Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

06.07.2001 - 

Software soll für nichtkommerzielle Projekte frei verfügbar sein

Microsoft und Corel machen Quellcode zugänglich

MÜNCHEN (CW) - Die einstigen Rivalen bei Office-Software, Microsoft und Corel, wollen eine "Shared-Source"-Implementierung der Programmiersprache C# (C-Sharp) sowie der "Common Language Infrastructure" (CLI) für die Betriebssysteme Windows und Free BSD entwickeln. Sowohl C# als auch CLI sind Teil von Microsofts .NET-Strategie.

Unter dem Shared-Source-Modell haben Firmen die Möglichkeit, den Quellcode von Microsoft-Produkten zu begutachten, dürfen daran aber keine Änderungen vornehmen. Die geplante Shared-Source-Variante von C# soll es Unternehmen erleichtern, die Programmiersprache beziehungsweise die Funktionsweise von Microsoft-Produkten besser zu verstehen, um ihre eigene Software mit MS-Produkten interoperabel zu machen.

Die Shared-Source-Versionen von C# und CLI sind nur für nichtkommerzielle Projekte frei verfügbar. Allerdings sollen auch Firmen, die kommerzielle .NET-Software entwickeln, den Microsoft-Code für Debugging-Zwecke verwenden dürfen.

Einblick in ProgrammeWer beispielsweise CLI auf eine andere Betriebssystem-Plattform portieren will, kann durch Einsicht in die Microsoft-Implementierung Zeit sparen. Während Microsoft mit C# eine Alternative zu Java geschaffen hat, übernimmt die Common Language Infrastructure die Rolle einer Runtime-Umgebung, vergleichbar mit der Java Virtual Machine.

Corel und Microsoft, vormals Konkurrenten im Office-Softwarebereich, arbeiten zusammen, seit die Redmonder letztes Jahr 135 Millionen Dollar in den angeschlagenen kanadischen Anbieter investierten, um sich Entwicklungs-Know-how für .NET zu sichern. Beide wollen die Shared-Source-Version von C# und CLI dem Standardisierungsgremium ECMA in Genf vorlegen.

Mit seinem Shared-Source-Modell reagiert Microsoft auf den Erfolg der Open-Source-Gemeinde. Im Gegensatz zur Apache- oder Linux-Community gestattet Microsoft aber nur Einsicht in den Code. Abkupfern will Microsoft auch von Sun. Der Java-Erfinder hat mit Java Community Process ein Programm ins Leben gerufen, bei dem andere Firmen neue Funktionen für die Programmier- und Ablaufumgebung beisteuern können. Ähnliches plant der Softwarekonzern mit dem "Shared Development Process" (SDP), den Bill Gates auf dem Entwicklerkongress "Teched" in Atlanta vorgestellt hat.