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26.07.2005

Microsofts Geldmaschine läuft weiter

Der weltgrößte Softwarekonzern hat ein Rekordjahr hingelegt. Analysten bezweifeln indes, ob die Steigerungsraten langfristig zu halten sind.

Trotz beeindruckender Zahlen für sein viertes Geschäftsquartal steht Microsoft unter Druck. Viele Finanzanalysten befürchten, dass es dem Softwaregiganten nicht gelingen wird, das Wachstumstempo der vergangenen Jahre zu halten. Als erste Indizien für abflauende Steigerungsraten werten die Marktbeobachter den eher konservativen Ausblick auf das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2006. Von Juli bis September erwartet die Gates-Company Einnahmen in Höhe von 9,7 bis 9,8 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 9,9 Milliarden Dollar gerechnet.

Bilanznotizen

Deutlich gedrückt hat der Konzern seine operativen Ausgaben von 27,8 Milliarden Dollar im zurückliegenden Geschäftsjahr auf aktuell 25,2 Milliarden Dollar. Während sich die Marketing-Aufwendungen von 8,3 auf 8,7 Milliarden Dollar erhöhten, verringerten sich die Verwaltungskosten von knapp fünf auf 4,2 Milliarden Dollar. Mit einem geringeren Budget musste auch der Entwicklungsbereich auskommen. Für Research and Development werden in der aktuellen Bilanz 6,2 Milliarden Dollar verbucht nach 7,8 Milliarden Dollar im Fiskaljahr zuvor.

Nach mageren 16 Cent im Geschäftsjahr 2004 hat Microsoft in den vergangenen Monaten 3,32 Dollar je Aktie an Dividenden ausgeschüttet. Obwohl der Konzern damit rund 44 Milliarden Dollar an seine Anteilseigner verteilt hat, sitzt das Management nach wie vor auf einem Bargeldbestand von 37,8 Milliarden Dollar, der weitere Begehrlichkeiten der Aktionäre wecken dürfte.

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www.computerwoche.de/go/

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*78401: Status im EU-Kartellprozess;

*78154: Microsofts Ambitionen im Servicegeschäft;

*76803: Windows-2000- Kunden sind treu.

Hier lesen Sie …

• wie die Sparte Server and Tools Microsoft erneut ein prächtiges Ergebnis bescherte;

• warum neue Produkte nun die größten Hoffnungsträger sind;

• warum Analysten fürchten, dass die Geldmaschine ins Stottern kommt.

Dabei geben die aktuellen Microsoft-Zahlen auf den ersten Blick keinen Anlass zur Sorge. Im Ende Juni abgelaufenen vierten Quartal verdiente der Softwarehersteller aus dem Nordwesten der USA knapp 10,2 Milliarden Dollar, neun Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn in Höhe von 3,7 Milliarden Dollar, eine Milliarde mehr als im vierten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres.

Für das gesamte Fiskaljahr verbuchte Microsoft Rekordeinnahmen in Höhe von 39,8 Milliarden Dollar. Das bedeutet ein Plus von acht Prozent gegenüber den 36,8 Milliarden Dollar im vorangegangenen Geschäftsjahr. Der Gewinn belief sich auf fast 12,3 Milliarden Dollar, 50 Prozent mehr als im Fiskaljahr 2004. "Wir haben ein Rekordjahr abgeschlossen", stellte der neue Chief Financial Officer (CFO) Chris Liddell zufrieden fest.

Gestützt wurden die hervorragenden Zahlen in erster Linie durch die Sparte "Server and Tools". Hier erwirtschaftete Microsoft im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von fast 9,9 Milliarden Dollar, beinahe 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Der operative Gewinn der Sparte wurde von 1,42 auf 3,26 Milliarden mehr als verdoppelt. Die Verantwortlichen führen das Wachstum auf die steigenden Server-Absatzzahlen zurück.

Dagegen konnten die Segmente "Client" und "Information Worker" in geringerem Maße von der gegenwärtigen Stärke im PC-Markt profitieren. Mit seinen Windows-Betriebssystemen (Client) nahm Microsoft im abgelaufenen Geschäftsjahr 12,2 Milliarden Dollar ein, sechs Prozent mehr als vor Jahresfrist. Unter dem Strich blieb ein Betriebsergebnis von 9,4 Milliarden Dollar. Das bedeutet im Jahresvergleich ein Plus von neun Prozent. Etwas magerer fielen die Zuwachsraten im Bereich Information Worker aus. Mit seinen Office-Produkten setzte der Konzern im Fiskaljahr 2005 etwa elf Milliarden Dollar um, drei Prozent mehr als 2004. Der operative Gewinn wuchs um sieben Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar - Tendenz leicht fallend. Im vierten Quartal trug die Sparte knapp zwei Milliarden Dollar zum operativen Gewinn bei, ein Prozent weniger als im Vorjahresquartal.

MBS schreibt weiter rote Zahlen

Nicht aus den roten Zahlen kommt der Bereich "Microsoft Business Solutions" (MBS). Am Ende der Jahresbilanz stand ein operativer Verlust von 201 Millionen Dollar. Damit reduziert sich der Fehlbetrag immerhin um 114 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Die Umsätze im Geschäft mit Unternehmenslösungen stiegen im vergangenen Fiskaljahr um sechs Prozent auf 803 Millionen Dollar.

Dagegen scheinen die einstigen Sorgenkinder "MSN" und die "Home-and-Entertainment"-Sparte allmählich in die Gänge zu kommen. Zwar steigerte die Internet-Division ihren Jahresumsatz lediglich um drei Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb jedoch ein operativer Gewinn von 405 Millionen Dollar nach mageren 87 Millionen Dollar im vorangegangenen Geschäftsjahr. Der Unterhaltungsbereich schreibt zwar nach wie vor Verluste, doch hat sich das operative Minus von 1,2 Milliarden Dollar auf 391 Millionen Dollar deutlich verringert. Die Umsätze wuchsen um 13 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar.

Finanzchef Liddell zeigt sich für das bereits laufende Fiskaljahr 2006 optimistisch. Mit erwarteten Einnahmen zwischen 43,7 und 44,5 Milliarden hofft der Softwarekonzern, wieder ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich hinlegen zu können.

Neue Produkte in der Pipeline

Seine Zuversicht gründet der CFO in erster Linie auf die Produkt-Pipeline, die in den kommenden Monaten zahlreiche neue Versionen vorsieht. Noch in diesem Jahr werden eine neue Ausführung der Datenbank "SQL Server" sowie die künftige Spielekonsolen-Generation "Xbox 360" erwartet. 2006 will Microsoft dann mit "Vista" (Codename "Longhorn") ein neues Windows-Betriebssystem präsentieren sowie eine aktualisierte Office-Version herausbringen. Für seine Unternehmenskunden plant Microsoft Version 3.0 seiner Customer-Relationship-Management-Lösung (CRM).

Viel wird künftig davon abhängen, ob es den Verantwortlichen gelingt, die Kunden für die neuen Produkte zu begeistern. Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass viele Anwender erst einmal abwarten, bis die Kinderkrankheiten der ersten Releases beseitigt sind. Außerdem stellt sich gerade für Unternehmenskunden verstärkt die Frage, inwieweit sich die neuesten Versionen rechnen. So hatte erst kürzlich eine Umfrage ergeben, dass immer noch fast die Hälfte der Firmenanwender auf Windows 2000 setzen. Fred Burke, Fonds-Manager von Johnson Lemon Asset Management, zeigte sich zwar beeindruckt von den aktuellen Zahlen, berichtete aber im gleichen Atemzug von starken Zweifeln in der Investorenszene, ob Microsoft in der Lage sei, diese Geschäfts-Performance auch in Zukunft zu halten. (ba)