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08.01.1993 - 

Umstrukturierung der Organisation gefordert/Teil 2 und Schluss

Migration auf Client-Server verlangt Migration des Denkens

Der erste Schritt in Richtung Dezentralisierung ist die Durchfuehrung einer Machbarkeitsstudie mit entsprechenden Marktuntersuchungen nach folgendem Ansatz:

- Wie koennen DV-Aufgaben sinnvoll verteilt werden?

- Sind Standardloesungen auf dem Markt verfuegbar?

- Welches ist fuer die jeweilige Aufgabe das optimale System?

- Basieren diese Systeme auf den Standards offener Systeme wie X/Open, Posix, ISO/OSI etc.?

- Wird die Client-Server-Architektur unterstuetzt?

Dies sind nur die grundsaetzlichen Fragen, die im ersten Schritt untersucht werden muessen. Dabei empfiehlt es sich, aus Zeit- und Kostengruenden externe Dienstleister mit entsprechenden Erfahrungen und Know-how einzubeziehen.

Die Vorteile des schrittweisen Vorgehens

Nach einer solchen Evaluierungsphase ist eine schrittweise Dezentralisierung der DV-Systeme sinnvoll, da zuerst anhand von kleineren Projekten, moeglichst einfachen und unabhaengigen Anwendungen, das noetige Know-how aufgebaut werden sollte.

Auch fuer diese Phase bieten Dienstleistungsunternehmen der DV- Branche ihre Erfahrungen und ihr Wissen fuer einen moeglichst schnellen und kostenguenstigen Einstieg an.

Dieses schrittweise Vorgehen bei der Dezentralisierung bietet folgende Vorteile:

- Die Applikationswartung erfolgt im Rahmen der Neukonzeption und des Umstiegs.

- Das Wachstum wird durch die Auslagerung erreicht, da der Host durch die ausgelagerte Anwendung entlastet wird und dadurch Rechnerkapazitaet fuer die restlichen Anwendungen existieren.

- Die Reaktionszeit des Gesamtsystems laesst sich durch die Auslagerung verbessern.

- Durch den schrittweisen Umstieg und die Auswahl einer nicht allzu komplexen Anwendung werden die benoetigten Erfahrungen fuer alle weiteren Schritte aufgebaut.

Globale Sichtweise muss geaendert werden

Die Migration zu neuen Informationstechnologien erfordert allerdings die Erfuellung einer wesentlichen Voraussetzung, die Migration des Denkens. Hinter dieser Migration steckt ein grundlegender informationstechnologischer Umdenkprozess.

Dies bedeutet im wesentlichen die Aenderung in der globalen Sichtweise eines DV-Systems (Infrastruktur) vom zentralen Host mit zentralen Anwendungen zum Netzwerk mit verteilten Anwendungen.

Eine solche tiefgreifende Aenderung in der DV-Landschaft bleibt nicht ohne Auswirkungen auf den personellen Einsatz und fuehrt somit auch zu einer Migration der Organisation. Hier zeichnet sich ein deutlicher Trend in der Aenderung von Aufgaben und Qualifikationen der Mitarbeiter von Rechenzentren und Fachabteilungen ab.

Zum einen erfolgt eine Verschiebung von administrativ orientierten Rechenzentren zu anwenderorientierten Dienstleistungszentren fuer die Fachabteilungen, zum anderen eine Verschiebung vom reinen Sachbearbeiter zum Informationsverarbeiter mit vielschichtigeren Aufgaben als bisher.

Die logische Folge dieses Prozesses ist die Migration der Informationstechnik. Damit sind die Aenderungen in der Architektur von Anwendungen gemeint. Diese Aenderungen basieren im wesentlichen auf der Arbeitsverteilung durch eine Client-Server-Architektur mit verteilter Datenhaltung und vernetzten, intelligenten Arbeitsplatz-Systemen (PCs, Workstations).

Die Umsetzung und Einfuehrung solcher Technologien erfordert im Hinblick auf die Entwicklung und Wartung solcher dezentraler Systeme auch eine Migration des Software-Engineerings. Damit ist im wesentlichen der Einsatz moderner Methoden und Entwicklungs- sowie Administrationswerkzeuge gemeint.

Dies sind zum Beispiel Sprachen der vierten Generation, Datenbanksysteme mit echter Datenverteilung, Netzwerk- Managementsysteme und zukuenftig auch Systeme auf objektorientierter Basis. Nach der Betrachtung aller Vorteile, Nachteile und derzeitigen Unabwaegbarkeiten kann man davon ausgehen, dass:

- Dezentralisierung kein Allheilmittel aber derzeit der am besten geeignete Ansatz ist, eine Host-basierte Infrastruktur durch moderne Hard- und Softwarekomponenten zu ergaenzen;

- zukuenftige Aufgaben effizient und kostenguenstig geloest werden koennen.

*Karl-Heinz Franke ist Chefberater der Integrata AG in Muenchen.

Abb: Beispiel fuer einen schrittweisen Umstieg in die dezentrale Infrastruktur