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Internet-Manager versus Certified Professional


26.07.1996 - 

Microsoft und Novell konkurrieren im Zertifizierungsgeschäft

Der Pionier im Zertifizierungsgeschäft ist vorgeprescht und hat das Berufsbild des Internet-Managers entwickelt. Die Ausbildung beinhaltet fünf Lehrbausteine mit den entsprechenden Prüfungen. Themen des Kurses sind:

- Netware-4.1-Administration,

- TCP/IP,

- Web-Publizieren,

- Web-Server-Management und

- fortgeschrittenes Web-Server-Management.

Zu den beiden letztgenannten Gebieten finden Kurse ab Herbst statt.

Lutz Ziob, Direktor Education für Europa, den Mittleren Osten und Afrika, ist vom Erfolg dieses neu aufgelegten Programms überzeugt, weil dafür ein ständig wachsender Bedarf bestehe. "Eine solide Ausbildung, auf die sich Anwender verlassen können, fehlt allerdings", meint der Trainings-Manager.

Novell will sich mit seinem Programm nach Ziobs Angaben weniger an den Programmierer und den Designer, sondern mehr an den Manager wenden, die Person, die für die Web-Seiten und das Online-Geschäft im Unternehmen verantwortlich ist.

Microsoft hat nicht den Ehrgeiz, einen eigenen Kursabschluß als Internet-Profi zu kreieren, ist aus der Unterschleißheimer Deutschland-Zentrale zu erfahren. "Wir werden Internet-Inhalte in die bestehenden Programme integrieren", meint der Zertifizierungs- Verantwortliche Eckhart Böhme.

Novell hat dagegen bewußt auf diese Integration verzichtet. Begründet wird die Entscheidung mit einer Umfrage bei Unternehmen und sogenannten Web-Mastern, also Mitarbeitern, die im Online- Umfeld tätig sind. Die Studie ergab, daß 60 Prozent der Befragten nicht aus dem Netzwerkbereich kamen, sondern aus den unterschiedlichsten Fachabteilungen, am häufigsten aus dem Marketing. Diese Mitarbeiter hätten kein Interesse an der klassischen Zertifizierung zum Certified Novell Engineer (CNE). Davon gebe es bereits weltweit 88000.

Microsoft kann noch auf keine so stolze Bilanz verweisen, ist aber bemüht - schon wegen des boomenden NT-Geschäfts -, die Werbetrommel für das eigene Zertifizierungsprogramm zu rühren. Der Software-Anbieter hat ebenfalls, allerdings einige Jahre später als Novell, mit einem Trainings- und Prüfungspaket begonnen. Genau wie der CNE muß der angehende MCP einige Prüfungen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden ablegen.

Um eine schnelle Verbreitung des Zertifizierungsprogramms zu sichern, arbeitet Microsoft unter anderem mit Schulungsanbietern zusammen, die Arbeitsamt-geförderte Kurse veranstalten. So verweist Böhme auf eine Kooperation mit Ditec. Der Münchner Dienstleister schult seit 1994 arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte IT-Fachleute in sechsmonatigen Kursen zu Client-Server-Spezialisten. Bestandteil des Trainings ist auch eine Prüfung zum MCP. "Bisher haben alle Teilnehmer dieser Maßnahme einen Arbeitsplatz gefunden", erzählt Böhme stolz.