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Ergonomic Institut untersucht Terminals versus Arbeitsplatzcomputer:


28.09.1984 - 

Mikro-Farbe oft nur in geringer Qualität

Derzeit befassen sich viele Einkäufer und Organisatoren mit der gleichen Frage: Ist es günstiger, weiterhin sogenannte "EDV-Terminals" einzusetzen, oder soll man sie durch Arbeitsplatzcomputer ablösen? Eine Fragestellung dieser Art ist möglich geworden, seitdem Kleinstsysteme in der Lage sind, wahlweise unabhängig oder im Rechnerverbund sowie als intelligente Terminals zu fungieren. Gisela Cakir und Dr. Ahmet Cakir vom Ergonomic Institut, Berlin, untersuchten in der Studie "Vom Hobbygerät zum professionellen Arbeitsmittel", wie es ergonomisch um die Mikrocomputer steht.

Zum 1 - Januar 1985 läuft die fünfjährige Übergangsfrist für die "Sicherheitsregeln für Bildschirm-Arbeitsplätze" ab. Geräte, die den ergonomischen Anforderungen nicht genügen oder gar widersprechen, dürfen danach in der Bundesrepublik nicht einmal ausgestellt werden. So wird es auf der diesjährigen Orgatechnik wahrscheinlich viele "Sonderangebote" geben.

Das Ergonomic Institut hat vor zwei Jahren die Entwicklung der Ergonomie bei Mikrocomputern untersucht und vor einem halben Jahr eine Vergleichsstudie über ergonomische DV-Terminals abgeschlossen. Die nachfolgenden Aussagen sind vor dem Hintergrund dieser Studien zu verstehen.

Professionelle Nutzung

An vier Maschinen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf den Markt gekommen waren, konnte in der Mikrocomputerstudie deutlich gezeigt werden, daß das einstmals in der inzwischen berühmt gewordenen Garage von Jobs und Wozniak gebastelte Hobbygerät zu einer professionell nutzbaren Maschine geworden ist.

Aus ergonomischer Sicht waren zu diesem Zeitpunkt zwei der vier untersuchten Geräte bezüglich der Qualität des Bildschirms den meisten DV-Terminals von damals überlegen.

In der Zwischenzeit haben auch andere Hersteller von Arbeitsplatzcomputern die Bedeutung der ergonomischen Gestaltung erkannt und ihre Produkte daraufhin von der Prüfstelle der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft prüfen lassen. Das positive Prüfungsergebnis erkennt man an der "GS-Plakette" des Gerätes, wobei diese Prüfung eine VDE-Prüfung und die Unbedenklichkeit nach der Röntgenverordnung einschließt. Es ist jedoch nicht selbstverständlich, daß ein Mikrosystem die Ftz-Zulassung besitzt. Für einen -Anwender, der später Btx- oder Teletex-Anwendungen mit diesem Gerät realisieren will, kann dies sehr bedeutsam werden.

Das positive Urteil über die Bildschirme der Kleinstcomputer gilt nicht für Farbbildschirme. In der Regel handelt es sich dabei um Bildschirme geringer Qualität. Die Angaben über die Auflösung der Röhre, mit denen geworben wird, lassen sich nicht vergleichen, da die Meßmethode meistens auch dem Anbieter selbst nicht bekannt ist.

Schriftbild

Wenn der Einsatz eines Mikrocomputers als Terminal erwogen wird, muß festgestellt werden, ob der Bildschirm die DIN-Norm 66234 und die Sicherheitsregeln für Bildschirmarbeitsplätze bei 80 Zeichen je Zeile und 24 + 1 Zeilen je Bildschirm erfüllt. Denn über die Länge der Bildzeile und über die Zeilenzahl gibt es keine geschriebene Norm; diese Punkte werden deswegen nicht geprüft. Die Softwaregestalter gehen jedoch meistens von diesen Zahlen aus.

Auch über die Größe des Bildschirms existiert keine Norm. Bei 15-Zoll-Röhren - eine Rarität bei Mikrocomputern - ist in der Regel mit einem guten Schriftbild mit ausreichender Schriftgröße zu rechnen, bei 14-Zoll-Röhren ebenfalls. Bei 12-Zoll-Röhren hingegen muß der Anwender vorsichtig sein. Nur Maschinen mit relativ hochwertigen Röhren bieten eine ausreichende Schrifthöhe und ein scharfes Bild.

LCD-Technik

Was eine ausreichende Schrifthöhe ist, geht aus DIN 66234 Teil 1 hervor. Die Prüfstellen gehen von einer Sehentfernung von 50 Zentimeter und einer Schrifthöhe von mindestens 2,6 Millimeter aus. Um ein komfortables Arbeiten zu ermöglichen, sollte die Schritt jedoch bis zu enger Sehentfernung von 70 Zentimeter gut lesbar und etwa 3,5 bis 3,8 Millimeter hoch sein.

Bildschirme, die bei 132 Zeichen pro Zeile ein lesbares Schriftbild aufweisen, sind äußerst seiten.

Den meisten Arbeitsplatzrechnern mit Röhren unter 12 Zoll dürfte, die Prüfung erhebliche Schwierigkeiten bereiten, wenn der Hersteller 1920 Zeichen abbilden will.

Insbesondere, tragbare Mikros verwenden wegen des geringen Gewichtes und der geringen Tiefe Flachbildschirme in der Plasma- oder LCD(Liquid-Crystal-Display)-Technik. Die LCD-Technik ist in einer Eigenschaft allen anderen Techniken überlegen: Die Darstellung der Zeichen erfolgt passiv wie beim Papier. Die Zeichen werden erst durch Fremdlicht sichtbar. LCE-Anzeigen weisen bei Beleuchtungsstärken im Bereich von 10 bis 10 000 Lux und mehr einen konstanten Kontrast auf. Man kann sie daher sowohl im Wohnzimmer als auch im Büro und sogar im Freien mühelos benutzen.

Die zuletzt genannten Terminals sind für Vertreter, Reporter oder Wartungstechniker gut geeignet. Die Bildschirmkapazität ist derzeit jedoch aus technischen Gründen begrenzt. Es ist auch zu beachten, daß sich Masken, wie sie etwa bei der Sachbearbeitung eingesetzt werden, sich auf den Plasmadisplays nicht günstig abbilden lassen. Wer jedoch Fließtexte erfaßt und diese anschließend auf dem Papier korrigiert und redigiert, braucht genaugenommen keinen großen Bildschirm.

Tastaturen

Bis zum Erscheinen des ersten Arbeitsplatzcomputers (Pet 2000) auf dein deutschen Markt, der mit einer völlig unbrauchbaren Tastatur angeboten wurde, konnte man von einer recht hohen Qualität bei den Tastaturen ausgehen, unabhängig davon, ob es sich um eine Schreibmaschine oder ein Bildschirmgerät handelte. So genügte es auch, daß man in den Normen lediglich Anforderungen über ihre Bauhöhe, Farbe und Glanzeigenschaften aufstellte. Bezüglich der Bedienqualität einer Tatstatur existiert keine Norm. Deswegen wird sie nicht geprüft, der Anwender muß sich selber helfen.

Die Leistungsfähigkeit eines Benutzers hängt in entscheidendem Maße von der Qualität der Tastatur ab. Auf der anderen Seite ist sie eine der teuersten Elemente eines Terminals. So versuchen die Hersteller, die unter Konkurrenzdruck stehen, an der Tastatur zu sparen. Viele Maschinen sind dadurch zwar billig geworden, jedoch nicht preiswert. Wir haben zum Teil gravierende Unterschiede bei der Bedienqualität der Tastaturen festgestellt. Der Anwender ist, gut beraten, wenn er vor der Entscheidung für ein Produkt die Qualität der Tastatur sorgfältig prüft. Die Prüfung sollte durch sehr schnelle (Datentypisten) und relativ langsame Benutzer (Programmierer) erfolgen.

EDV-Terminals

Bei den normalen Terminals ist nach wie vor die Kathodenstrahlröhre mit 15 Zoll Röhrendurchmesser vorherrschend. In unserer Studie haben wir festgestellt, daß eine flimmerfreie und kontrastreiche Positiv-Darstellung von mehreren Herstellern angeboten wird. Die subjektiv beste Beurteilung erhielt ein Gerät mit gelblich-weißer Bildschirmfarbe. Im Vergleich zu einem im Jahr 1978 sehr häufig benutzten Bildschirm, dessen Bildqualität, damals überdurchschnittlich gut war, läßt sich feststellen, daß sich die Bildstabilität der Geräte in der Zwischenzeit erheblich verbessert hat.

Der Anwender hat heute echte Wahlmöglichkeiten zwischen mehreren akzeptablen Geräten, die man an der GS-Plakette erkennen kann. Leider waren zwei der zehn Testgeräte relativ schlecht, entspiegelt. Ein neues Produkt, das in der Werbung als "ergonomisch" bezeichnet wird, hätte auch vor zehn Jahren einer kritischen Betrachtung nicht standgehalten. Unverständlich war uns auch, warum eines der untersuchten Geräte, ein neu entwickeltes Terminal, ein Kühlgebläse braucht, das zudem lauter ist als mancher leise Arbeitsplatzdrucker.

Drei der zehn Testobjekte waren gegen äußere Feldeinflüsse nicht ausreichend abgeschirmt, so daß das Schriftbild durch einen in der Nähe betriebenen, kleinen Elektromotor ins Wanken geriet.

Sorgfältige Prüfung

Leider trifft die Feststellung über die Tastaturqualität auch hier zu. Eine sorgfältige Prüfung bleibt dein Anwender nicht erspart. Das Gesamtbild der Untersuchung ist jedoch positiv; so wurden nur drei der zehn untersuchten Geräte aus ergonomischer Sicht als ungünstig eingestuft. Völlig unbrauchbar war nur ein Gerät.

Die bisherige Darstellung zeigt, daß es zwar verhältnismäßig mehr ergonomisch einwandfreie EDV-Terminals als Mikrocomputer gibt. Der Anwender dürfte jedoch bei beiden Produktgruppen annehmbare Geräte in ausreichender Zahl finden. Somit hat er die Freiheit, die Entscheidung nach anderen Kriterien zu fällen.