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12.05.2005

Microsoft vereinheitlicht mobile Plattformen

Windows Mobile 5.0 unterstützt UMTS und lässt Anpassungen von Carriern zu.

Auf der jährlichen "Mobile and Embedded Devices Conference" stellte Bill Gates in Las Vegas mit Windows Mobile 5.0 die nächste Version von Microsofts mobilem Betriebssystem vor. Mit der bislang unter dem Codenamen "Magneto" bekannten Software gibt es künftig nur noch ein Betriebssystem für Pocket-PCs und Smartphones statt der bisherigen zwei Varianten.

Entsprechend zielen die Verbesserungen, die Microsoft mit Windows Mobile 5.0 vornahm, in zwei Richtungen: Einerseits wird eine breitere Palette an Hardware unterstützt, andererseits wartet das Betriebssystem mit zahlreichen Features für die Mobilfunk-Provider auf. So unterstützt das System von Haus aus nun UMTS und bietet den Mobilfunkern die Möglichkeit, das Betriebssystem an ihre Bedürfnisse anzupassen, Neudeutsch zu "customizen".

Zudem haben die Carrier künftig die Möglichkeit eines verbesserten Device-Managements, denn Windows Mobile 5.0 erlaubt die Konfiguration der Geräte per Fernzugriff. Ferner soll der integrierte "Windows Media Player 10 Mobile" mit seinem Digital-Rights-Management den Netzbetreibern das Anbieten von kostenpflichtigen Mehrwertdiensten wie den Online-Verkauf von Musik erleichtern. Weitere Neuerungen sind etwa die Integration von VoIP sowie Push-to-talk.

In Sachen Hardware hat Microsoft ebenfalls nachgebessert und unterstützt nun auch WLAN in Smartphones sowie Festplatten. Ein entsprechendes Smartphone mit 4 GB Festplatte bringt etwa Samsung auf den Markt. Für den Anschluss externer Geräte wartet das neue Betriebssystem mit USB 2.0 auf. Zudem verfügt Windows Mobile 5.0 von Haus aus mit dem "Persistent Storage" über einen Mechanismus zur Ansteuerung von nicht flüchtigem Speicher, der seine Daten auch bei einem leeren Akku behält. Ein Feature, das zwar viele Pocket-PCs bereits aufweisen, wobei es sich aber um Implementierungen der Hardwarehersteller handelt.

Mit den "Windows Embedded Source Tools für Bluetooth" offeriert Microsoft Entwicklern nun eine Programmbibliothek, die das Schreiben von Bluetooth-unterstützten Anwendungen stark vereinfachen soll. Auch andere APIs hat Microsoft überarbeitet oder neu entwickelt. Dazu zählen etwa das API "Camera Capture", ein "State and Notification Broker", ein erweitertes "Messaging and Pocket Outlook Object Model" (Poom) sowie neue Grafik-APIs für "Direct3D", "Direct Draw" und "Direct Show".

Powerpoint mit von der Partie

Während diese Veränderungen alle im Hintergrund, vom Benutzer größtenteils unbemerkt, wirksam werden, sticht dem User eine andere Neuerung schneller ins Auge: Windows Mobile kommt mit einer mobilen Version des Präsentationsprogramms Powerpoint.

Gleichzeitig hat Microsoft die Office-Applikationen Word und Excel von Pocket- in Mobile-Produktnamen umgetauft und dabei endlich generalüberholt. So verliert Mobile Word nicht mehr alle Formatierungen, wenn ein Desktop-Word-Dokument auf die mobilen Rechner übertragen wird. Und mit Mobile Excel kann der Anwender auch auf den mobilen Devices aus seinen Daten Grafiken erstellen, was in der Vergangenheit eher schlecht als recht nur mit Zusatzprodukten von Drittherstellern möglich war. Ebenfalls überarbeitet wurde der Internet Explorer, der jetzt Seiten mit Grafiken schneller und besser auf den kleinen Displays der mobilen Endgeräte anzeigt. Doch selbst in der überarbeiteten Version kann Microsofts Browser noch nicht Drittpro- dukten wie etwa "Netfront" von Access Technologies das Wasser reichen.

Verbessert hat Microsoft auch das Handling der Kontakte und E-Mails. So können Kontakte im Adressbuch nun mit Fotos ausgestattet werden, und die Anzeige der Adressdaten ist informativer, da besser gegliedert. Das Gleiche gilt für den Mail-Client "Mobile Outlook". Hier werden etwa Dateianhänge nicht mehr am Ende eines Dokuments angezeigt, sondern gleich zu Beginn. Leider hält Microsoft allerdings an der Methode fest, Adressdaten und E-Mails in einer der Datenbanken des Betriebssystems abzulegen und damit kostbaren Arbeitsspeicher zu verwenden. Das Abspeichern auf einer externen Datenkarte ist nach wie vor nicht möglich.

Angesichts der zahlreichen Änderungen überrascht es, dass die Hardwareanforderungen von Windows Mobile 5.0 nicht gestiegen sind: Laut Microsoft begnügt es sich mit 32 MB ROM und 64 MB RAM. Damit wären zumindest in der Theorie fast alle aktuellen Pocket-PCs für ein Upgrade geeignet. (hi)