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27.09.2005

Microsofts Lizenzprogramm sorgt für neuen Ärger

27.09.2005
Käufer der Enterprise-Version von Microsofts künftigem Windows-Betriebssystem "Vista" müssen einen Software-Assurance-Vertrag (SA) abschließen.

Es ist so als ob man Microsoft Geld in den Rachen wirft und sagt: Nehmt unser Geld, ihr braucht uns nichts dafür zu geben", beschwert sich Robert Bagamery, IT-Manager des kanadischen Versorgungsunternehmens Manitoba Hydro. Der IT-Verantwortliche fühlt sich trotz der geplanten Neuerungen des Wartungsprogramms in seiner Entscheidung bestätigt, keinen SA-Vertrag mit Microsoft abgeschlossen zu haben. "Wir haben das nicht als sinnvolle Investition gesehen."

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www.computerwoche.de/go/

*65510: Änderungen des SA-Programms;

*62535: Upgrade Advantage;

*61077: Teure SA-Verträge;

*59918: Ärger über Microsofts SA-Programm.

SA soll attraktiver werden

"Wir tun alles, um die Software Assurance zu einem Qualitätsprogramm zu machen, auf das sich die Kunden in jeder Phase der Softwarewartung verlassen können", kommentierte dagegen Brent Callinicos, Vice President für die weltweite Lizenz- und Preispolitik bei Microsoft, die jüngsten Änderungen. Neben Planungs- und Serviceleistungen, mit denen Anwender ihre Upgrades von Microsoft-Produkten besser und einfacher organisieren könnten, sowie erweiterten Schulungsangeboten soll es künftig für Kunden mit unternehmenskritischen Microsoft-Plattformen einen Rund-um-die-Uhr-Support sowie schnellere Problemlösungen geben.

Die wichtigste Neuerung des SA-Programms betrifft das neue Windows-Betriebssystem Vista. Nur wer einen SA-Vertrag mit Microsoft unterzeichnet hat, soll in den Genuss der Enterprise-Version kommen, das im Herbst nächsten Jahres freigegeben wird. Mittlere und große Unternehmen könnten damit IT-Kosten senken und die Effizienz erhöhen, lockt der weltweit größte Softwarekonzern. Laut einer offiziellen Mitteilung des Konzerns wird Windows Vista Enterprise mehr Funktionen bieten, sensible Daten zu verschlüsseln. Außerdem gebe es mit der Enterprise-Variante mehr Möglichkeiten, mittels "Virtual PC Express" Legacy-Applikationen in einer Virtual Machine unter Windows ablaufen zu lassen. Zusätzliche Image-Funktionen sollen den Windows-Rollout bei umfangreicheren Installationen vereinfachen.

Microsoft macht Druck

Mit dieser Strategie erhöht Microsoft den Druck auf die Kunden, einen SA-Vertrag abzuschließen. Wenn ein Unternehmen auf die neueste Generation von Windows migrieren und nicht auf die Enterprise-Features verzichten möchte, gibt es keine Alternative zu SA, resümiert Michael Azoff, Analyst der Butler Group. "Das ist ein geschickter Schachzug von Microsoft."

Microsoft hatte sein SA-Programm im Jahr 2001 eingeführt, um die Abhängigkeit von den Upgrade-Zyklen seiner Kunden zu verringern und mit kontinuierlichen Einnahmen seine Bilanzen zu stützen. Der Konzern verlangt als jährliche Wartungsgebühr 25 Prozent des Lizenzpreises für seine Desktop-Applikationen und 29 Prozent bei Server-Produkten. Damit liegt der Konzern im Vergleich zu anderen Anbietern im teuren Spitzenfeld der Softwarebranche.

Viel Geld für nichts?

Microsofts Wartungspolitik hat in den vergangenen Jahren wiederholt für Aufruhr unter den Anwendern gesorgt. Vor allem die Verzögerungen neuer Versionen von Windows und Office sowie des SQL Servers haben Unmut hervorgerufen. Die Kunden monierten, sie würden Jahr für Jahr für teure Wartung bezahlen, bekämen dafür aber keine Gegenleistung. David Buzzell, CIO der US-amerikanischen Sedona Group, beschreibt seine Erfahrungen mit SA als völlig wertlos, da es im Laufe des dreijährigen Wartungszyklus kein nennenswertes Produkt-Update gegeben habe. Aus seiner Sicht wäre es im nach hinein schlauer gewesen, keinen SA-Vertrag zu unterschreiben, und neue Lizenzen dann zu kaufen, wenn diese benötigt würden.

"Wo ist Longhorn? Wo ist Office 12?", fragt ein erboster Microsoft-Kunde in einem Internet-Forum. Der Konzern habe seine Kunden mit den SA-Verträgen zum Narren gehalten. "Jetzt besitzen sie die Frechheit, uns zu sagen, wir müssten einen neuen Vertrag unterschreiben, um unsere Investitionen zu sichern. Das kann Microsoft vergessen." (ba)