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04.04.1997 - 

Kernpunkte nicht entkräftet

Microsoft und Lotus kritisieren Netscapes Strategiepapier

Auf die Veröffentlichung des White Paper zum "Networked Enterprise" (siehe CW Nr. 12 vom 21. März 1997, Seite 3: "Netscape verkündet...") gab es prompte Antworten. Microsoft reagierte mit einer Gegendarstellung (www. microsoft.com/iis/enterprise.htm), in der es behauptet, bereits heute die Software für das vernetzte Unternehmen bereitzustellen, die Netscape erst für die Zukunft verspricht. Den Vorwurf mangelnder Plattformvielfalt kann das Papier allerdings nicht entkräften und versucht dies auch erst gar nicht. Statt dessen bringen die Marketiers aus Redmond das altbekannte Argument des Investitionsschutzes und gibt an, daß für echte verteilte Netzwerklösungen Internet-Standards nicht ausreichten.

Es sei für Netscape schwierig, mit seinen Web-, Mail- und News-Servern echte Netzwerk-Betriebssysteme zu realisieren. Viel einfacher sei es dagegen für die Microsoft-Entwickler gewesen, ihre bestehenden Netzwerk-Betriebs- und Messaging-Systeme um Internet-Protokolle zu ergänzen.

Lotus bleibt bei monolithischer Struktur

Auch Lotus hat schon seit einiger Zeit Stellung zu Vorwürfen von Netscape genommen (www. lotus.com/topstories/210a.htm) und bemüht sich darum, verschiedene Thesen der Netscape-Strategen als Falschbehauptungen zu widerlegen. Einige der von Netscape in der Vergangenheit vorgetragenen "Fakten" werden dabei durchaus als Marketing-Lügen entlarvt. Die Tatsache, daß der Server "Domino" de facto ein Gateway ist, mit dem die Groupware "Notes" erst an HTML angebunden wird, kann Lotus hingegen nicht aus der Welt schaffen. Bei den unterschiedlichen Ansätzen beider Firmen - ein großes monolithisches Produkt bei Lotus gegenüber einem modularen Server-Paket bei Netscape - stellt Lotus lediglich die Nachteile der Netscape-Lösung heraus. Daß man Notes/Domino aber Probleme bei der komplexen Administration und mangelnde Skalierbarkeit vorwerfen kann, bleibt unerwähnt.

Netscapes Vorgaben für die Konkurrenz sind mit der angekündigten Produkt-Roadmap klar abgesteckt. Microsoft, derzeit mit den systemimmanenten Sicherheitsproblemen seiner Internet-Applikationen beschäftigt, hat mit "Normandy" das aktuelle Server-Paket von Netscape letztlich nur kopiert; Lotus stößt mit dem monolithischen Domino/Notes trotz unbestrittener Vorzüge bei der Replikation allzu schnell auf Schwierigkeiten bei Skalierbarkeit und Administration.