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24.07.1987 - 

Pilotversuch mit Warenbewirtschaftungs-System auf Filialebene:

Migros setzt auf Datenbank-Software Oracle

ZÜRICH (CWS) - Weltweit zum ersten Mal wird die Version 5 des relationalen Datenbanksystems Oracle unter Unix auf einem NCR Tower 32/600 in einer Züricher Migros-Filiale praktisch eingesetzt.

Die "Weltpremiere", so Hans A. Imboden, Pressesprecher der NCR Schweiz, wurde in Zürich-Altstetten vorgeführt. In dieser und in einer Tessiner Migros-Filiale wird ein anderthalbjähriger Pilotversuch durchgeführt, bei dem zahlreiche Scanner-Kassen und mehrere Bizerba-Waagen mit einem NCR Tower 32/600 verbunden werden. In der Versuchsphase erhofft man sich nach den Worten von Projektleiter Konrad Tschopp vor allem auch näheren Aufschluß über das Kosten/Nutzen-Verhältnis. Bislang seien nur die direkten Kosten bekannt: Software-Gesamtprojekt 1,8 Millionen, Hardware-Filiale 0,9 Millionen Franken. Dazu kommen versteckte Kosten, beispielsweise für die Mitarbeiter-Ausbildung.

Damit setzt der Großverteiler erstmals ein umfassendes Warenbewirtschaftungs-System auf Filialebene ein. Ein Datenaustausch mit der zentralen Verwaltung der Genossenschaft Migros Zürich, der vor allem dem Nachführen von Artikel- und Preisinformationen dient, findet nur einmal täglich statt. Betont Tschopp: "Dies entspricht unserer Grundphilosophie einer möglichst weitgehend dezentralen Verwaltung."

Minimalkonsens auf SQL-Abfrage gefunden

Wegweisend für andere Migros-Genossenschaften in der Schweiz dürfte die Züricher Entscheidung für die relationale Datenbanksoftware Oracle Version 5 und die Abfragesprache SQL Star sein. Nach den Auskünften von Tschopp können zwar die Genossenschaften autonom entscheiden. An der gesamtschweizerischen EDV-Leiter-Konferenz von Migros habe man sich jedoch auf einen gewissen Minimalkonsens (relationale Datenbanksysteme, SQL) geeinigt. Dies lasse grundsätzlich Spielraum offen für andere Softwareprodukte, die teilweise bereits eingesetzt werden, zum Beispiel in Genf. Wenn aber der Pilotversuch in Zürich erfolgreich verlaufe, werde dies möglicherweise noch unentschlossene Genossenschaften beeinflussen. Die gute Zusammenarbeit mit Oracle wurde sowohl von Migros wie von NCR besonders betont. Der ganz entscheidende Vorteil von Oracle liege in der guten Portabilität. Denn Migros setze das Datenbanksystem nicht nur auf ihren NCR-Towers ein sondern bald auch auf dem Siemens-Host unter BS2000.

Das Warenbewirtschaftungs-System in Zürich-Altstetten besteht aus Kassenterminals mit Scannern (Strichcode-Lesern), Waagen und POS/Filialrechnern. 34 Kassenstationen sind mit den Satellitenkassen NCR 2154 ausgestattet.

Sie lesen mit einem superflachen NCR-Scanner den europaweit genormten und beim Migros-Sortiment bis zu 90 Prozent vorhandenen EAN-Strichcode ein und drucken die Kundenquittung mit detaillierten Artikelinformationen aus. Die Preisinformationen für die eingelesenen Artikel holen die Satelliten bei den sieben Master-Kassenstationen NCR 2155, die den Transfer von Abverkaufsdaten zum Point-of-Sale-Rechner und die lokale Abspeicherung der einzelnen Kassenumsätze besorgen.

Der Verkauf von Obst und Gemüse, das die Kunden selbst abwiegen, wird über ein mit dem Filialrechner verbundenes Waagensystem von Bizerba abgewickelt. Dieses druckt nach Eintippen einer dreistelligen Produktnummer auf einer Selbstklebeetikette neben den Preis in Klarschrift einen EAN-Strichcode mit Preisinformation für die Scanner an den Kassen.

Der Point-of-Sale-Rechner ist für die Sicherstellung korrekter Warendaten auf den Masterterminals verantwortlich. Beim Wechsel des Verkaufspersonals an den Terminals transferiert der POS-Rechner auch automatisch ihre Geldverantwortung. Es ist möglich, jederzeit Umsätze, Kassierverantwortung und Kassenleistung abzufragen.