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13.09.1996 - 

CASE-Innovation aus Nürnberg

MID will das Produktgeschäft weiter ausbauen

"Eine proprietäre Methode wie die, die Maestro zugrunde liegt, kann sich heute nicht einmal mehr die IBM leisten", so Keramidis. Seine "Innovator"-Tools verarbeiten dagegen sowohl standardisierte Programmiersprachen als auch offene Methoden wie OMT von Rumbaugh. Auch der künftige OMG-Standard "Unified Method", derzeit in der Pre-Version 0.9 erhältlich, wird unterstützt. Das sei der Hauptgrund, warum ein Wechsel von vergleichsweise geschlossenen Systemen auf seine CASE-Tools ratsam sei. Zudem sei Innovator mit zirka 8000 Mark pro Lizenz erheblich billiger als Konkurrenzprodukte. Tatsächlich könne er User des Ex-Knowledgeware-Tools "ADW" zu seinen Kunden zählen. Seit dem faktischen Rückzug Softlabs aus dem CASE-Geschäft kämen verstärkt auch ehemalige Maestro-Anwender.

MID geht hierbei vor wie die Autohändler: Alte Produkte werden in Zahlung genommen. Leider erweisen sich laut Keramidis die Maestro-Anwendungen jedoch als "verlorenes Geld". Es gebe keine Migrationsstrategie, so daß die betroffenen Applikationen neu gestrickt werden müßten. Aus der Softlab-Sicht stellt sich die Maestro-Situation anders dar: Maestro II werde als Mainframe-Produkt weiterentwickelt der Kern des Produkts, das Repository, erhalte einen Sonderstatus. Es gelte als Grundlage neuer Produkte, die teils in Eigenregie, teils durch Partnerfirmen entwickelt würden.

Die Spatzen pfeifen es inzwischen von den Dächern, daß nicht nur frustrierte Vertriebsleute das Unternehmen verlassen haben, sondern auch etwa 30 Entwickler aus der Softlab-Produktentwicklung in die Projektarbeit des Unternehmens gewechselt sind. "Mit der Firma geht es keineswegs den Bach runter", wehren Unternehmenssprecher ab auch BMW stünde hinter der neuen Softlab-Strategie. Es sei zudem nicht wahr, daß man in Zukunft nur für den Mutterkonzern entwickele. Wie viele Entwickler noch an Maestro und dem Nachfolgeprodukt "Partitur" arbeiten oder wie die Gewichtung von Produkt- und Projektarbeit künftig ausfällt, wollte das Unternehmen allerdings nicht bekanntgeben. Derweil unternimmt die MID GmbH Anstrengungen, ihr Geschäft auszuweiten. 1995 setzte sie rund 15 Millionen Mark um, hälftig mit Innovator und Kundenprojekten. 1996 erwartet Keramidis einen 20prozentigen Zuwachs. Er habe in Italien und der Schweiz Partner gefunden, die seine Produkte ab Ende des Jahres vertreiben werden. Ferner ist die Firma in das Sieben-Millionen-ECU-Projekt "Business Object Modelling" der EU involviert.

Case-Markt

Weltweit sieht es im CASE-Markt nicht rosig aus. Wie die Marktforscher von IDC herausfanden, fiel der Umsatz um 2,9 Prozent von 1993 auf 1994 und um 8,4 Prozent von 1994 auf 1995 bei einem Marktwert, der zwischen 1,38 Millionen Dollar und 1,55 Millionen Dollar liegen soll.