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11.06.2004 - 

Kolumne

"Microsoft und SAP spielen Fusions-Theater"

Martin Bayer Redakteur CW

Prolog: Auf der Bühne des internationalen Marktes für Business-Applikationen tummeln sich die verschiedensten Softwareanbieter auf der Suche nach Kunden und neuen Geschäftsfeldern. Der Hintergrund ist düster: Die IT-Verantwortlichen kämpfen mit nach wie vor geringen IT-Budgets. Kunden halten ihre Geldbörsen fest verschlossen.

1. Akt: Oracle versucht sein lahmendes Applikationsgeschäft in Schwung zu bringen und startet einen feindlichen Übernahmeversuch, um den Konkurrenten Peoplesoft zu schlucken. Das Ziel der Begierde will jedoch nicht und sträubt sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Die anderen Protagonisten, darunter auch SAP und Microsoft beobachten gespannt den Übernahmekampf. Zuletzt werden die an der Seite der Bühne stehenden Kartellwächter aktiv und zerren Oracle vor den Kadi. SAP und Microsoft treten etwas beiseite und stecken die Köpfe zusammen.

2. Akt: Der Prozessbeginn zwischen dem US-amerikanischen Justizministerium und Oracle beginnt mit einem Paukenschlag - jedoch nicht vor Gericht. Die Meldung, Microsoft habe mit SAP über eine Fusion verhandelt, schlägt in der Branche ein wie eine Bombe. Die Absurdität einer derartigen Akquisition gerät dabei völlig in den Hintergrund. Die Geschäftsmodelle beider Anbieter könnten nicht konträrer sein. Microsoft kommt aus der Consumer-Ecke und tastet sich langsam in das Business-Segment vor - mit Hilfe eines auf Masse ausgelegten Partnerkanals ohne eigene Kompetenz in Sachen konzernweiter Business-Lösungen. SAP dagegen thront auf der Spitze des Marktes für Geschäftsapplikationen und betonte in der Vergangenheit immer wieder seine Unabhängigkeit von anderen Softwareanbietern sowie von der Hardwarebasis. Obwohl eine Vielzahl von SAP-Lösungen unter Windows läuft, umfasst die installierte Basis zahlreiche Unix-, Linux- und Mainframe-Anwender. Beide Firmen wollen sich außerdem als Anbieter von Integrationsplattformen im Markt profilieren. Netweaver oder .NET - das ist hier die Frage.

3. Akt: Lautes Nachdenken auf der Bühne: Warum publizieren Microsoft und SAP ihre angeblichen Fusionsgerüchte gerade jetzt? Zwar betonen die Verantwortlichen, sie wollten einer Veröffentlichung von dritter Seite zuvorkommen. Es lässt sich jedoch nicht verhehlen, dass beide Seiten ein Interesse am Gelingen von Oracles Übernahmeplänen haben. Davon muss jedoch auch der Richter überzeugt werden. Eine geschickt lancierte Meldung über Fusionsgespräche kann da einiges bewirken. SAP wie Microsoft hoffen, dass sich der in Sachen Akquisitionen unbedarfte Konkurrent in den Integrations-wirren verstrickt und untergeht. SAP würde selbstlos die hilflosen Peoplesoft-Kunden retten und Microsoft müsste sich mit einem Konkurrenten weniger im Markt für Datenbanken und Entwicklungs-Tools herumschlagen.