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24.08.1984 - 

Herkömmliche Programme verlangen CMS oder TSO:

Mikro-Host-Transfer unter CICS realisiert

FREIBURG - Die leidige Mikro-Mainframe-Verbindungsfrage untersuchte die COMPUTERWOCHE in der letzten CW EXTRA vom 13. 07. 84. Franz Hauck von der Freiburger Kühn & Weyh Software GmbH machte gleichfalls Erfahrungen mit der IRMA- und PCOX-Karte. Kühn & Weyh entwickelte verschiedene Anwendungen auf IRMA-Basis, die Hauck im folgenden beschreibt.

Bei IRMA war die Tastatur-Anpassung auf die deutsche Schreibmaschinen-Tastatur gelöst, bei PCOX zunächst nicht zu realisieren. Wir haben uns deshalb für den Einsatz der IRMA-Karte entschieden. Diese Entscheidung wurde inzwischen auch dadurch bestätigt, daß eine später noch installierte PCOX-Karte Hardware-Probleme hatte (welche durch Austausch der Karten behoben wurden).

Ein weiterer Unterschied der Produkte ist die Dokumentation. Wie in dem CW-Artikel beschrieben, ist das Handbuch der PCOX-Karte erheblich ansprechender als das der IRMA. Leider sind in der Dokumentation der PCOX Fehler enthalten, so daß die Assembler-Programm-Schnittstelle von uns nicht verwendet werden konnte. Die Beschreibung der IRMA-Karte ist korrekt, wir konnten deshalb verschiedene Anwendungen realisieren.

Weiterhin fiel auf, daß der File-Transfer der PCOX-Karte schneller als der der IRMA-Karte läuft. Das File Transfer Programm der IRMA-Karte ist vermutlich unter anderem deshalb langsamer als das der PCOX, weil es in Basic geschrieben ist. Mit einem eigenen File-Transfer-Programm konnten erheblich bessere Übertragungsraten erreicht werden als mit den Original-Programmen. Die Leistungsfähigkeit dieser Karten hängt demnach entscheidend von der verwendeten Software ab.

Bei beiden Karten fällt auf, daß das mitgelieferte File-Transfer-Programm auf dem Host als Partner Software CMS oder TSO voraussetzt. CMS ist zwar auf unserer 4361 installiert, wird aber nur von wenigen Mitarbeitern genutzt. Auch viele andere Installationen wollen oder können keines der beiden Systeme einsetzen.

Für den Anwender erschließen sich durch Verwendung der IRMA-Karte und einem geeigneten File-Transfer-Programm eine Reihe von Anwendungen, die sowohl organisatorische als auch wirtschaftliche Vorteil bewirken.

Realisierte Anwendungen mit der IRMA-Karte

Wir entschlossen uns, auf der Basis der IRMA-Karte ein File-Transfer-Programm für die Kommunikation zwischen dem IBM-Mikro-"PC" und dem Host unter CICS (OS/VS 1, MVS oder DOS/VSE) selbst zu entwickeln. Da die Programme sowohl auf dem Mikro als auch auf dem Host in Assembler geschrieben sind, konnte eine gute Übertragungsrate von insgesamt rund 70 000 Bytes pro Minute erreicht werden.

Um das File-Transfer aufzurufen sind auf dem Arbeitsplatz-Computer fünf Eingaben erforderlich, die ein geübter Anwender in der Befehlszeile mit eingeben kann. Da zudem eine Anpassung an die jeweilige Anwendung unerläßlich erschien, wurde zumindest vorerst darauf verzichtet, eine allgemeine Datenselektion auf dem Host zu schreiben. Produkte die alles können, werden in der Regel zu Giganten, die Rechner und Anwender mehr als notwendig belasten.

Eine zweite Anwendung ist eine vollautomatische Zeiterfassung mit an einen Mikro angeschlossenen Erfassungsgeräten. Die erfaßten Daten werden im Mikrocomputer gespeichert und zweimal täglich zum Host übertragen. Das zentrale Operating stößt die Übertragung an. Da das File-Transfer-Programm in eine automatisch ohne Bedienereingriff ablaufende Prozedur eingebunden wurde, war es erforderlich, daß das Programm auf dem Mikro der aufrufenden Prozedur jeden Fehler über einen Return-Code meldet. Dabei werden selbst solche Fehler wie durchtrenntes Koax-Kabel erkannt.

Eine weitere Anwendung ist der Anschluß von Druckern an den Mainframe. Man hat oft das Problem, daß preisgünstige Drucker, auch Schönschreibdrucker beziehungsweise Typenraddrucker, nur unter erheblichen Kosten an einen IBM-Host angeschlossen werden können. Sieht man einmal von den IBM-Druckern ab, die oft über 15 000 Mark kosten, so sind gute Typenraddrucker oft schon für knapp 5000 Mark zu haben. Pro Drucker muß aber noch ein Interface zum Preis von etwa 8000 Mark beschafft werden, dazu kommen die kalkulatorischen Kosten von rund 1000 Mark pro Anschluß an einer 3274-Steuereinheit.

Hier kann der Mikro helfen. Er wird über die IRMA-Karte an die Steuereinheit angeschlossen (ein Anschluß wie ein 3278 Bildschirm) und kann nun 4 bis 20 Drucker über die Centronics-Schnittstelle managen. Der PC empfängt als ein CICS-Terminal die für die angeschlossenen Drucker bestimmten Daten und sendet diese auf den jeweiligen Drucker.