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04.08.2000 - 

US-Staaten forderten Nachbesserung

Microsofts Cookie-Management erschreckt die Werbewirtschaft

MÜNCHEN (CW) - Die Ankündigung von Microsoft, seine neue Browser-Version "Internet Explorer 5.5" um Kontrollfunktionen für Cookie-Dateien zu erweitern, hat zu aufgeregten Reaktionen in der amerikanischen Werbewirtschaft geführt. Cookies werden dort eingesetzt, um das Surfverhalten von Anwendern zu ermitteln.

Der große Vorteil von Werbung im Internet gegenüber Anzeigenkampagnen in Massenmedien wie Tageszeitungen oder Fernsehen besteht darin, dass die Nutzer einzeln nach ihren Interessen angesprochen werden können. Um diese Neigungen herauszufinden, verwenden die Online-Werber vor allem Cookies, die aufzeichnen, was sich die Surfer im Netz anschauen. Unternehmen, die große Mengen solcher Informationen auswerten, sind in der Lage, Kundenprofile zu erstellen und sie Endgeräten zuzuweisen.

Für Aufregung sorgt nun, dass Microsoft Funktionen einbauen will, die es nun auch Computerlaien ermöglicht, unerwünschte Cookies abzuwehren oder sie über einen speziellen Button unterschiedslos mit einem Mausklick zu löschen. Würde diese Funktion in großem Umfang genutzt, entfiele der Vorteil, den die Online-Werber gegenüber den Agenturen für andere Medien haben. Von dieser Entwicklung ist aber nicht nur die Werbewirtschaft bedroht, sondern viele Internet-Dienste wie Informationsportale, die sich in der überwiegenden Mehrzahl zumindest teilweise über Werbeeinnahmen finanzieren.

Auf der anderen Seite jubeln Datenschützer, dass nun das Ende der Überwachung des Netzes durch die Werbung bevorstehe. Tatsächlich sorgte schon die Speicherung dieser für die Industrie wertvollen, für die Surfer aber eher lästigen Cookies auf deren Rechnern immer wieder für Kritik. Als bedenklich gilt Datenschützern zudem die übliche Praxis von Online-Werbern wie Doubleclick und Real Media, mit den von ihnen gesammelten und zu Kundenprofilen aufbereiteten Informationen zu handeln. Endgültig ins Kreuzfeuer von US-Regierung, Usern und selbst Geschäftspartnern geriet die Technik durch die Pläne von Doubleclick, die Namen und Adressen der Personen herauszufinden, die hinter den auf Netzadressen basierenden Profilen stecken.

Veranlasst wurde Microsoft zur Nachbesserung des Internet Explorer eigenen Angaben zufolge durch datenschutzrechtliche Bedenken von Anwendern sowie von zehn Bundesstaaten, deren Generalstaatsanwälte eine bessere Kontrolle der Cookies forderten.