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23.07.1999 - 

Rechtsstreit mit Bristol Technologies gewonnen

Microsoft will besser am Börsenboom verdienen

MÜNCHEN (CW) - Die Ankündigung einer eigenen Internet-Aktie von Microsoft und ein juristischer Sieg auf einem Nebenschauplatz des Monopolprozesses haben den Aktienwert des Windows-Anbieters auf über 507 Milliarden Dollar anschwellen lassen.

Keine Firma ist an der Börse höher bewertet als Microsoft. Dennoch schielt Microsoft auf die hohen Wachstumsraten bei der Bewertung von Internet-Newcomern und hat nun beschlossen, selbst einer von ihnen zu werden. Bereits diese Ankündigung hat den Kurs des Unternehmens um 5,36 Prozent auf 99,46 Dollar steigen lassen - ein Signal, daß die Einführung einer solchen Aktie durchaus willkommen ist. Neulinge aus der Internet-Szene erzielen häufig unabhängig von Umsatz oder Gewinn astronomische Bewertungen. Der mögliche Microsoft-Ableger wird schon jetzt von Börsenanalysten auf etwa 50 Milliarden Dollar taxiert.

Microsoft selbst begründet den Schritt damit, daß seine Internet-Aktivitäten noch nicht ausreichend gewürdigt würden. Tatsächlich wurden sie eher mit kritischen Augen gesehen, nachdem die Gates-Company lange erfolglos auf eine proprietäre Variante ihres Online-Diensts gesetzt hatte. Auch der Verkauf des einst für alle großen Städte der Welt konzipierten Stadtführers "Sidewalk" an den in diesem Feld tätigen Mitbewerber City Search beruht nicht gerade auf einer Erfolgsgeschichte. Es ist nicht bekannt, wieviel Verlust Microsoft mit Sidewalk gemacht hat, City Search meldete im abgelaufenen Quartal (31. März) bei einem Umsatz von 16 Millionen Dollar einen Nettoverlust von 17,7 Millionen Dollar. Die Firma befindet sich nach drei Börsenquartalen allerdings noch in der Investitionsphase.

Neben den Internet-Plänen hat auch ein juristischer Sieg gegen den früheren Geschäftspartner Bristol Technologies geholfen, den Aktienwert von Microsoft über die 500-Milliarden-Dollar-Hürde zu hieven. Bristol Technologies hatte in dem Verfahren versucht, die gescheiterten Verhandlungen zu einem Monopol-Delikt hochzustilisieren. Microsoft hatte dem Unternehmen die Offenlegung von Schnittstellen verweigert, weil Bristol nicht bereit war, einen höheren Preis dafür zu zahlen. Die US-Presse maß dem Fall Bedeutung für den Monopol-Prozeß zu, weil es auch darum ging, ob Microsoft als Monopolist mit kleinen, von der Windows-Technik abhängigen Unternehmen anders umgehen müsse als mit gleichwertigen Partnern. Die Frage hat sich jedoch erledigt, weil ein mit Bristol vergleichbares Konkurrenzunternehmen den Microsoft-Preis bezahlt und als fair bezeichnet hat. Dennoch hat der Richter das Verhalten von Microsoft als rüde kritisiert und eine symbolische Geldbuße von einem Dollar verhängt.

Im Rechtsstreit mit Caldera war der Richter weniger gnädig. Microsofts Antrag auf Klageabweisung wurde abgewiesen, so daß voraussichtlich im Januar 2000 darüber verhandelt wird, ob die Gates-Company vor Jahren das Betriebssystem DR-DOS mit unfairen Mitteln vom Markt gedrängt hat.