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17.12.1999 - 

Gründung eines Joint-ventures beschlossen

Microsoft will mit Ericssons Hilfe in den Mobilfunkmarkt

FRAMINGHAM (IDG) - Microsoft kooperiert mit Ericsson: Das Softwarehaus und der Handy-Spezialist wollen gemeinsam ein Unternehmen gründen, das auf Lösungen der beiden Hersteller basierende Mobilfunkprodukte entwickeln soll.

Microsoft nimmt erneut Kurs auf den Mobilfunkmarkt. Nachdem die im vergangenen Jahr bekanntgegebene Allianz mit dem amerikanischen Anbieter Qualcomm bislang keine Ergebnisse brachte, versucht es der Softwareriese nun über eine Kooperation mit dem schwedischen Mobilfunkspezialisten Ericsson. Ein Joint-venture der beiden Hersteller soll Lösungen entwickeln, die die elektronische Kommunikation über Handies oder andere elektronische Kleingeräte verbessern sollen.

Microsoft steuert Mobile Explorer bei

Unter anderem sieht die Kooperation vor, daß Ericsson seine Wireless-Application-Protocol- (WAP-)Software beisteuert. Microsoft hingegen leistet zunächst mit seinem kurz vor Bekanntgabe der Allianz vorgestellten Browser "Mobile Explorer" einen Beitrag zu dem gemeinsamen Projekt. Diese Software ist speziell für den Einsatz in Geräten wie Handies konzipiert und soll angeblich auch auf dem Symbian-Betriebssystem "Epoc" lauffähig sein. Die neu zu gründende Company wird ihren Sitz in Stockholm haben. Dort sollen auf Basis von Microsofts NT-Server und der Kommunikationsplattform "Exchange" neue E-Mail-Lösungen sowie Möglichkeiten des Internet-Zugriffs über Kleingeräte entwickelt werden.

Über die Summe, die Microsoft und Ericsson in die Kooperation investieren, wurde nichts mitgeteilt. Die Partner erklärten jedoch, das Joint-venture solle zum größeren Teil von Ericsson kontrolliert werden. Informationen des "Wall Street Journal" zufolge werden zu Beginn etwa 100 Ingenieure für das gemeinsame Ziel arbeiten, wobei Ericsson mehr Personal beisteuern soll als die Gates-Company.

Beobachter der Szene befürchteten zunächst, die Kooperation bedeute für Ericsson den Rückzug aus Symbian, einem Zusammenschluß verschiedener Hersteller zur Unterstützung des Epoc-Betriebssystems. Dem trat Ericsson jedoch entgegen: "Die enge Zusammenarbeit mit Microsoft beeinflußt unser Engagement in puncto Symbian oder Epoc in keiner Weise", kommentierte Jan Ahrenbring, Vice-President Marketing und Communications bei Ericsson.

Erste Produkte, etwa Wireless-E-Mail-Lösungen, sollen nach Angaben von Microsoft-President Steve Ballmer bereits Ende 2000 verfügbar sein. Ericsson hat unterdessen erklärt, Handies mit Microsofts Microbrowser seien nicht vor Anfang 2001 zu erwarten. Im kommenden Jahr werde es zwar auch schon gemeinsame Entwicklungen geben, diese beschränkten sich aber auf den Infrastrukturbereich.

Microsoft scheint noch andere Pläne in Richtung Mobilfunk zu haben. Thomas Koll, Vice-President für Network Solutions, schloß im Gespräch mit Pressevertretern weitere Kooperationen nicht aus. Man bemühe sich auch um Zusammenarbeit mit Nokia und Motorola.

Ein Analyst der Yankee Group zeigte sich nicht überrascht von der Microsoft-Ericsson-Allianz. Dies sei eine Reaktion auf die Mitteilung von Nokia, mit Palm Computing zusammenarbeiten zu wollen. Außerdem versuche Ericsson, sich über Epoc hinaus Möglichkeiten für künftige Entwicklungen offenhalten.