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15.10.1982 - 

Regierung will Hard- und Software-Aktivitäten zukünftig unterstützen:

Mijnheren können mit gutem Blatt spielen

AMSTERDAM - Im Hard- und Softwaremarkt wollen die Niederländer zukünftig ein Wörtchen mitreden. Den Beweis für ihre Entschlossenheit versuchten sie mit der vom 4. bis 13. Oktober in Amsterdam stattgefundenen "Efficiency Beurs '82" anzutreten. 336 Aussteller aus dem EDV-, Büromaschinen- und Büromöbel-Bereich präsentierten in acht Hallen ihre Produkte.

Die "Efficiency Beurs '82" wurde vom RAI-Exhibition Centre Amsterdam zusammen mit dem Verband der Importeure und Hersteller von Büromaschinen (VIFKA) veranstaltet und vom niederländischen Wirtschaftsministerium unterstützt. Da die Messe, die in zweijährigem Turnus durchgeführt wird, 1980 aus allen Nähten zu platzen drohte, konnten sich die in- und ausländischen Aussteller in diesem Jahr mit ihren Produkten in acht statt bisher fünf Hallen ausbreiten. 150 000 Besucher wurden erwartet. In seiner Eröffnungsrede warnte Drs. Michiel A. H. van den Akker, Direktor für Externe Beziehungen, seine Landsleute davor, gegenüber den europäischen Nachbarn ins Hintertreffen zu geraten. In den Niederlanden sei bisher weniger als in anderen Ländern automatisiert worden. Van den Akker: "Es stellt sich für uns nicht die Frage "to be or not to be", sondern "to be efficient or not to be".

Am Rande des Messegeschehens veranstalteten RAI und VIFKA für ausländische Journalisten eine Rundreise zu IBM Niederlande, Philips Data Systems und dem Kopiergiganten Oce-van der Grinten N. V. Über den neuesten Entwicklungsstand des "Digital Optical Recording" (DOR) berichteten die Manager von Philips Data Systems in ihrem Werk in Appeldoorn. Die Lebensdauer der optischen Speicherplatte mit einer Kapazität von 10 Gigabit soll mehr als zehn Jahre betragen, wobei zehn Jahre von Philips garantiert werden. Die Platte sei besonders für große Datenbestände (Banken, Versicherungen) geeignet, die archiviert werden müssen. Daten können auf der Disk zwar gelöscht, aber nicht verändert werden. Die Speicherkapazität beträgt laut Philips 25 000 Seiten auf einer Platte. (Anmerkung der Redaktion: Dies entspricht beispielsweise rund 40 Jahrgängen der COMPUTERWOCHE.) Pilotinstallationen werden 1984 in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich durchgeführt. Zu einer Preisangabe ließen sich die Apeldoorner Manager nicht bewegen.

Als Mittelpunkt seines weltweiten Computernetzes präsentierte die IBM Niederlande Uithoorn, eine 20 Kilometer von Amsterdam entfernt gelegene Kleinstadt.

Seit 1976 hat sich die Aufgabe dieser Niederlassung von der Hardware- zur Softwareentwicklung gewandelt. Zunächst beschäftigten sich die Mitarbeiter mit Softwareentwicklung für den europäischen Raum, um mittlerweile auch außerhalb Europas aktiv zu sein. Neben diesen Tätigkeiten stellt Uithoorn jetzt auch Dienstleistungen für Europa, den Mittleren Osten sowie Afrika bereit. Dazu gehören beispielsweise der Hone- (Hands-On Network-Environment) sowie der Retain- (Remote Technical Assistance and Information Network) Service. Von den Datenbanken können Informationen aus rund 60 000 technischen Untersuchungen der IBM sowie rund 190 000 Artikel anderer wissenschaftlicher Publikationen abgerufen werden.

Die Fertigungsstätte ihres Oce 1900-Kopierers in Venlo zeigte das niederländische Unternehmen Oce-van der Grinten N. V. Pro Tag werden 35 Kopierer des Typs 1900 in diesen Hallen montiert. Anschließend präsentierten die Niederländer im Showroom des nahegelegenen Bürogebäudes ihre Kopierer-Produktpalette. Konzernchef Jan J. Kaptein informierte die Gäste nicht nur über die bisherigen Geschäftserfolge, sondern ging auch auf die zukünftigen Ziele seines Unternehmens ein. Es sei geplant, weiterhin in den CAD/CAM-Markt zu investieren und in nicht allzuferner Zukunft auch im Textverarbeitungsmarkt mitzumischen. Um die eigene Technologie-Basis zu vergrößern, sei Oce neuen Kooperationen gegenüber, ähnlich der Zusammenarbeit mit Dietz Computer Systeme, nicht abgeneigt. Speziell in den USA wäre das Unternehmen an Joint-Venture interessiert, um seine Produkte bekannter zu machen.

Die niederländische Regierung unterstützte die Innovationsfreudigkeit ihres Kopierriesen durch einen Kredit in Höhe von 200 Millionen Gulden. Oce plant, während der nächsten fünf Jahre über 500 Millionen Gulden in Forschung und Entwicklung von CAD/CAM-Systemen, intelligenten Kopierern und Textverarbeitungssystemen zu investieren. Die niederländiche Regierung hofft, daß durch diese Investitionen neue Arbeitsplätze entstehen.