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10.04.1987 - 

Der Software-Hersteller folgt der IBM-Ankündigung auf dem Fuße:

Microsofts OS/2 unterstützt LAN und Datenbank

MÜNCHEN (CW) - Kaum hat IBM die neuen Systeme /2 angekündigt, kommt Microsoft mit einer Reihe von Software-Paketen, die auf der neuen Hardware aufsetzen. Dazu gehören insbesondere das Betriebssystem OS/2, ein LAN-Manager sowie eine neue Windows-Version.

Für Computer auf Basis der Intel-Prozessoren 80286 und 80386 konzipierte Microsoft das Single-User/ Multitasking-Betriebssystem OS/2. Dieses OEM-Produkt soll Microsoft-Angaben zufolge auf die meisten Rechner, die die genannten Prozessoren einsetzen, portiert werden können. Dabei soll auch die bereits existierende MS-DOS-Anwendungssoftware unter OS/2 lauffähig sein.

Die neue Systemsoftware, die kompatibel zu den MS-DOS-Versionen 3.2 und 3.3 ist, unterstützt jetzt maximal 16 MB mit direktem Zugriff. Virtuell läßt sich I Gigabyte adressieren. Ferner existieren Call-Funktionen für die API-Schnittstelle - und schon heute verspricht Microsoft die Kompatibilität des OS/2 zum nächsten 386-Betriebssystem.

Insgesamt besteht OS/2 aus dem Betriebssystem-Kernel sowie der grafischen Benutzeroberfläche "Windows-Presentation-Manager", die aus dem für die alte IBM-Mikroserie konzipierten Paket "Windows" abgeleitet wurde. Wesentliche Merkmale des OS/2 sind nach Microsoft-Angaben eine prioritätengesteuerte Task-Verwaltung sowie Intertask-Kommunikationsmöglichkeiten.

So könne jetzt beispielsweise die Neuberechnung einer Tabellenkalkulation gleichzeitig mit der Eingabe neuer Werte ablaufen, oder es ließen sich verschiedene Datenbankabfragen gleichzeitig bearbeiten. Für besonders wichtig halten die Microsoft-Manager die neue Anwendungsschnittstelle des OS/2, die Applikationen unabhängig von der Hardware auf verschiedenen Computern lauffähig mache.

Mindestens 1,5 MB Hauptspeicher sowie eine Festplatte sollte der Computer haben, auf dem OS/2 eingesetzt wird, empfiehlt Microsoft. Die Nutzung des Windows-Presentation-Managers setze einen Grafik-Adapter und -Bildschirm voraus. OS/2 wird im vierten Quartal dieses Jahres verfügbar sein.

Mit dem OS/2-LAN-Manager sollen PCs, die unter OS/2 oder MS-DOS arbeiten, in einem lokalen Netz miteinander verbunden werden. An diese Netze lassen sich nach Angaben von Microsoft auch Systeme anschließen, die unter den Softwareprodukten Xenix oder Xenix-Net arbeiten. Der LAN-Manager biete ein transparentes File- und Drucker-Sharing, Fehlerschutzmöglichkeiten sowie Netzwerk-Verwaltungswerkzeuge. Er ist im Betriebssystem vollständig integriert, so daß die Programmierschnittstellen im gesamten Netzwerk verfügbar sind.

Mit diesen Interfaces sei es möglich, verteilte Netzwerk-Anwendungen zu schreiben. Die "Interprozeß-Kommunikation" (IPC) unterstütze eine neue Generation von Anwendungsprogrammen, die direkt miteinander kommunizieren könnten, obwohl sie auf verschiedenen Maschinen innerhalb des Netzes resident seien. Die neue Netzwerksoftware will Microsoft im ersten Quartal 1988 ausliefern.

Ein spezielles Software-Development-Kit soll Softwarehersteller in die Lage versetzen, Anwendungsprogramme für OS/2 zu erstellen. Dieses Angebot, das ein Seminar, Beta-Versionen des OS/2, eine Reihe von technischen Spezifikationen sowie bestimmte Support-Leistungen enthält und 7500 Mark kostet markiert den Einstieg von Microsoft in das Dienstleistungsgeschäft. Diese Sparte soll in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Im dritten Quartal 1987 wird die neue Windows-Version 2.0 verfügbar sein, die auch die volle Nutzung des erweiterten Speichers ermöglichen soll. Das Produkt arbeitet jetzt mit überlappenden Fenstern anstatt der bislang verwendeten sogenannten Tiling-Technik.

Schließlich präsentierte Microsoft die Version 3.3 des MS-DOS-Systems womit das Unternehmen deutlich machen will, daß die Weiterentwicklung der bisherigen Systemsoftware nicht aufgegeben wurde. Die Verbesserungen gegenüber dem Release 3.2 wirkten sich vor allem bei der Massenspeichergröße sowie der Geschwindigkeit aus. Schnellere Ein-/ Ausgabe-Prozeduren ermöglichten eine effektivere Nutzung des Festplattenspeichers.