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27.04.1984

Mieteorologie

Eine Kunstfigur namens Charlie Chaplin, Werbeträger für IBMs PC-Idee, könnte einem fast den Blick für das Wesentliche verstellen. Da veröffentlicht die IBM Deutschland GmbH ihre Bilanz für das Geschäftsjahr 1983 und dem CW-Kolumnisten fällt nichts anderes ein, sich über Schlagworte wie "PC-Mainframe-Link" oder "Integrated Information Systems" aufzuregen (CW Nr. 17 vom 19. April 1984).

Dabei hätten ein paar Anmerkungen zu dem vermeintlich imposanten Zahlenwerk durchaus zu besserem Durchblick verhelfen können. Ein kleiner Webfehler war nämlich deutlich erkennbar in dem sonst makellosen Ergebnismuster: In dem Trend zum Kauf, der sich erneut bestätigte, könnte eine Zeitbombe für Big Blue stecken. Vom IBM-Umsatz ist nur noch ein geringer Teil planbar, derjenige nämlich, der aus Vermietungen stammt. Das bedeutet: Je mehr Umsatzanteile der Marktführer aus Maschinenverkäufen realisiert, desto stärker wird die Notwendigkeit, das Wachstum über eine aggressive Preis- und Produktpolitik sicherzustellen.

Wir können das Problem auch andersherum stellen: Wenn der Computer-Gigant seine Marktposition halten will, dann muß er auf jede Herausforderung des Wettbewerbs, durch neue Technologien etwa oder durch Preisbolzerei, empfindlicher als ein Seismograph reagieren immer bedacht, vorn zu sein - zumindest au gleicher Höhe. Merke: Kauf macht frei - und die Kunden könnten die neugewonnene Freiheit zum Fremdgehen nutzen.

Darin liegt ein Risiko, dem die Miet-Company IBM nicht ausgesetzt war. So konnte sich de Mainframe-Riese stets als Innovations-Nachläufer auf einem dicken Mietpolster ausruhen. Man wird der IBM nicht mehr nachsagen können, sie bremse bewußt die Innovation. Die IBM entwickelt sich, Gott sei Dank, immer mehr zu einem ganz normalen Computerhersteller. Die Tatsache, daß die PC-Preise gesenkt wurden, belegt dies mehr als ein kleiner Flop im Kleincomputergeschäft. Frage an die Mietereologen: Bleibt das blaue Hoch stabil?