Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.01.2000 - 

Neues Windows CE soll Marktanteile retten

Microsoft verspricht wieder einmal umfassende Vernetzung

MÜNCHEN (CW) - Die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas steht von Jahr zu Jahr mehr unter dem Einfluß der Computerindustrie. Bezeichnend für diesen Trend: Auf der Messe für Haushalts- und Unterhaltungselektronik hielten Branchengrößen wie zum Beispiel Microsoft-Chef Bill Gates die Keynotes.

Anlässlich der CES, die in der zweiten Januarwoche in Las Vegas stattfand, gab Microsoft-Boss Bill Gates zum wiederholten Male seine Visionen vom vernetzten Haus zum Besten. Im künftigen digitalen Heim werde es möglich sein, Informationen mit Hilfe verschiedenster Geräte abzurufen.

Für das vernetzte Zeitalter arbeiten die Microsoft-Entwickler an einer neuen Version von Windows CE, Codename "Rapier". Das neue Betriebssystem für die zukünftige Kleinrechnergeneration soll E-Book-Funktionen enthalten, mit denen Anwender Bücher oder Artikel über das Internet auf den Handheld-PC herunterladen und lesen können. Die Cleartype-Technologie soll dabei die Darstellung des Textes auf dem Display so weit verbessern, dass der Lesekomfort dem von Printmedien ähneln soll. Außerdem werden die neuen Kleinrechner den "Windows Media Player" enthalten, mit dem Anwender Musikstücke aus dem Netz laden können.

Als Partner für die neue CE-Initiative konnte Gates bislang Philips und Thompson Multimedia SA gewinnen. Beide Unternehmen wollen zusammen mit Microsoft Settop-Boxen entwickeln, die neben den herkömmlichen TV-Funktionen auch Internet-Zugang anbieten.

Im Handheld-Markt weht den Redmondern ein rauerer Wind entgegen. Nach wie vor können die Palm-Geräte der Konkurrenz einen Marktanteil von weit über 60 Prozent für sich verbuchen. Dagegen verabschiedeten sich im letzten Jahr mehrere Firmen von Windows CE. Everex, LG und auch Philips gaben bekannt, keine weiteren Kleinrechner mit dem Microsoft-System bauen zu wollen.

Einen schweren Rückschlag bedeutet auch die Entscheidung des langjährigen Verbündeten Intel, bei seinen neuen Internet-Zugangsgeräten Linux als Betriebssystem einzusetzen (siehe Seite 12). Microsoft wollte die Abkehr des Weggefährten aus dem goldenen Zeitalter der PC-Ära bislang nicht kommentieren.

Doch Gates gab sich optimistisch. So hätten bereits Casio, Compaq, Hewlett-Packard und Symbol Technologies Interesse bekundet, das neue Pocket-PC-System einzusetzen. Insider erwarten, dass das Betriebssystem im ersten Halbjahr 2000 auf den Markt kommen wird.

"Das Heim wird einem Computersystem gleichen", sagte Gates zum Abschluss seiner Rede. Kommentar eines Zuhörers: "Ich bin nicht sicher, ob ich in einem Computer leben möchte." Die Visionen klängen eher wie eine Drohung als wie ein Versprechen.