft und Citrix entheben den IT-Chef zunächst einmal dieser Entscheidung. Metaframe bietet Win- dows-Programmen weitreichende Freiheiten, was die Client-Hardware, die Betriebssysteme oder die Netzanschlüsse und -protokolle angeht. Zudem soll das Produkt kompatibel zum Vorgänger Winframe sein, denn beide basieren auf der "Independent Computing Architecture" (ICA), die ebenfalls von Citrix stammt.

Der Java-Gemeinde bleibt ein Trumpf, der vielleicht stechen könnte: Microsofts Preispolitik. Die Gates-Company verlangt in den USA für den Terminal Server 1129 Dollar für eine Lizenz mit zehn Benutzern. Dazu kommen die Gebühren für das Betriebssystem NT Workstation 4.0 zuzüglich rund 200 Dollar für jedes Endgerät, das am Server angeschlossen ist. Soll dann auch noch Metaframe aufgespielt werden, fallen weitere 5000 Dollar an.

Erschwerend für die Java-Fraktion dürfte sich allerdings auswirken, daß bereits Hersteller wie etwa Wyse Technologies ihre Pläne zur Herstellung von NCs aufgegeben und sich Microsofts WBT-Initiative angeschlossen haben.

Zur PC Expo kündigte eine Reihe von Hardwareproduzenten ihre Unterstützung für die Microsoft-Citrix-Initiative an. Intergraph will jetzt schon Metaframe zusammen mit den "Interserve"-Servern anbieten, TSE ab dem dritten Quartal. Data General plant den Einsatz der Microsoft-Lösung in den "Aviion"-Rechnern, HP in den "Netservern". Auch Terminalhersteller NCD stellte mit dem "Thinstar 200" ein Endgerät vor, das mit Metaframe und TSE zurechtkommt. Das Terminal basiert auf Windows CE.

Von den Softwarelieferanten hat sich die WRQ Inc. zur Unterstützung der WBT-Software in der Host-Connectivity-Produktreihe "Reflection" bekannt. Ebenso will Platinum Software Corp. die Produkte für "Platinum SQL 4.2" und "Platinum for Windows 4.6" verfügbar machen.