Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

21.07.2000 - 

Unerwarteter Umschwung zum Softwareservice

Microsofts ASP-Modell wirft viele Fragen auf

MÜNCHEN (CW) - Überraschend hat Microsoft angekündigt, schon in diesem Sommer seine großen Softwarepakete auch auf Mietbasis anzubieten. Derzeit ist jedoch noch völlig offen, wie das Geschäftsmodell im Detail funktionieren soll.

Dass gerade Microsoft beim Trendthema "Software als Service" in die Offensive geht, hat für Verwunderung gesorgt. Das mag auch an den teils widersprüchlichen Definitionen von Application-Service-Providing (ASP) liegen. Im Zuge des anhaltenden Hypes wird ASP oft mit einem rein Server-basierten Konzept in Verbindung gebracht, das die Bereitstellung von Anwendungen über das Web für schlanke Clients impliziert.

Ob Microsoft ebenfalls so vorgehen wird und welche Lizenzmodelle im Raum stehen, wurde noch nicht bekannt. Das Unternehmen kündigte lediglich an, dass Office, Windows 2000, SQL Server 2000 sowie Exchange Server 2000 nun von ASPs zur Weitervermarktung gemietet werden können.

Thomas Baumgärtner, Sprecher der deutschen Microsoft-Filiale in Unterschleißheim, äußert sich denn auch wenig konkret: "Es handelt sich hier um ein heikles Thema. Wir müssen uns beispielsweise gut überlegen, wie wir die bestehenden Vertriebskanäle einbinden können." Seiner Aussage nach wird es regional unterschiedliche Lösungen geben.

Wegen der kurzen Frist bis zur angekündigten Einführung ist es wahrscheinlich, dass sich das Mietmodell zunächst nur unwesentlich vom Lizenzverfahren differenziert. Im Unterschied zu bereits existierenden ASP-Angeboten, die beispielsweise über Terminal-Server Thin Clients bedienen, wird es sich hier wohl um die klassische Distribution auf fette Clients handeln.

Die Anwendungen dürften wie gehabt auf der Festplatte residieren. Unwahrscheinlich ist ein reines Download-Modell, da es sich hierbei um Anwendungen handelt, die als CD-Versionen Hunderte Megabyte auf einer Festplatte belegen. Plausibel wäre ein Update-Service, wie es ihn bereits für Windows gibt. Im Hintergrund könnte sich die gemietete Anwendung beim ASP-Host beispielsweise regelmäßig über das Netz nach Updates und Programmerweiterungen erkundigen. Für den Hersteller hätte das den Vorteil, den Kunden - ähnlich wie bei Antivirensoftware - an den Futtertrog zu binden.

Ob Microsoft auch ein Mietmodell auf Basis des Windows 2000 Terminal Servers anbieten wird, darf derzeit bezweifelt werden. Hierfür käme aus der genannten Palette nur das Office-Paket in Frage. Außerdem setzen Terminallösungen eine ausreichende Netzwerkinfrastruktur voraus.

Abrechnen sollen die Servicepartner pro User oder pro Prozessor. Gleichzeitig hat Microsoft ein ASP-Zertifizierungsprogramm initiiert, das Anwendern die Suche nach einem Dienstleister erleichtern und ASPs bei der Entwicklung von Services unterstützen soll. Aber auch an die für Microsoft so wichtigen Vertragspartner hat das Unternehmen gedacht. Die monatlich zu entrichtenden Abogebühren der ASPs werden über "Certified Solution Providers" eingetrieben. Zudem ist ein Programm angekündigt, das Händlern den Wiederverkauf von ASP-Diensten erlaubt.

Viele ASPs begrüßten Microsofts Strategiewandel. Einer der Vorteile sei an diesem Modell, dass die entstehenden Kosten einfach zu überschauen seien. ASPs müssen an Microsoft erst dann zahlen, wenn der Kunde seine Gebühren überwiesen hat. Außerdem rechnen die Provider mit einem Sogeffekt zugunsten des ASP-Markets.