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04.09.2006

Middleware hui, ERPpfui

Techconsult hat sich den deutschen Softwaremarkt vorgeknöpft und folgende Trends ermittelt:ERP-Wachstum schwächt sich ab, Business Intelligence und Middleware gewinnen an Fahrt.

Von Dr. Ronald Wiltscheck

Der Erhebung des Marktforschungsunternehmens Techconsult zufolge wird der deutsche Softwaremarkt in diesem Jahr um 3,1 Prozent zulegen. Das heißt, auch was die Beschaffung von neuer Software betrifft, ist die Talsohle vorerst scheinbar durchschritten. Das Marktvolumen des Softwaresegments beträgt bis dato etwa 17,7 Milliarden Euro und wird voraussichtlich bis 2008 mit drei Prozent jährlich zunehmen.

Trotz einer mittelmäßigen Zunahme gegenüber 2005 ist der Markt für ERP-Lösungen mit 1,1 Milliarden Euro immer noch der deutlich größte Bereich im Softwaremarkt. An diesem Anteil wird sich auch mittel- bis langfristig nicht viel ändern. Die Wachstumsrate wird jedoch relativ stark abnehmen, da der Markt allmählich gesättigt ist und die deutschen Unternehmen ihre Ausgaben nicht mehr allzu stark erhöhen werden, glaubt Techconsult.

CAD und Groupware schwächeln

Während im vergangenen Jahr die Softwaresegmente CAD/CAM, Entwicklungswerkzeuge und Groupware mit jeweiligem Marktwachstum von einem bis zwei Prozent unter dem Durchschnitt blieben, gab es auch einige besonders wachstumsstarke und auffällige Bereiche. So ist zum Beispiel der Markt für Business Intelligence nach wie vor das am schnellsten wachsende Segment im Softwaremarkt. Das belegen auch die Ergebnisse der Techconsult-Befragung unter Tausenden von Anwenderunternehmen. Zweistellige Wachstumsraten, die einige Markttreiber für die Jahre 2006 bis 2008 vorhersagen, sind nach Ansicht von Techconsult aber zu hoch gegriffen.

"Diese euphorischen Schätzungen stammen aus dem amerikanischen Markt, wo das Thema Compliance der treibende Faktor ist", meint Analyst Denis Mrksa. Hier zu Lande würden die gesetzlichen Anforderungen und Richtlinien zur Datenhaltung bei Weitem noch nicht so prägnant sein wie in den USA. Für Deutschland gilt eher der pragmatische Ansatz: Zukunftsorientierte Unternehmen, sowohl Konzerne als auch Mittelständler, suchen den komfortablen Zugang zu verdichteten Unternehmensdaten. Die gewünschten Informationen müssen rascher gefunden und die Entscheidungsprozesse signifikant erleichtert werden.

ECM (Enterprise Content Management) war 2005 nach Business Intelligence das Softwaresegment mit dem zweitstärksten Wachstum. Unternehmen gaben im vergangenen Jahr 300 Millionen Euro für ECM aus. Auch in Zukunft benötigen Anwender Technologien, Werkzeuge und Methoden zur Erfassung, Verwaltung, Speicherung, Bewahrung und Bereitstellung von elektronischen Inhalten im Unternehmen. Dementsprechend weiten ECM-Anbieter ihr Portfolio sukzessive in diese Richtung aus.

Fusionen wie Documentum mit EMC, HP mit Persist und Opentext mit Ixos in den letzten Jahren sind Beispiele dafür, dass sich der Markt bereits in der Konsolidierungsphase befindet. Die jüngste Akquisition von IBM (Filenet) bestätigt diesen Trend aufs Neue.

In enger Verbindung mit ECM stehen die elektronische Datenhaltung und insbesondere das Management des Speichervorgangs und die Datenarchivierung (Storage Management). Anbieter aus diesem Umfeld versprechen Kunden effiziente Lösungen zur vollautomatischen Datenhaltung. Es geht hier um innovative Speicher-Infrastruktur, die hilft, Informationen und andere Inhalte - entsprechend der Phasen ihres Lebenszyklus - möglichst Ressourcen schonend auf günstige Speichermedien abzulegen. Hier lautet das Stichwort Information Lifecycle Management (ILM), und damit eng verknüpft sind hierarchische Speicherkonzepte (Disk-to-Disk- und Disk-to-Tape-Backup).

Den zunehmenden Bedarf der Unternehmen an Lösungen zur effizienten, geordneten und gesicherten Datenspeicherung spiegelt Techconsults aktuelle Untersuchung wider: Mit einem Ausgabevolumen von 422 Millionen Euro gehört das Segment "Storage Management" nach den ERP-Lösungen auch 2006 zu den größten Batzen im Softwaremarkt.

Wichtige Nische: Product Lifecycle Management

Im Zuge der immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen, und angesichts des nicht nachlassenden Ausbaus des Produktportfolios - unter dem zunehmenden Druck der Controlling-Abteilung - wächst die Nachfrage nach "Product Lifecycle Management" (PLM) in den produzierenden Betrieben.

Laut Techconsult gaben deutsche Unternehmen im Vorjahr 313 Millionen Euro für derartige IT-Lösungen aus. PLM-Software hilft dem produzierenden Gewerbe beim Erzeugen, Verarbeiten und Speichern von Daten, die in den Produktionsprozessen Entwicklung, Lagerhaltung und Vertrieb anfallen.

Die Anbieter können also auch in Zukunft mit steigenden PLM-Ausgaben der Anwenderunternehmen rechnen. Hersteller und Dienstleister müssen sich allerdings den steigenden Anforderungen dieser Kundschaft stellen. Diese wachsende Komplexität ergibt sich aus den immer stärker zu integrierenden Geschäfts- und Produktionsprozessen beim Anwender, so Techconsult.

Trotz des bisher geringen Marktvolumens glaubt Techconsult, dass Middleware die höchsten Wachstumsraten im Softwarebereich 2007 und 2008 aufweisen wird. Steigende Nachfrage nach kommunikations- und anwendungsorientierter Middleware lässt dieses Segment bis 2008 auf knapp 172 Millionen Euro pro Jahr anwachsen.

Treibende Faktoren sind Trends wie SOA (Service-orientierte Architekturen), Java und Web Services. Im Zuge der voranschreitenden Akzeptanz von verteilten Anwendungen steigt die Relevanz von Middleware. Denn diese fungiert als Softwareschnittstelle zwischen den getrennten Applikationen, und das unabhängig davon, ob sie sich alle innerhalb eines Unternehmens befinden, oder auch mal von außerhalb zum Einsatz kommen. Die firmen- und länderübergreifende Zusammenarbeit beschleunigt diese Entwicklung noch.