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24.01.2003 - 

Zweites Quartal mit Gewinnanstieg von zwölf Prozent abgeschlossen

Microsoft wächst im Server-Geschäft

MÜNCHEN (CW) - Microsoft präsentierte auch für das zweite Quartal seines Geschäftsjahres überzeugende Zahlen. Umsatz und Gewinn stiegen im Vergleich zum Vorjahr im zweistelligen Prozentbereich. Zudem kündigte das Unternehmen an, in Zukunft eine Dividende auszuschütten. Schließlich wird Microsoft zum 27. Januar einen Aktien-Split im Verhältnis zwei zu eins vornehmen.

Für das Ende Dezember abgeschlossene Vierteljahr weist Microsoft einen Nettogewinn von 2,55 Milliarden Dollar oder 47 Cent pro Aktie aus. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sind das zwölf Prozent mehr (2,28 Milliarden Dollar oder 41 Cent je Anteilschein). Den Umsatz steigerte der Konzern von 7,74 Milliarden Dollar um zehn Prozent auf 8,54 Milliarden Dollar.

Fast alle Sparten des Konzerns vermehrten ihren Umsatz. Ausnahme: Die Geschäftseinheit Client Group - hier werden die Desktop-Versionen von Windows vermarktet - registrierte einen minimal geringeren Umsatz im Jahresvergleich. Er sank von 2,56 auf 2,54 Milliarden Dollar. Andererseits katapultierte die Server Group ihre Einnahmen um zwölf Prozent auf 1,76 Milliarden Dollar. Mit der Datenbank "SQL Server" erwirtschaftete Microsofts Server-Division sogar 40 Prozent mehr.

Auch die Home and Entertainment Group steigerte ihre Einnahmen um 38 Prozent auf 1,33 Milliarden Dollar. Der von ihr verantwortete Absatz für die Spielekonsole "Xbox" entwickelte sich aus Sicht von Microsoft erfreulich: Der Absatz wuchs (seit Einführung der Konsole im November 2001 wurden acht Millionen verkauft), außerdem setzte das Unternehmen eine Viertelmillion Starter-Kits für den Online-Spieledienst "Xbox Live" ab.

Finanzchef John Connors erwartet für das laufende dritte Quartal 7,4 bis 7,8 Milliarden Dollar Umsatz und einen Gewinn pro Aktie von 47 oder 48 Cent. Für das Gesamtjahr peilt der CFO (Chief Financial Officer) Einnahmen von 31,9 Milliarden Dollar und 1,90 bis 1,93 Dollar Profit je Anteilschein an. Das hatte sich vor 90 Tagen noch anders angehört: Seinerzeit ging Microsoft davon aus, den Umsatz auf 33,2 bis 33,6 Milliarden Dollar und den Gewinn auf 1,89 bis 1,95 Dollar pro Aktie steigern zu können.

Microsoft hat sich zudem erstmals in seiner Firmengeschichte dazu durchgerungen, an seine Aktionäre eine Dividende zu zahlen. Angesichts einer gigantisch gewachsenen Bargeldreserve von zuletzt 43,4 Milliarden Dollar kommt dieser Schritt nicht ganz unerwartet. Hilfreich mag die Entscheidung von US-Präsident George W. Bush gewesen sein, der die Abschaffung der Bundessteuer auf Gewinnausschüttungen vorgeschlagen hat. Brian Skiba, Analyst bei der Deutschen Bank, glaubt, dass Microsofts liquide Mittel bis zum Geschäftsjahr 2005 auf mehr als 85 Milliarden Dollar anwachsen könnten.

Bei der ersten Dividendenzahlung werden laut Connors am 7. März für jede Aktie nach dem für Ende Januar geplanten Split acht Cent ausgeschüttet, was sich auf rund 870 Millionen Dollar summiert. Firmengründer Bill Gates besitzt übrigens rund 621 Millionen Microsoft-Aktien. Er erhält somit eine Dividende von etwa 100 Millionen Dollar. CEO Steve Balmer streicht mit seinen 235 Millionen Anteilen immerhin noch knapp 38 Millionen Dollar ein. Zum Vergleich: Der Durchschnittsverdienst eines deutschen Angestellten beträgt laut der Statistischen Bundesanstalt für Arbeit im Jahr rund 25000 Euro. Grob gerechnet hätte ein Durchschnittsverdiener hierzulande also etwa vor 1500 Jahren mit dem Vermögensaufbau beginnen müssen, um sich Balmers Dividende zu verdienen - also rund 300 Jahre, bevor sich Karl der Große an Weihnachten 800 über seine Kaiserkrönung freuen durfte. (jm)