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01.02.2007

Migration leicht gemacht

Microsoft hat nun auch Privatkunden "Windows Vista" zu Verfügung gestellt. Unternehmen können das neue Betriebssystem bereits seit über zwei Monaten nutzen. Was Microsoft-Partner bei der Migration auf Vista beachten sollten, beschreibt Christian Mittermüller.

Für den IT-Handel führt derzeit kein Weg an Windows Vista vorbei. Sei es durch Vorinstallation auf neuer Hardware oder durch Verkauf auf separatem Datenträger - das Geschäft mit dem Microsoft-Betriebssystem läuft besser als erwartet. Auf dem amerikanischen Markt liegen die in den ersten Wochen mit Unternehmenskunden über den Channel erzielten Umsätze um 62,5 Prozent über dem Vergleichswert nach Einführung von Windows 2000, so die Marktforscher von NPD Intellect.

Doch mit der bloßen Kaufentscheidung ist es selten getan. Damit die Migration auf das neue Betriebssystem erfolgreich über die Bühne geht, müssen die vorhandenen Applikationen auf ihre Kompatibilität getestet, die Nutzer geschult und ein genauer Zeitplan entworfen werden.

Denn technologische Umbrüche, Wandel der Wettbewerbssituation sowie Änderungen der Organisationsstruktur durch Fusionen und Übernahmen stellen hohe Anforderungen an die unternehmenseigene IT: Mit innovativen flexiblen Servertechnologien, Softwarelösungen und Betriebssystemen soll sie auf veränderte Geschäftsprozesse und steigenden Effizienzdruck reagieren.

Doch die Integration neuer Komponenten in die bestehende IT-Landschaft will sorgfältig geplant sein, sonst drohen hohe Kosten. Entscheidend für den Erfolg von IT-Infrastrukturmaßnahmen sind das Know-how und ein gut abgestimmtes Team. Fehlen die nötigen Kapazitäten oder sind sie durch das Tagesgeschäft blockiert, empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister.

Das gilt auch für eine Aufgabe, die derzeit viele IT-Verantwortliche beschäftigt: die Migration auf Windows Vista. Was für die einen lästige Pflicht ist, gehört für andere zum Servicegeschäft: "Auf Wunsch planen und steuern wir den gesamten Umstellungsprozess", erläutert Andreas Thoms, Business Development Manager bei Fujitsu Siemens Computers IT Product Services. "Der Kunde kann sich ungestört seinem Kerngeschäft widmen: Er erhält ein Komplettpaket, das von der Analyse der Geschäftsprozesse und der Entwicklung einer Migrationsstrategie bis zur Bereitstellung und Implementierung des technischen Konzepts reicht."

Argumente für den Handel

Laut einer in den USA durchgeführten Umfrage von Forrester Research planen 40 Prozent der IT-Entscheider, Vista bereits 2007 auf den Rechnern ihres Unternehmens zu installieren. Diese hohe Migrationsbereitschaft ist kein Zufall. Schließlich bietet Vista gerade für Unternehmen eine Reihe von Vorteilen. So steigert das Betriebssystem mit zahlreichen neuen Features die Effizienz der Nutzer. "Erstmals hat Microsoft ein System realisiert, das den Anwender eher unterstützt, als ihn den Prozessen unterzuordnen, die vom Betriebssystem vorgegeben sind", lobt Thoms von FSC.

Eine intuitive Anpassung der Symbolleisten sorgt dafür, dass der Nutzer immer die Befehle angezeigt bekommt, die er für den nächsten Arbeitsschritt braucht. Außerdem gelangt der Anwender durch eine neuartige Suchfunktion schneller zum gewünschten Input: Statt wie bisher im Windows Explorer in Einzelordnern zu recherchieren, kann er über einen virtuellen Ordner direkt auf die passenden Dateien zugreifen - und sie auf Wunsch mit Kollegen an anderen Rechnern gemeinsam bearbeiten: Mit einem Sharepoint-Portalserver, der Anwendergruppen sicher vernetzt, erleichtert Vista das Teamwork am PC.

Doch nicht nur die Anwender, auch die Administratoren haben es mit Windows Vista einfacher als früher. Dies beginnt schon bei der Installation: War es bei den Vorgängerversionen notwendig, je nach PC-Modell und Bedienungssprache unterschiedliche Images zu erstellen, lässt sich Vista hardwareunabhängig über ein einheitliches Image installieren. Spracheinstellungen können nachträglich vorgenommen werden. Die Fähigkeit, häufig auftretende Fehler selbstständig zu beheben, sowie eine vereinfachte Softwareverteilung und ein komfortables Rechtemanagement erleichtern den Administratoren ihre Arbeit zusätzlich.

Je früher, desto besser?

Auch Migrationsskeptiker wissen: Die Laufzeit der älteren Windows-Versionen ist begrenzt. Der von Microsoft angebotene gebührenpflichtige "Extended Support" läuft in den nächsten Jahren aus. Wer seine IT-Landschaft mit Windows 2000 betreibt, kann bis maximal 2010 mit der kostenpflichtigen Unterstützung des Herstellers rechnen. XP-Nutzer haben bis 2013 Zeit, mit ihrer Migration zu beginnen - sofern die Lieferanten spezieller Applikationen den Betrieb ihrer Produkte auf dem entsprechenden System lange genug unterstützen. Die meisten IT-Verantwortlichen fragen sich daher nicht, ob, sondern wann sie das neue Betriebssystem installieren sollen.

Generell gilt: Um die Vorteile von Vista nutzen zu können, brauchen Anwender und Administratoren eine Gewöhnungsphase. Die Arbeit mit dem neuen Betriebssystem muss durch Schulungen oder selbstständiges Learning by doing eingeübt werden. Wer frühzeitig migriert, nutzt das erworbene Know-how und die Vorteile des neuen Systems länger.

Andreas Thoms von FSC warnt trotzdem vor einer übereilten Migration: "Um das Effizienzpotenzial von Vista voll auszuschöpfen, ist eine ganzheitliche Betrachtung notwendig. Die bloße Einführung des neuen Betriebssystems ohne Veränderungen an der Arbeitsweise der Anwender und dem entsprechenden Support aus der Backoffice-Infrastruktur wird dem Unternehmen nur einen geringen Mehrwert bringen."

Außerdem weist Thoms darauf hin, dass man beim Kauf eines neuen Rechners nicht sofort auf Vista migrieren müsse: "Kunden, die in den nächsten Wochen einen PC kaufen oder vor kurzem einen gekauft haben, können im Rahmen unseres Vista-Upgrade-Programms zu einem späteren Zeitpunkt eine vergünstigte Installation des neuen Betriebssystems erhalten."

Für ein bestmögliches Ergebnis der Migration ist eine Vorlaufzeit erforderlich. Das Marktforschungsinstitut Gartner geht davon aus, dass die meisten Unternehmen vor der Vista-Einführung eine Test- und Planungsphase von 18 Monaten benötigen. In diesem Zeitraum ist zu prüfen, ob die im Unternehmen verwendeten Spezialapplikationen mit dem neuen Betriebssystem kompatibel sind oder weiterentwickelt beziehungsweise ausgetauscht werden müssen.

Eventuell bietet sich hier auch eine gute Gelegenheit zur Applikationskonsolidierung. Zudem sollten die Backoffice-Infrastruktur an Vista angepasst, die Arbeitsabläufe im Hinblick auf das neue Betriebssystem reorganisiert und ein Schulungskonzept für die Mitarbeiter aufgesetzt werden. Angesichts des Planungs- und Arbeitsaufwands werden sich viele IT-Verantwortliche fragen, wie sie die Migration auf Vista mit ihren knappen Personalressourcen bewältigen sollen - und aus gutem Grund auf die Unterstützung externer Dienstleister zurückgreifen.