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04.01.1985 - 

Optimistische Prognosen für den gewerblichen Bereich:

Mikro-Revolution erreicht die Bundesrepublik

MÜNCHEN (CW) - US-Manager haben den Mikro als persönliches Produktivitätstool entdeckt. Nach dem Vorbild der Amerikaner ist nun auch eine wachsende Schar deutscher Entscheider dabei, sich mit dem eigenen Computer vertraut zu machen. Erleben wir in diesem Jahr einen Mikroboom?

So rangelten beispielsweise auf der Orgatechnik '84 in Köln mehr als 200 Anbieter um die Anteile am deutschen Markt. Das breiteste Angebot und die intensivsten Aktionen galten den 16-Bit-Rechnern.

Dabei steht die Bundesrepublik erst am Anfang einer Entwicklung, die sich in den USA bereits teilweise vollzogen hat. Zur Verdeutlichung sind in nachstehender Tabelle die jährlichen Auslieferungen von Mikrocomputern in den USA von 1977 bis 1983 aufgeführt.

1977 32000

1978 131000

1979 183000

1980 308000

1981 611000

1982 100000

1983 7000000

(Quelle: IDC, Framingham)

Es zeigt sich, daß sich von 1981 auf 1982 der Absatz in den USA verfünffacht und von 1982 auf 1983 noch einmal mehr als verdoppelt hat.

Der große Unterschied zur Situation in der Bundesrepublik kann nicht so ohne weiteres deutlich gemacht werden, da die Schätzungen der auf diesem Gebiet tätigen Marktbeobachter eklatant voneinander abweichen. Nach Meinung von Diebold betrug der Bestand Ende 1983 rund eine Million Einheiten, andere Institute gehen von 230 000 verkauften Mikro in der Bundesrepublik Deutschland aus, davon 80 000 im gewerblich genutzten Bereich.

Ebenso weit gehen die Prognosen für die kommenden Jahre auseinander. Fest steht auf jeden Fall, daß bisher noch relativ wenig Mikros in die gewerblichen Bereiche der Bundesrepublik geflossen sind. Der hochgerechnete Bestand in Industrie, im Handel sowie in den Dienstleistungsbereichen dürfte bei etwa 150 000 bis 200 000 liegen.

In den Staaten leben rund viermal so viel Menschen wie in Deutschland. Das heißt, daß dem Mittelwert von etwa 700 000 Systemen bei uns ungefähr 2,8 Millionen in den USA in 1983 entsprechen müßten. Tatsächlich wurden jedoch sieben Millionen abgesetzt, also das Zweieinhalbfache.

Für den gewerblichen Bereich ist das Verhältnis noch krasser. Von den insgesamt sieben Millionen gelieferten Geräten gingen in Amerika 3,2 Millionen in den gewerblichen Bereich. In Deutschland waren es nach Meinung der Experten um die, 80 000 Einheiten. Multipliziert man diese nun wieder mit vier, dann käme man auf die amerikanische Marktgröße. Das bedeutet, der adäquate Absatz im Bereich des Gewerbes wären 320 000 Mikros. Es wurde in den USA also die zehnfache Menge an Mikrocomputer-Systemen, bezogen auf die Bevölkerungszahl, von der Wirtschaft aufgenommen.

Der Gesamtbestand in den USA lag Ende 1983 bei rund 12 Millionen Einheiten, dem gegenüber stehen wahrscheinlich eine Million Mikros in deutschen Büros.

Während im Heimcomputer-Markt die Absatzzahlen eher zurückgehen dürften, stimmen die Prognosen für die Industrie und den Dienstleistungsbereich durchaus optimistisch. Von einer Marktsättigung ist man noch weit entfernt. Die Dynamik wird eher zunehmen, sie wird auch die Bundesrepublik erfassen, wo die Entwicklung eben erst richtig begonnen hat und der Mikrocomputer sich in seiner industriellen und gewerblichen Anwendung noch in einem frühen Stadium befindet.

Bessere Aktionsfähigkeit und Zukunftsorientiert

Dazu Dr. Klaus Höfner von der Münchner Unternehmensberaterfirma Dr. Höfner & Partner, die den Markt in den USA laufend beobachtet: "Besonders im gewerblichen Bereich hat der 16-Bit-Mikro enorme Konsequenzen: Beschleunigung und Verbesserung der Planung, bessere Kontrolle der betrieblichen Abläufe, bessere Zukunftsorientierung des Unternehmens sowie ein beschleunigtes Tempo der Aktionsfähigkeit am Markt."

Klaus Höfner, dessen Unternehmen schwerpunktmäßig computergestützte strategische Planungssysteme bei deutschen Klienten einführt, machte nach seiner Teilnahme an dem Kongreß der North American Society for Corporate Planning in San Franzisko deutlich, daß gerade im Planungsbereich der Einsatz des Mikrocomputers auch zu einer Dezentralisierung beiträgt. Darüber hinaus verlagern sich die Planungsfunktionen in den Bereich der Linienorganisation. Dadurch können nach Meinung Höfners "zentrale Stabsabteilungen verkleinert und rationalisiert sowie die Planungsprozesse vereinfacht und gestrafft werden".

Wer sich schnell genug den Mikro als Managementwerkzeug zu eigen macht, wird sich gerade in der jetzigen Pionierphase der Entwicklung einen Vorsprung sichern, sei es in der strategischen Unternehmensplanung, in der strategischen Marketing-Planung wie auch in der Bewertung alternativen Strategien. Die immer leistungsfähigeren Mikros eröffnen die Chance, am Arbeitsplatz des einzelnen Mitarbeiters eine Informationsbasis aufzubauen, die viele Informationsprozesse dezentralisiert, autonomisiert und flexibilisiert.