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07.05.1999 - 

Vorinstalliert auf neuen Rechnern

Microsoft vermarktet Beta 3 von Windows 2000

MÜNCHEN (CW) - Nach immer neuen Verspätungen des NT-Nachfolgers soll nun ein groß angelegtes Betaprogramm das Interesse an Windows 2000 wachhalten. Zahlreiche Hardwarehersteller wollen das noch nicht fertiggestellte System auf ihren Rechnern vorinstallieren, Microsoft wird die Software zudem allen interessierten Anwendern zum Kauf anbieten.

Microsoft kann zwar immer noch keinen verbindlichen Fertigstellungstermin für Windows 2000 nennen, mobilisiert aber für die bevorstehende dritte Betaversion Anwender und Partnerfirmen. Bill Gates kündigte auf der Frühjahrs-Comdex das "Channel-Readiness"-Programm an, das die Vertriebskanäle und unabhängige Softwarehäuser auf das neue Windows vorbereiten soll.

In dessen Rahmen bemühte sich Microsoft um die Unterstützung der PC-Hersteller, damit diese die Beta 3 auf ihren neuen Rechnern vorinstallieren. Mittlerweile erklärten sich 20 Firmen dazu bereit, darunter fast alle namhaften Anbieter.

Anwender können sich so schon jetzt auf den NT-Nachfolger vorbereiten, ohne dafür das System selbst einrichten zu müssen. Teilweise spielen PC-Firmen auf solchen Computern noch zusätzlich Windows NT 4.0 auf. Deshalb müssen beispielsweise Dell-Kunden gleich zweimal an Microsoft bezahlen, da der Direktversender für die Beta 3 in den USA zusätzlich 100 Dollar in Rechnung stellt. Wer nicht über den Kauf neuer Hardware an das unvollendete Windows 2000 gelangen will, dem bietet Microsoft dieses über das Corporate Preview Program (CPP) zum Preis von 85 Mark an (http://www. eu.microsoft.com/germany/windows2000/cpp/anmeldung.htm). Es umfaßt eine Lizenz der Professional- und der Advanced-Server-Version in mehreren Sprachen sowie eine Ausführung für Compaqs Alpha-Chip.

Im Zuge seiner Marketing-Anstrengungen will Microsoft zudem mehrere Millionen Dollar für das Training von Entwicklern und Vertriebsprofis ausgeben. Rund 100 000 Absolventen von Microsoft-Zertifizierungsprogrammen (MCSP) erhalten das "Windows 2000 Channel Readiness Kit", das neben der Beta 3 von "Windows 2000 Professional", "Windows 2000 Server" und dem Resource Kit auch Trainingsmaterial sowie verkaufsunterstützende Informationen enthält.

Neben der allgemeinen Möglichkeit, einen Blick auf das unfertige System zu werfen, sollen Anwender über das breit angelegte Betaprogramm herausfinden, welche der bestehenden Programme unter Windows 2000 lauffähig sind. Die vorhergehende Betavariante zeigte nämlich eingeschränkte Kompatibilität mit existierender Software. Microsoft will in Kürze einen Katalog über Programme herausbringen, die für Windows 2000 zertifiziert wurden.

Von der allgemein zugänglichen Beta 3 erhofft sich Microsoft zudem, daß sie Unternehmen von der Enterprise-Tauglichkeit von Windows 2000 überzeugt. Ein wesentliches Kriterium wird dabei die versprochene Skalierbarkeit sein. Derzeit kommt Windows NT in erster Linie auf Abteilungsebene zum Einsatz. Dies belegt erneut eine Studie von IDC, wonach das Microsoft-System hauptsächlich für Datei- und Druckdienste, Messaging und andere Kommunikationsservices zum Einsatz gelangt. Wo für hohes Transaktionsaufkommen robuste Systeme erforderlich sind, dominieren immer noch Unix und Großrechner.

Neben der Masse der erwarteten Testanwender haben sich einige Unternehmen schon bereit erklärt, die Betaversion von Win- dows 2000 in Produktionsumgebungen zu nutzen. Microsoft will ihnen durch priviligierten Support und frühen Zugang zu neuem Code entgegenkommen. Zusätzlich stehen schon Drittanbieter bereit, die bestehende NT-Installationen auf die Win-2000-Beta migrieren helfen. Dazu zählt beispielsweise Fastlane, dessen Tools NT-Domänen auf das Active Directory umsetzen können. Aber auch IBM hat bereits weitgehende Unterstützung für den NT-Nachfolger angekündigt und versichert, daß Schlüsselprodukte wie DB2, MQ Series, Lotus Notes oder Tivoli bis zur Fertigstellung des Microsoft-Systems dessen wesentliche neuen Funktionen nutzen werden - darunter vor allem auch den neuen Verzeichnisdienst "Active Directory". Bis zum Jahr 2001 will Big Blue alle seine rund 300 Windows-Produkte auf den NT-Nachfolger abstimmen. Für Anwender, die die Beta 3 von Windows 2000 zusammen mit IBM-Hardware und -Software nutzen wollen, bietet die Gerstner-Company Support für das unvollendete Microsoft-System an.