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30.05.1975 - 

Warum EDV - Leiter gegen Leasing sind:

"Miete macht- frei"

MÜNCHEN - Manche Anwender können den Slogan "Leasing ist billiger" schon nicht mehr hören. "Dafür muß ich eine längere Bindung in Kauf nehmen", ist die knappe und logische Antwort.

"Miete macht frei" dieses Verkaufsargument der Hersteller aus vergangenen Jahren wirkt sich heute als Bumerang aus. IBM ausgenommen, würden in Zeiten rückläufiger Umsätze manche Hersteller wohl gerne Leasingverträge verkaufen, um sofortige Einnahmen zu haben, indes, das jahrelang eingehämmerte Argument sitzt tief. Und es soll auch EDV- Verkäufer geben, die durchaus noch der Ansicht sind, Mietverträge mit kurzen Laufzeiten lassen sich nun mal besser verkaufen.

Kurze Ankündigungszyklen

Kein Wunder, daß der Anwender die Lektion inzwischen beherrscht, zumal immer kürzer werdende Ankündigungszyklen bei EDV - Anlagen die Skepsis gegenüber längerfristiger Bindung an ein bestimmtes System verstärken muß: "Wir wollen uns nicht langfristig binden", sagt Christian Hollwich, EDV-Leiter des Münchner Keramikherstellers Agrob.

Die längere Laufzeit der Leasingverträge nennt auch Adolf Steindi, EDV - Leiter bei der Firma Heidenhain, Traunreut, als Grund für seine Ablehnung des Leasings: "Bei einer Vertragsdauer von weniger als 36 Monaten liegt die Leasingrate über der Miete. Bei der Miete habe ich die Möglichkeit, unter Berücksichtigung normaler Kündigungsfristen auszusteigen." Was beim Leasing nicht möglich ist, sieht Steindl als Vorteil der Miete: "Ich kann schnell reagieren, wenn ein neues Modell auf den Markt kommt."

Fortschrittsbremse

Für Peter Steiger, EDV- Leiter im Hause Dyckerhoff & Widmann, Bauunternehmung in München, hat die Hardware- Bindung weitergehende Konsequenzen: "Wenn die Anlage einmal dasteht, muß man sehen, wie sie genutzt wird. Das kann den Fortschritt im eigenen Hause bremsen, wenn eine neue Verarbeitungsform - wie zum Beispiel Teleprocessing - eingeführt werden soll, die mit der bestehenden Konfiguration nicht läuft." Auch der EDV- Leiter der Brillenvertriebsgesellschaft Anger in München- Haar, Rainer Zacharias, will nicht Gefahr laufen, mit einem veralteten System arbeiten zu müssen. Als ausschlaggebenden Gesichtspunkt, dem Leasing gegenüber reserviert zu sein, nennt Zacharias darüber hinaus ein weiteres Argument: "Wenn die Anlage kurzfristig gemietet ist, kann der Benutzer gegenüber dem Hersteller doch ganz anders auftreten. Ein unzufriedener Anwender hat - wie die Rechtslage auch immer sein mag - die Zügel noch ein bißchen in der

Hand."

Preispolitik des Herstellers nicht im Griff

Außerdem habe der Benutzer beim Leasing die Preispolitik des Herstellers nie im Griff. "Die Hersteller bringen oft neue Modelle heraus nur mit einer anderen Typenbezeichnung oder mit geändertem Styling", erklärt Zacharias, "aber ein bißchen billiger und mit anderen Konditionen und das möchten wir gerne haben. Wenn geleast wurde, ist es praktisch unmöglich aus dem Vertrag rauszukommen". Preisvorteil und kurze Laufzeit, wie's EDV- Leiter gern hätten, geht nun mal nicht. Verkäufer von Leasing haben es schon sehr schwer. Kein Wunder, daß sie es vorziehen mit den kostenbewußteren Kaufleuten zu verhandeln.