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04.10.1996 - 

Meta Group: Warten auf Produkte

Microsofts Konzept für Data-Warehousing

Microsoft fehlt es laut Meta Group vor allem an Funktionen zur Bewältigung der beim Data-Warehousing oft in gewaltigen Mengen anfallenden Daten. Abhilfe sollen hier ein Metadaten-Repository sowie eine ebenfalls geplante Schaltzentrale für die Datentransformation schaffen. Obwohl erst mit der für das zweite Halbjahr 1997 angekündigten SQL-Server-Version 7.0 ein für Data- Warehousing optimiertes Produkt fertig wird, ist zu erwarten, daß die Gates-Company mit Beta-Releases und Designstudien für Marketing-Präsenz sorgen wird (vgl. CW Nr. 39 vom 27. September 1996, Seite 20).

Die eigentlich kritische Phase für den Markteintritt erwarten die Meta-Group-Analysten erst für die Jahre 1998 und 1999. In diesem Zeitraum werde Microsoft intensiv nach Partnern und Werkzeugen fahnden, um Schnittstellen zu Datenquellen zu schaffen, die nicht aus eigenen Produkten stammen. Aufgrund seiner Desktop-Dominanz und der wachsenden Bedeutung von Windows NT im Server-Markt kann sich das Unternehmen dabei gute Chancen ausrechnen. Die Analysten rechnen damit, daß Microsoft bis zur Jahrtausendwende kleinere Firmen wie die Mitglieder des Metadata Council und Nischenanbieter wie Platinum überrunden kann.

Einen Unsicherheitsfaktor stellt das generelle Fehlen eines allgemein akzeptierten Konzepts für produktübergreifendes Data- Warehousing dar. Die Meta Group geht allerdings davon aus, daß umsatzstarke und einflußreiche Anbieter wie Oracle und IBM bis spätestens zur Jahrtausendwende ein entsprechendes Konzept etablieren werden. Schon aus Wettbewerbsgründen halten es die Analysten für wahrscheinlich, daß dabei die Common Object Request Broker Architecture (Corba) als Messaging-Grundlage verwendet wird. Microsoft pusche dagegen Objekttechniken auf Basis des eigenen Distributed Component Object Model (DCOM).

Hier zeigt sich auch das zentrale Problem von Microsoft: die Fixierung auf hauseigene Techniken. Data-Warehousing ist ein Verfahren, dessen Vorzüge mit der Anzahl heterogener Informationsquellen zunehmen. Die Gates-Company plant jedoch, den SQL Server ins Zentrum des Data-Warehouse-Konzeptes zu rücken. Auch das Repository soll nur auf Microsoft-Plattformen laufen, seine Dienste aber auch für Produkte von Drittanbietern verfügbar halten. Schon jetzt verfügt das Unternehmen mit Platinum, Praxis, Informatica und Executesoft über Partner, deren Tools den Zugriff auf fremde Datenbestände ermöglichen können.

Die Kommunikation mit dem Repository soll über extra programmierte Remote Procedure Calls (RPCs) beziehungsweise über Microsofts Objekt-Schnittstellen erfolgen.

Das Microsoft-Konzept

Mit folgenden Maßnahmen will sich Microsoft im Data-Wahouse-Markt etablieren:

-Anreicherungen der Datenbank "SQL Server" um Data-Warehouse- Verfahren.

-Erweiterung des SQL Server um einen "SQL Enterprise Manager", der als zentrale Schaltstelle für die Data-Warehouse-Prozesse dienen soll.

-Schaffung eines zentralen Repository. Nach den momentanen Plänen ist noch unklar, ob die Metadaten im SQL Server oder von der ebenfalls Microsoft gehörenden "Jet-Engine" verwaltet werden sollen.

-Definieren der Zugriffsmethoden durch einen Satz von Objekt- Schnittstellen.

-Abschließen von Partnerschaften, um auf heterogene Daten zugreifen zu können.