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27.03.1992 - 

USL-Chef polemisiert gegen Windows-NT

Microsoft unterscheidet sich nur wenig von der IBM

MÜNCHEN (CW) - Windows NT wird von den Unix Systems Laboratories (USL) als wichtigster Konkurrent im Ringen um den Betriebssystem-Standard der 90er Jahre angesehen. In einem Statement für die CW warf USL-Chef Roel Pieper der Microsoft-Entwicklung vor, ein Rückschritt in proprietäre Zwänge zu sein.

Die Polemiken der wichtigsten Gruppen in der Welt offener Systeme sind verstummt die Open Software Foundation (OSF) und die Unix International Inc. (UI) demonstrieren weitgehende Einigkeit. USL hat die Parole ausgegeben: "End all Unix-wars! Back to the common enemies!" Dies seien die großen Hersteller proprietärer Systeme und der PC-Softwareriese Microsoft. Entsprechend schießt sich USIL-Präsident und CEO Roel Pieper jetzt auf die Company von Bill Gates ein. Es sei ein "rückwärtsgerichteter Schritt", wenn Microsoft jetzt versuche, seiner DOS-Kundschaft mit Windows NT ein Betriebssystem anzubieten, das die Power heutiger Hardware nutzen kann. "Die Versuchung muß überwältigend sein", aber im Ergebnis stemme sich Microsoft gegen den Trend zu offenen Systemen.

Dabei bringe die Initiative nicht einmal technischen Fortschritt. Pieper: "Man darf höflicherweise fragen, worin eigentlich die neue Technologie in NT besteht? Was leistet NT, das sich so rasend von Unix-Technologie unterscheidet?"

Im übrigen sei Windows NT bisher kaum mehr als eine gelungene PR-Kampagne, die die Anwender verwirre. "Unix wird täglich in großen Stückzahlen installiert, NT hingegen in Stufen versprochen." Außerdem sei Unix funktionssicher, während NT noch alle Kinderkrankheiten überwinden müsse. Bekannterweise sei selbst die dritte Version von Windows nicht stabil.

"Unix ist in seiner heutigen stabilen Form nicht fertig aus den Bell Labs gekommen, sondern in Phasen gereift." Dabei habe das Betriebssystem immer einen Vorteil gehabt, den eine hauseigene Entwicklung vom Schlage von NT missen müsse: "ln jeder Phase wurde die Entwicklung des Unix-Systems durch die intensive Rückkopplung aus vielen Organisationen unterstützt."

Auch in diesem Punkt mache Microsoft einen Ausflug in die Vergangenheit. "Unbestreitbar repräsentiert NT die Wiederkehr des alten Streites zwischen herstellereigenen Systemen und dem Markt für offene Systeme", stellt Pieper fest, bevor er schweres Geschütz auffährt: "So gesehen unterscheidet sich die Position von Microsoft nur wenig von der, die die IBM vor zehn Jahren eingenommen hat. Alle Argumente, die wieder und wieder für offene Systeme und gegen die proprietären ins Feld geführt werden, treffen hier genauso zu. Sie sind gegen Microsoft und NT mit Fug und Recht ebenso anzuwenden wie gegen die IBM."