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29.11.2005

Microsofts Office-Format erntet Kritik

Die Bemühungen, das Dateiformat für Open Office 12 als Standard durchzusetzen, finden in der Branche ein geteiltes Echo.
Konkurrenz für Microsoft: Das Büropaket Open Office nutzt das offene Open-Document-Format.
Konkurrenz für Microsoft: Das Büropaket Open Office nutzt das offene Open-Document-Format.

Es ist eine taktische Maßnahme von Microsoft, die seinen proprietären Dokumentenformaten einen Anschein von Offenheit geben soll", kommentierte Ovum-Analyst Gary Barnett. Er bezweifle, dass dabei ein wirklich offener Standard herauskommen werde.

Der Softwarekonzern hatte vergangene Woche ankündigt, die Spezifikationen für Office Open XML dem Standardisierungsgremium Ecma International vorzulegen. Auch eine Zertifizierung durch die International Organization for Standardization (ISO) strebt der Hersteller an. Office Open XML bildet die Grundlage für Microsofts Büropaket Office 12, das Ende nächsten Jahres auf den Markt kommen soll. Der neue Standard würde direkt mit dem "Open-Document"-Format konkurrieren, das vor allem Open-Source-Programme wie das Büropaket Open Office nutzen.

Ein neues Monopol?

Mark Taylor, Chef des Open-Source-Konsortiums, kritisierte den Vorstoß. Nach seiner Einschätzung will Microsoft auf diese Weise "sein Office-Monopol ins XML-Zeitalter ausdehnen". Andere Beobachter können dem Schritt auch Positives abgewinnen. Dass Microsoft durch die aktuellen Diskussionen zu mehr Offenheit gezwungen werde, sei ein gutes Zeichen, erklärte James Governor vom Marktforschungs- und Beratungshaus Redmonk.

Allerdings weigere sich der Softwaremulti, das in der Open-Source-Welt verbreitete Open-Document-Format zu unterstützen. Das Bekenntnis zu offenen Standards erscheine deshalb fragwürdig. Unklar sei zudem, ob sich ein von Ecma anerkannter Standard mit den Bestimmungen der General Public License (GPL) vereinbaren lasse. Die GPL ist die in der Open-Source-Welt am meisten verbreitete Lizenz.

Auch die Entwickler des quelloffenen Büropakets Open Office reagierten skeptisch. Die Ankündigung der Gates-Company, dem Marktdruck in Richtung offener Dateiformate nachzugeben, sei zwar zu begrüßen, heißt es in der Community. Zugleich aber fordert sie Microsoft auf, das bestehende und in der Praxis bewährte Open-Document-Format zu unterstützen.

Offene Standards gefragt

Der Bedarf an einem offenen Standardformat für Office-Dokumente sei "überwältigend", erklären die Open-Source-Anhänger. Anwender würden zunehmend erkennen, dass sie nicht in erster Linie in ein Programm investieren, sondern in ihr eigenes geistiges Eigentum in Form von Textdokumenten, Tabellen und Datenbanken.

Vorsprung für Open Document

Von dieser intellektuellen Investition könnten sie auf Dauer nur profitieren, wenn die Daten in einem herstellerunabhängigen offenen Dokumentenformat gespeichert würden. Weil Open Document bereits verfügbar ist, seien Hersteller und Entwickler nicht mehr gezwungen, den existierenden Industriestandard mit seinen Limitierungen zu nutzen.

Open Document wurde bereits von der Organization for the Advancement of Structured Information Standards (Oasis) abgesegnet. Zu deren Unterstützern gehört auch Microsoft. Oasis strebt zudem eine ISO-Zertifizierung für Open Document an. Damit könnten die Marktchancen von Open Office weiter steigen. (wh)