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13.12.2005

Microsoft will CRM Großfirmen verkaufen

Die Integration von "Outlook" soll Türen öffnen. Ein deutsches Release ist ab 2006 verfügbar.

Die Version 3.0 von Microsofts "Dynamics CRM" wurde für mittelständische Unternehmen konzipiert. Gleichwohl verzeichnet Brad Wilson, General Manager CRM bei Microsoft, Nachfrage aus großen Firmen, die bislang von SAP, Siebel und Oracle bedient wurden. Diese Kunden hätten zwar nicht vor, ihre bestehende CRM-Installation mit Dynamics CRM abzulösen, würden aber dieses Produkt in neuen Projekten wählen, erklärte Wilson gegenüber der computerwoche: "Große Unternehmen, die einen neuen Geschäftsbereich ausstatten oder andere Kundenschichten ansprechen wollen, kaufen unsere CRM-Lösung."

Preise für Microsoft CRM 3.0

• Die je nach Lizenzmodell variierende Preisempfehlung für die "Professional Edition" liegt bei 622 und 880 Dollar pro Nutzer (Angaben jeweils ohne Mehrwertsteuer). Eine Server-Lizenz kostet zwischen 1244 und 1761 Dollar.

• Bei der "Small Business Edition" sind pro Nutzer zwischen 440 und 499 Dollar zu zahlen. Der Server kommt auf 528 bis 599 Dollar.

• Im Preis ist jeweils ein Jahr "Software Assurance" enthalten.

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www.computerwoche.de/go/

*569011: CRM-Trends;

*568512: CRM Expo;

*567002: Vergleich E-Mail-Marketing-Lösungen.

Das Gros der CRM-Kunden werde aber mittelständisch geprägt sein. Dynamics CRM verfange bei den Anwendern vor allem durch seine nahtlose Office-Kopplung. Die CRM-Lösung von Microsoft stelle sich wie "Outlook mit Zusatzfunktionen" dar, und damit lasse sich die Nutzerakzeptanz leichter gewinnen, als dies mit den Interfaces der Konkurrenten möglich sei. Allerdings entwickelt Microsoft sowohl mit Siebel als auch mit SAP ("Mendocino") Integrationslösungen, um Office mit Business-Software zu koppeln, so dass dieser Vorsprung nur von kurzer Dauer sein dürfte.

Derzeit kommt der Konzern eigenen Angaben zufolge auf 5500 CRM-Kundenfirmen, wobei insgesamt 150 000 Anwender mit dem Programm arbeiten. Innerhalb der nächsten 18 Monate möchte Microsoft diese Kundenzahl mindestens verdoppeln. Wachstum lasse sich vor allem in Asien und Südafrika erzielen, aber auch in Europa.

Miete oder Lizenzkauf

Kunden sollen die Software nicht nur kaufen (in der Branche "On Premise" genannt), sondern auch mieten können ("On Demand"). "Mir ist es egal, ob Firmen unsere Software kaufen oder mieten", so Wilson. Technisch handele es sich um das gleiche Produkt. "Firmen können über das Wochenende vom Hosting auf On Premise umsteigen, ohne dass die Anwender dies merken." Hosting-Partner zahlen an Microsoft knapp 25 Dollar pro Nutzer und Monat. Den Endkundenpreis legen die Partner selbst fest, da hier noch weitere Leistungen wie die Server-Infrastruktur hinzukommen.

Zu seinen Hauptaufgaben zählt Wilson, geeignete Partner zu finden, die das Produkt bei Kunden installieren. Bisher gibt es 1500 davon. Die deutschsprachige Fassung von Microsoft CRM 3.0 ist ab Anfang 2006 verfügbar. Der Hersteller arbeitet schon emsig am nächsten Major Release (Codename: "Titan"). Es soll vor allem mandantenfähig sein, so dass jeder Hosting-Anwender seine eigene Instanz der Lösung erhält. Ferner sieht der Fahrplan eine enge Kopplung an "Office 12" vor. Gleichwohl soll das Produkt abwärtskompatibel zu älteren Office- und SQL-Server-Releases sein.

Dass es auch eine Version von Office mit zusätzlichen CRM-Features geben wird - Wilson spricht von "Office für Vertriebsleute" - will der Konzern zumindest nicht ausschließen. Der Manager kann sich ferner Services auf dem "Live"-Portal vorstellen, die ein CRM-System ergänzen, etwa für die Computer-Telefonie-Integration (CTI). Auf dem unlängst vorgestellten Live.com will der Hersteller Softwarekunden zusätzliche Funktionen in Form von gebührenpflichtigen oder werbefinanzierten Diensten anbieten.

ERP-Kopplung

Im nächsten Jahr soll es Integrationskomponenten geben, die Kunden eine Ankopplung bestehender CRM-, ERP- und CTI-Lösungen an die Microsoft-Software gestatten. Allerdings ist hier noch nicht ausgemacht, ob der Konzern oder seine Partner solche Konnektoren zur Verfügung stellen werden. Hauptsächlich wünschen Anwender eine Integration in Nicht-Microsoft-Produkte. Nur in 20 Prozent der Fälle sind andere Business-Lösungen von Microsoft ("Navision", "Axapta") anzubinden.

Die in Navision und Axapta eingebetteten CRM-Funktionen soll es auch weiterhin geben. Längerfristig plant Microsoft, diese Module mit dem eigenständigen CRM-Produkt zu harmonisieren. Einen Zeitplan gibt es noch nicht.