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23.06.2000 - 

Dokumente verschwanden auf dunklen Pfaden

Microsofts Unterstützer vermuten Konspiration

MÜNCHEN (CW/IDG) - Nach mehreren Diebstählen von Dokumenten und Mobilcomputern vermuten Microsoft nahestehende US-Organisationen eine Konspiration gegen den Softwarekonzern. Beweise dafür gibt es bislang nicht.

Auslöser der jüngsten Berichte war ein Vorfall in Verbindung mit dem US-Industrieverband Association for Competitive Technology (ACT). Dieser hatte Microsoft im Rahmen des Kartellprozesses vehement unterstützt. Eine Wirtschaftsdetektei versuchte Anfang Juni, dem Reinigungspersonal von ACT Papierabfälle abzukaufen, in denen offenbar vertrauliche Informationen über Microsoft vermutet wurden. Die Reinigungsfirma lehnte ab und informierte die Behörden.

Die Spuren im so genannten "Trash-Cash"-Fall führen zu der Firma The Investigative Group International, die vertrauliche Informationen für Firmen, Behörden und Privatleute beschafft. Pikant dabei ist die Tatsache, dass George Vradenburg, Berater des Microsoft-Rivalen AOL, im Aufsichtsrat dieses Unternehmens sitzt. Ein Sprecher von ACT vermutet, dass es sich bei den Auftraggebern der Müllaktion um Microsoft-Konkurrenten handelt.

Mehrere US-Medien, darunter das "Wall Street Journal", berichten in diesem Zusammenhang von Diebstählen bei anderen Microsoft nahestehenden Verbänden. Geheime Dokumente seien entwendet und an die Presse weitergereicht worden.

Brisante Informationen auf gestohlenen RechnernZum Teil seien auf diese Weise im Kartellprozess zitierte interne E-Mails von Microsoft an die Öffentlichkeit gelangt, vermuten einige Beobachter.

Zu den Microsoft-freundlichen Verbänden gehört beispielsweise die in Washington ansässige Citizens for a Sound Economy (CSE), eine Aktivistengruppe, die nach eigenen Angaben für freie Märkte kämpft. Im Zeitraum von November 1999 bis Januar 2000 seien aus den Büros drei Laptops gestohlen worden, berichtete ein CSE-Sprecher. Informationen hinsichtlich einer finanziellen Unterstützung der CSE durch Microsoft tauchten später in einem Artikel der "Washington Post" auf.

In einem weiteren Fall entwendete ein Dieb zwei Mobilcomputer des Independent Institute mit Sitz im kalifornischen Oakland. Auf einem der Rechner waren Informationen gespeichert, denen zufolge die Gates-Company für Microsoft-freundliche Anzeigen der Organisation in der "New York Times" und in der "Washington Post" Geldbeträge gezahlt habe. Die Anzeigen waren von 240 Wirtschaftsexperten unterzeichnet worden. Die "New York Times" berichtete im September ausführlich über die Zahlungen (siehe CW 38/99, Seite 1).

Die Glaubwürdigkeit des Instituts hatte danach erheblichen Schaden genommen.