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30.11.1984

Mikro und Mainframe sollten die gleiche Sprache sprechen

Mikro-Anwender In den Fachabteilungen und alte DV-Hasen sprechen immer noch nicht die gleiche Sprache. An diesem Kommunikationsproblem krankt derzeit noch der effektive Einsatz der Power-Winzlinge für Individuelle Problemlösungen. Deshalb sollte wenigstens die beide Partner verbindende Software dieses menschliche Manko ausgleichen, um somit den Mikro-Wildwuchs aufzuheben und für eine geschickte Einbindung in das DV-Gesamtkonzept zu sorgen.

Die Mikros werden immer leistungsfähiger und eine Vielzahl von Softwareprogrammen bietet vor allem Spezialisten wie etwa Steuerberatern und Architekturbüros sowie kleinen bis mittelständischen Unternehmen entsprechende DV-Lösungen für ihre vielfältigen Aufgaben. Darüber hinaus gehen heute viele Großunternehmen mit zentraler Datenverarbeitung dazu über, auch ihre DV-unkundigen Mitarbeiter mit Mikros am Arbeitsplatz auszustatten.

Ziel ist eine Entlastung der DV-Abteilung und die Möglichkeit für jeden, anhand der bereits vorhandenen Daten mit Hilfe eines eigenen Kleinrechners individuell und kreativ zu arbeiten, damit zu planen und auf Basis dieser Informationen zu entscheiden.

Wenn also in einem Unternehmen Mainframe und Mikro effektiv eingesetzt und für Problemlösungen individuell genutzt werden sollen, ist es wesentlich, daß beide die gleiche Sprache sprechen und so miteinander kommunizieren können.

Hier einige Argumente für eine einheitliche Mainframe- und Mikro-Software:

- Der Anwender kann unabhängig von der DV-Abteilung agieren, ist also nicht auf deren Unterstützung angewiesen. Ohne Rücksicht auf etwaige Wartezeiten wegen Überlastung der DV-Abteilung kann er zu jeder Zeit und ad hoc mit den vorhandenen Daten arbeiten.

- Haben "Groß" und "Klein" die gleiche Syntax, fällt auch das Erlernen der Sprache leichter. Der Einstieg in den Großrechner bereitet keine zusätzlichen Probleme, da der Mikro normalerweise menügesteuert arbeitet.

- Wenn's dem Kleinen mal zuviel wird, können auf dem Großrechner komplexe Anwendungen fortgesetzt werden.

- Brückenprogramme zwischen Mainframe und Mikro sind überflüssig, da sie in der Mikro-Software enthalten sein sollten.

- Einzellösungen werden vor Ort in Ruhe erarbeitet. Verschiedene Abteilungen, Niederlassungen oder Sparten können zum Beispiel das Budget, für das sie die Zahlen vom Mainframe erhalten, auf dem Mikro planen, bevor sie dann nur die für andere wichtigen Informationen wieder an den Großrechner zurückgeben.

- Größere Datensicherheit, da wichtige Daten einfach wieder auf dem Großrechner übertragen werden können und nicht auf "unsicheren" Datenträgern wie etwa Disketten gespeichert werden müssen.

- Da die DV-Abteilung auf dem Großrechner die Daten wartet, pflegt und aktualisiert, hat auch der Mikro-Benutzer eine gute Datenqualität.

- Darüber hinaus ist auch die Datenauswahl größer, als bei einer Insellösung für Mikrosoftware, die keinen direkten Zutritt zu den Daten des Mainframe zuläßt.

- Mainframe- und Mikrosoftware aus einem Hause sparen auch Kosten. Kapazitäten der EDV werden geschont, weil kleinere Anwendungen vom Endbenutzer selbst durchgeführt werden, und sich die DV-Abteilung mit komplexeren Aufgaben beschäftigen kann, für die sie auch vorgesehen ist.

Zunehmend wird in großen Unternehmen auf die Möglichkeiten der Mikro-Computer hingewiesen. Deren Anschaffung ist aber nur dann sinnvoll, wenn man sich frühzeitig Gedanken über die Mikro-Software macht.

Stimmt die Software nicht, wird der Fachabteilungs-Kraftzwerg über den Status eines zeitweiligen Prestige-Objekts nicht hinauskommen. Mit einer Mikro-Software, die die gleiche Sprache spricht wie der hausinterne Großrechner, werden alle Beteiligten effizienter arbeiten.

*Fritz Bannasch ist Systemberater der Comshare AG Deutschland, Köln.