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20.04.2001 - 

Windows XP unterstützt die neueste Spezifikation 2.0 nicht

Microsoft verabschiedet sich von USB

MÜNCHEN (CW) - Microsofts neues Betriebssystem Windows XP wird ohne Unterstützung der jüngsten Universal-Serial-Bus-(USB-)Spezifikation 2.0 auf den Markt kommen. Stattdessen sollen Treiber für Apples entwickelte Firewire-(IEEE-1394-)Schnittstelle im Betriebssystem implementiert werden.

Die Schnittstelle USB 2.0 soll nach den bereits vorliegenden Spezifikationen mit einer Übertragungsrate von 480 Mbit/s 40-mal schneller arbeiten als die bisherige Variante USB 1.1, die eine Transferrate von 12 Mbit/s gestattet. Einziger Pferdefuß der neuen Technik: Sie existiert bislang nur auf dem Papier. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die ersten Geräte im Jahr 2002 auf den Markt kommen werden.

Das Fehlen der entsprechenden Peripheriegeräte führt eine Sprecherin in der US-amerikanischen Firmenzentrale als Hauptgrund dafür an, dass die Gates-Company bis auf weiteres verzichtet. Die Entwickler hätten die neue Spezifikation nicht testen können. Microsoft werde keinen Standard verwenden, der nicht seine Vorteile für die Anwender garantieren könne. Mit der gleichen Begründung hatte Microsoft eine Woche zuvor auf die Unterstützung von "Bluetooth" in Windows XP verzichtet.

Martin Reynolds, Analyst bei Dataquest, hält die Microsoft-Entscheidung für richtig. Es gebe keinen Sinn, einen Satz von Treibern im System zu implementieren, die noch nicht fertig entwickelt seien.

Für die Vertreter der USB-Fraktion in der IT-Branche bedeutet die Entscheidung Microsofts in der jetzigen Phase einen schweren Rückschlag. Zwar würden praktisch alle heute gefertigten PCs mit USB-Schnittstellen ausgeliefert, doch die Verzögerungen der Version 2.0 und der Rückzug Microsofts könnten dem konkurrierenden Firewire-Standard weiteren Auftrieb geben. Firewire erreicht eine Datentransferrate von bis zu 400 Mbit/s.

Die Redmonder werden in Windows XP die Unterstützung für Firewire standardmäßig implementieren. Entsprechende Steckkarten sollen automatisch erkannt und als Peripherie-Schnittstelle angesprochen werden. Roger Kay, Analyst bei International Data Corp. (IDC), rechnet damit, dass mit dieser Entscheidung viele Rechner- und Hauptplatinenhersteller zukünftig Firewire-Anschlüsse standardmäßig in ihren Produkten integrieren werden. Unternehmen wie Sony, Compaq, Dell und Gateway sind bereits auf Apples Firewire-Zug gesprungen.

Die Marktforscher von Cahners In-Stat Group gehen davon aus, dass im Jahr 2004 weltweit 750 Millionen PCs mit USB-Anschlüssen und 112 Millionen Rechner mit Firewire-Schnittstellen ausgestattet sein werden. Inwieweit diese Prognose nach der jüngsten Entscheidung Microsofts aufrechterhalten werden kann, steht in den Sternen.

Peter Glaskowsky, Analyst bei Microdesign Resources, hält die nun entfachte Firewire-Euphorie für übertrieben. Es sei vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis Microsoft nachziehe und in einer der nächsten Windows-XP-Releases die USB-2.0-Unterstützung einbaue. Von technischer Seite sei dies zumindest kein Problem, da der größte Teil des notwendigen Codes bereits durch die Implementierung von USB 1.1 vorhanden sei. Auch im Zusammenhang mit Bluetooth könne man damit rechnen, dass sobald die Geräte auf dem Markt sind, auch Windows den neuen drahtlosen Übertragungsstandard unterstützen werde. Problematisch könnte es allerdings für die Entwickler von USB-2.0-fähigen Endgeräten werden. Diese müssten sich nun, bis ein endgültiger Microsoft-Kurs erkennbar ist, um die Windows-Treiber kümmern.

Einen Zeitplan für USB 2.0 gibt es in Redmond bislang nicht. Man prüfe den besten Weg, wie USB 2.0 den Nutzern in einer der nächsten Versionen zugänglich gemacht werden könnte, lautet die nichtssagende Stellungnahme.

Böse Zungen behaupten, der Rückzug sei eine späte Rache für die USB-Panne auf der Frühlings-Comdex 1998 in Chicago. Damals wollte Bill Gates anlässlich seiner Keynote die Vorzüge der neuen Schnittstelle demonstrieren. Doch als er den Stecker in den USB-Anschluss des Rechners steckte, stürzte dieser ab.