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30.08.1985 - 

Knappe Etats lassen öffentliche Institutionen zur neuen VAX greifen:

Microvax-III- Spekulation irritiert kaum

Mit der Einführung der Microvax II von Digital Equipment, die die Rechenleistung einer VAX-11/780 zu einem Bruchteil der bisher erforderlichen Kosten bietet, stellt sich die Supermini-Szene verändert dar. Die Konkurrenz wird in absehbarer Zeit nachziehen. Welche Chance die neue VAX (und damit auch ähnliche Modelle) bei den Anwendern hat, versuchte CW-Mitarbeiter Andreas Dunse herauazufinden.

Wer jetzt noch auf den VAX-11/ 750- und -780-Modellen angewandte Software-Entwicklungsarbeit leistet, wird sich vorerst noch überlegen, ob er spontan zur Microvax II überwechseln wird. Wie es scheint, kann in bestimmten Bereichen, in denen technisch-wissenschaftliche Anwendungen an der Tagesordnung sind, der verhältnismäßig günstige Preis der "neuen Rechnergeneration" gewisse Mankos nicht aufwiegen. So ist von Anwenderseite zu hören, daß - wenn auch die CPU sehr schnell ist - die Plattenzugriffszeit noch einen Schwachpunkt darstellt.

Dennoch ist die Microvax II dann eine interessante Maschine beim Einsatz im technisch-wissenschaftlichen Bereich, wenn man das Verhältnis von CPU-Belastung und Plattenzugriff sieht und dabei von einer hohen CPU-Belastung ausgeht. In einigen Forschungsinstituten der Bundesrepublik stellt man sich momentan die Frage, ob der Einsatz einer Microvax II auch zu den Problemlösungen führt, die man auf den konventionellen DEC-Maschinen in der Vergangenheit bewältigte. Dabei ist von besonderem Interesse, ob die neue Maschine den gleichen Durchsatz an Daten verarbeiten kann, wie man es von der 750/780/785 kennt. Zwar läuft das neue VAX-Familienmitglied von Digital auch unter VMS oder weiteren Betriebssystemen, die im technisch-wissenschaftlichen Bereich von Bedeutung sind, doch erst im praktischen Einsatz wird sich zeigen, was die neue VAX leistet.

Obwohl die Microvax II noch relativ neu auf dem Markt ist, denken einige Anwender bereits an die III. Da die Technik der 780 zum Teil als überholt, angesehen wird, rechnen sie mit einem baldigen Verschwinden dieses Systems vom Markt.

Über den Entwicklungsstand der Microvax III äußert sich bei Digital Equipment erwartungsgemäß niemand konkret. Auch bei Anwendersymposien gibt man sich bei der Frage nach einer baldigen Version III noch sehr zugeknöpft. Die Spekulation über die Microvax III führt indes bei den wenigsten Anwendern dazu, nun abzuwarten und die Investition in mehr Rechenleistung zurückzustellen. Als Einstiegs-VAX erfüllt die II offenbar ihre Funktion, anders als die I, die 725 und die 730, die mit einem relativ ungünstigen Preis/ Leistungs-Verhältnis auf den Markt kamen. DEC hofft, mit der II einige neue Käufer gewinnen zu können und mit diesem System einen ähnlichen Verkaufserfolg zu erzielen wie seinerzeit mit der PDP-11-Reihe. Das Unternehmen setzt eine hohe Erwartung in den Markterfolg der Microvax II, zumal die Entwicklung, insbesondere die des Chips, sehr viel Geld in Anspruch genommen hat. In absehbarer Zeit soll allein dieses System einer offiziellen DEC-Verlautbarung zufolge mit 20 Prozent zum Konzernumsatz beitragen. Die nackte CPU der Microvax II kostet rund 80 000 Mark. Doch für eine lauffähige Konfiguration mit externem Massenspeicher, Magnetband für die Datensicherung und etwas Software erreicht der Systempreis schnell 250 000 Mark. Geld sparen läßt sich in solchen Fällen mit kompatibler Peripherie, mit deren Qualität erfahrene Anwender auch durchweg zufrieden sind. Probleme gibt es nur bei Störungen: Oft ist der Service der Kompatiblen zu langsam. Hier zahlt sich ein gutes Verhältnis zum DEC-Field-Service aus - da wird dann schon mal das Konkurrenzprodukt wieder in Gang gebracht.