Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

22.10.1999 - 

Remote Procedure Calls über XML

Microsoft will mit Soap Objektstandards verbinden

MÜNCHEN (as) - Mit dem Simple Object Access Protocol (Soap) möchte Microsoft einen einheitlichen Kommunikationsstandard zwischen verteilten Objekten etablieren. Die Methodenaufrufe erfolgen dabei in Form von XML-Syntax, die über das Hypertext Transfer Protocol (HTTP) verschickt wird. Ziel von Soap ist es nicht zuletzt, dem eigenen, proprietären Component Object Model (COM) eine weitere Brücke zu Corba- und Java-Komponenten zu bauen.

Bisher nutzen die Objektarchitekturen Common Object Request Broker Architecture (Corba) mit GIOP beziehungsweise IIOP sowie Java-RMI (Remote Methode Invocation) eigene, native Protokolle für die Kommunikation zwischen Clients und Objekten. Ihre Schöpfer, die Object Management Group einerseits sowie Sun Microsystems und seine Alliierten andererseits, arbeiten aber seit einiger Zeit an einer besseren Interoperabilität mit Hilfe der RMI-IIOP-Schnittstelle sowie Java-Erweiterungen des Corba-Standards 3.0. Microsoft ist hingegen mit seinem proprietären COM-Ansatz bisher nur über eine COM-Corba-Bridge angeschlossen.

Architektur auf kleinstem gemeinsamen Nenner

Dies könnte sich mit Soap künftig ändern, denn die Programmier-Schnittstelle verspricht, Methodenaufrufe (Remote Procedure Calls = RPCs) zwischen Objekten gleich welcher Abstammung zu ermöglichen. Dabei definiert das API die Nachrichtenformate mit Hilfe der Extensible Markup Language (XML) und nutzt für die Übertragung die Web-Infrastruktur, die unter anderem aus den HTTP- und Firewall-Spezifikationen besteht. Damit könnte sich mit Soap nach Ansicht von Analysten zumindest auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners erstmals eine übergreifende Kommunikationsarchitektur aufbauen lassen. Nativ wird Soap jedoch nur von COM sowie Distributed-COM-(DCOM-)Objekten angesprochen.

Microsoft steht mit diesem Ansatz nicht allein. Schon vor der Bekanntgabe hatten Firmen wie Datachannel aus Bellevue, Washington, Userland Software aus dem kalifornischen Palo Alto oder Webmethods aus Fairfax, Virginia, erste XML-RPC-Produkte vorgestellt. Userland ist allerdings zusammen mit dem kalifornischen Anbieter Developmentor auch direkt an der Entwicklung von Soap beteiligt. Was Microsofts Ankündigung nun auszeichnet, ist einmal die schiere Marktmacht des Unternehmens, die Soap zum Erfolg verhelfen könnte. So hat der Software-Entwickler Rogue Wave bereits mitgeteilt, das API in seinem neuen Object Request Broker (ORB) "Nouveau" nutzen zu wollen.

Andere Hersteller wie IBM, Inprise oder Iona wollen XML ebenfalls in ihren ORBs unterstützen. Doch zugleich warten viele in der Branche darauf, daß die OMG eine entsprechende Spezifikation verabschiedet, die eine XML-Interoperabilität sicherstellt. Die OMG ihrerseits beargwöhnt das Treiben Microsofts. Sie vermutet hinter dem Technologie-Framework "Biztalk.org" den Versuch der Redmonder, die eigene Distributed Internet Architecture (DNA) samt Windows 2000 zu stärken und XML mit proprietären Erweiterungen zu versehen. Die OMG will daher enger mit der Organization for the Advancement of Structured Information Standards (Oasis) bei der Entwicklung eines XML-Standards für Corba zusammenarbeiten. Oasis hat zudem mit der Website "XML.org" ein eigenes Sammelbecken für die Entwicklung von XML-Spezifikationen und -Schemen ins Leben gerufen.