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20.07.2001 - 

Redmond kooperiert mit Sony und Vivendi Universal

Microsoft will bei Musikservices mitmischen

MÜNCHEN (CW) - Microsoft will mit Pressplay, einem Joint Venture von Sony Music und Vivendi Universal, bei der Entwicklung von Online-Musikservices zusammenarbeiten. Die Musikmogule planen, ihre Songs im Internet mit Hilfe von Microsoft-Technik feilzubieten. Im Gegenzug sollen die Redmonder die Pressplay-Titel auch über die MSN-Seite anbieten dürfen.

Pressplay wird sein Musikangebot laut den jüngsten Vereinbarungen im Windows-Media-Audio- (WMA-) Format via Internet anbieten. Die Urheberrechte der einzelnen Titel sollen mit Hilfe des Digital Rights Management (DRM) von Microsoft geschützt werden. Pressplay verfügt mit Sony und Vivendi Universal im Rücken über einen Anteil von etwa 40 Prozent der von den Branchengrößen weltweit vertretenen Musikrechte.

Über den gebührenpflichtigen Musikdienst Pressplay können Anwender Song-Kataloge einsehen und einzelne Titel aus dem Netz herunterladen. Der Dienst soll im dritten Quartal dieses Jahres an den Start gehen. Daneben plant Microsoft, auch den Nutzern von MSN das Musikangebot von Pressplay zugänglich zu machen. Gerüchte über eine Allianz zwischen Microsoft, Sony und Vivendi Universal gab es bereits seit Anfang Juni dieses Jahres. Über die finanziellen Einzelheiten des Deals vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Insider rechnen mit einer Monatsgebühr zwischen zehn und 15 Dollar für das Pressplay-Angebot.

Mit dem Bündnis zwischen Microsoft, Sony und Vivendi Universal scheint sich ein Zweikampf im Internet-basierten Musikgeschäft abzuzeichnen. Auf der anderen Seite steht eine Allianz aus Real Networks, AOL Time Warner, der EMI Group sowie Bertelsmann. Diese Gruppe favorisiert MP3 als Musikdateiformat und "Real Audio" von Real Networks als Abspielplattform für die Musiktitel. Experten befürchten, dass beide Seiten zueinander inkompatible Musikformate etablieren werden. So ist nicht ausgeschlossen, dass von Sony und Vivendi angebotene Musiktitel künftig nur über den Windows Media Player von Microsoft abgespielt werden können. Während sich die Allianzen der großen Musikmogule im Internet formieren, scheint für Napster die letzte Stunde geschlagen zu haben. Seit Anfang Juli ist die einst so erfolgreiche Musiktauschbörse nicht mehr am Netz. Offiziell begründen die Verantwortlichen diesen Schritt mit Datenbankschwierigkeiten. Insider vermuten jedoch, dass es Probleme mit den Filtern gibt. Diese Ansicht vertritt auch die US-Richterin Marilyn Patel, die bereits im März dieses Jahres angeordnet hatte, Napster müsse alle geschützten Titel aus seinem Angebot entfernen. Die Tauschbörse dürfe nur dann wieder ans Netz gehen, wenn sie hundertprozentigen Copyright-Schutz garantieren könne.

Laut den Napster-Verantwortlichen ist die aktuelle Filtersoftware in der Lage, 99 Prozent der geschützten Titel zu erkennen und aus dem Verkehr zu ziehen. Man werde die Entscheidung der Richterin jedoch respektieren, erklärte Napster-Chef Hank Barry. Ende September soll die Tauschbörse wieder aktiv sein.