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14.05.1993 - 

Gipfeltreffen zwischen Gates und Gerstner anberaumt

Microsoft und IBM: Zeichen fuer Aussoehnung mehren sich

Gates bestaetigte, dass ein Gespraech geplant sei, spielte aber die Bedeutung des Gipfeltreffens herunter. "Ich wuerde daraus keine grosse Sache machen", erklaerte der Microsoft-Chef gegenueber dem "Wall Street Journal Europe", obwohl er sich natuerlich darauf freue, mit Gerstner "meine Gedanken ueber diese Industrie" auszutauschen. Branchenbeobachter halten die Begegnung allerdings schon deshalb fuer wichtig, weil sie zu einem Zeitpunkt stattfinde, an dem sich die Zeichen fuer eine Aussoehnung zwischen Microsoft und IBM haeuften.

Zur Aufloesung der vormals engen Zusammenarbeit im PC-Bereich war es 1991 gekommen, als Microsoft deutlich machte, dass man Windows weiter vorantreiben und die Oberflaeche nicht, wie urspruenglich vereinbart, nur fuer leistungsschwaechere PC-Plattformen vermarkten werde. Die IBM, die ihr 32-Bit-Betriebssystem OS/2 im High-end-PC-Bereich positionieren wollte, fuehlte sich geprellt. Als Microsoft in der Folge den OS/2-Rivalen Windows NT ankuendigte, war die Zusammenarbeit vollends gestoert. Ein Entwicklungsabkommen, das jedem der beiden Unternehmen Einblick in die Betriebssystem-Entwicklung des Partners gewaehrt, wurde mit Wirkung zum September dieses Jahres gekuendigt. Von diesem Datum an erhaelt IBM nicht nur keine Informationen mehr ueber die Windows-Entwicklung, sondern keines der beiden Unternehmen stellt dann dem anderen noch Sourcecode seiner Software zur Verfuegung.

Fuer eine erneute Annaeherung der Player spricht Insidern zufolge vor allem das Ausscheiden der alten IBM-Fuehrungsriege um John Akers. Gates macht aus seinem Interesse an einer Zusammenarbeit keinen Hehl. Er glaubt, sagte er gegenueber dem "Wall Street Journal Europe", dass sich Microsoft und Big Blue in der Arbeit an bestimmten Zielen "ergaenzen koennen". Ein gemeinsames Vorgehen wuerde die Entwicklung eines Multimedia-PCs und anderer neuartiger Plattformen erleichtern, die auch die Vorteile von Handschriftenerkennung und mobiler Kommunikation nutzten.

Ausserdem bringt die groessere Freiheit der verschiedenen IBM- Geschaeftsbereiche die beiden Firmen einander zwangslaeufig naeher. Obwohl die Systems-Software-Division unter Lee Reiswig ausschliesslich OS/2 propagiert, unterstuetzen andere Lines of Business Windows und NT. So plant Big Blue, NT nicht nur auf den Superservern anzubieten. Auch die wichtigsten Datenbankprogramme sollen auf NT portiert werden, berichtet das "Wall Street Journal Europe". Ausserdem offerieren die Armonker Windows zusammen mit PS/1- und den Value-Point- Systemen.

Dass IBM nie gaenzlich mit Microsoft gebrochen hat, beweist auch die Tatsache, dass Gates ebenfalls als ein moeglicher Akers- Nachfolger im Gespraech war. Zwar lehnte er die Aufgabe sofort ab, soll jedoch den Mainframer informell bei der kuenftigen Ausrichtung des Unternehmens und der Wahl Gerstners beraten haben, so das Blatt weiter.

Trotz aller Annaeherung bleibt aber die Rivalitaet bei den PC- Betriebssystemen bestehen. Gates sieht OS/2 als "einen Konkurrenten". Die gleiche Einstellung hat Reiswig zu Windows und NT: "Microsoft versteht langsam, dass OS/2 keine Eintagsfliege ist. Wir werden nicht verschwinden", betonte er kuerzlich sein Vertrauen in das eigene Produkt.