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25.04.2003 - 

Erneut verhaltener Ausblick

Microsoft zeigt sich im dritten Quartal stabil

MÜNCHEN (CW) - Bei Microsoft nichts Neues, könnte man die jüngste Quartalsbilanz des Softwareriesen ironisch zusammenfassen. Die Redmonder legten einmal mehr solide Zahlen vor - und warnten vor den anhaltend schwierigen Marktbedingungen.

Microsoft kann auch für das Ende März abgelaufene dritte Quartal 2003 beeindruckende Zahlen ausweisen: Der Umsatz erhöhte sich im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um acht Prozent von 7,25 auf 7,84 Milliarden Dollar, der Nettogewinn kletterte um zwei Prozent von 2,74 auf 2,79 Milliarden Dollar. Fast schon traditionsgemäß fiel der Ausblick für das vierte Quartal und das gesamte Geschäftsjahr gedämpft aus. Es gebe keinerlei Anzeichen für eine anziehende PC-Nachfrage, erklärte Chief Financial Officer (CFO) John Connors. Die Flaute werde "bis auf weiteres anhalten". Das Unternehmen rechnet nun seinen eigenen "konservativen" Schätzungen zufolge für das vierte Quartal mit einem Umsatz zwischen 7,8 und 7,9 Milliarden Dollar sowie einem operativen Gewinn von 3,1 bis 3,2 Milliarden Dollar. Im gesamten Geschäftsjahr 2003, das am 30. Juni endet, sollen ein Umsatz zwischen 33,1 und 33,8 Milliarden Dollar sowie ein Betriebsergebnis vor Steuern von zirka 15 Milliarden Dollar in den Büchern stehen.

An der übermächtigen Marktposition der Redmonder dürfte somit nicht zu rütteln sein. Allerdings ist nicht mehr alles Gold, was glänzt. So konnten zwar auch im dritten Quartal sechs der sieben Konzernbereiche ihren Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode steigern, aber das Wachstum hat sich abgeschwächt. Connors stellte als Highlight des abgelaufenen Quartals die starken Umsatzzahlen von Windows XP heraus, insgesamt erzielte Microsoft im Client-Segment einen Zuwachs um rund zehn Prozent auf 2,54 Milliarden Dollar. Auch die zweite Cashcow der Gates-Company, die Information Worker Group, innerhalb derer die Office-Programme entwickelt und vermarktet werden, konnte im Jahresvergleich um neun Prozent auf ein Umsatzvolumen von 2,33 Milliarden Dollar zulegen. Als besondere Wachstumslokomotive erwies sich der Bereich Server-Software, wo die Einnahmen um 21 Prozent auf 1,83 Milliarden Dollar gesteigert werden konnten. Auch die Sparte Business Solutions zeigte deutliche Fortschritte: Dank der Übernahme des ERP-Spezialisten Navision kletterten hier die Erlöse um 96 Prozent auf 147 Millionen Dollar.

Sorgen bereitet derzeit nur der Konzernbereich Home & Entertainment, also vor allem das Geschäft mit der Spielekonsole "X-Box". Hier verbuchte die Gates-Company einen Umsatzrückgang um 42 Prozent auf 453 Millionen Dollar.

Bei der Interpretation der jüngsten Microsoft-Zahlen muss zudem berücksichtigt werden, dass ein nicht unerheblicher Teil der Umsatzzuwächse aus dem umstrittenen Lizenzmodell "Licensing 6" resultiert, bei dem die Kunden gezwungen sind, per Jahresgebühr neue Versionen der einschlägigen Programme zu abonnieren und damit zum Teil erhebliche Vorauszahlungen zu leisten. Hier schiebt Microsoft ein hohes Polster von Unearned Revenues vor sich her - Einnahmen also, die der Vertrieb schon lange akquiriert hat, die aber nur sukzessive verbucht werden können. (gh/mb)