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Perspektiven des "Personal Computing":

Mikrocomputer müssen betriebssicherer werden

28.09.1979

MÜNCHEN (de) - Während das Geschäft mit Großcomputern stagniert, boomt es im Markt des "Personal Computing". Mit dieser Feststellung würde man sich eine Analyse der augenblicklichen Branchensituation sicher zu leicht machen. Richtig ist indessen, daß die kompakten Kleincomputer für den persönlichen Gebrauch derzeit Schlagzeilen machen. Thomas Centner von der Diebold Deutschland GmbH sprach im Symposium D ("Personal Computing") auf der SYSTEMS über das Thema "Der Markt für Mikrocomputer - andere Vertriebswege, anderer Service, Substitutionseffekte". Hier die Kurzfassung seines Referates:

Mit dem Markteintritt von Computern in Preisgrößenordnungen zwischen 1500 Mark und 4000 Mark für die Grundkonfigurationen und mit der Leistung von Tischrechnern und kleinen Bürocomputern war zwangsläufig auch eine andere, im Computergeschäft ungewohnte, Vermarktungsstrategie verbunden. Bei diesen Preisen ist es nicht mehr möglich, daß der Vetriebsbeauftragte des Herstellers oder der Verkäufer des System- und Softwarehauses den potentiellen Anwender aufsucht und ihn individuell bedient. Der niedere Preis kann außerdem. nur dann gehalten werden, wenn es gelingt, große Stückzahlen am Markt anzusetzen.

Die Nutzung der gängigen Vertriebswege für hochwertige Konsumgüter, zum Beispiel für Taschenrechner, bietet sich bei von selbst an. Marktuntersuchungen zeigen jedoch, daß der Absatz von Computern der genannten Größe bisher nur in sehr bescheidenem Umfang über Kaufhäuser, große Versandhäuser oder über den Radio- und Fernsehfachhandel getätigt wurde. Vielmehr befaßten sich einige wenige Büromaschinenfachhändler (ca. 50 in der Bundesrepublik Deutschland), Händler für Computerperipherie, Distributoren aus dem Mini- und Bürocomputerbereich und der Elektronikbauelementehandel mit dem Vertrieb der Kleinstcomputer. Zum Teil vertreiben diese Anbieter die Geräte auch im Versandgeschäft.

Als weitere, neue Vertriebsform sind Analog zu den amerikanischen Vorbildern etwa 10 Kleincomputershops in Deutschland entstanden, die sich ausschließlich mit dem Vertrieb von Personal-, Hobby- und Kleincomputern sowie der dazugehörigen Peripherie befassen, gleichzeitig auch umfangreiche Beratung, Schulungskurse für Programmierung und Software anbieten.

Es ist zu erwarten, daß sich der Vertrieb in Zukunft in drei Richtungen teilt:

1. Vertrieb von Computern als hochwertiges Konsumgut mit Durchschnittspreisen um 1800 Mark über Kaufhäuser, Radio- und Fernsehfachhandel, Elektronikshops und Versandhandel.

2. Vertrieb von höherwertigen Kleincomputersystemen, die als Investitionsgut für den kommerziellen und industriellen Anwender komplett mit Druck und Speicherperipherie ausgestattet sind und zu Durchschnittspreisen zwischen 3000 Mark und 10 000 Mark über den Büromaschinenfachhandel sowie direkt vom Hersteller und seinen Distributoren angeboten werden.

3. Verkauf über neue Vertriebswege wie Computershops und Computerclubs, die das gesamte Spektrum an Kleincomputern und Peripherie sowie Software anbieten.

Der Absatz in großen Stückzahlen über die unter 1. genannten Vertriebswege setzt voraus, daß der Beratungsbedarf vor dem Kauf zukünftig nur noch in geringem Maße erforderlich ist, das heißt, daß der potentielle Anwender durch eine breite Aufklärung über die Funktion, den Nutzen und die Bedienung des Computers Bescheid weiß. Hier werden insbesondere die Nutzung der Computer im Schulbereich und die Ausbildung im Informationsunterricht Absatzbarrieren abbauen und Multiplikatoreffekte auslösen.

Der kommerzielle und industrielle Anwender legt sicher auch in Zukunft auf eine Beratung sowie die Bereitstellung des Systems einschließlich der Anwendersoftware großen Wert. Er ist bereit, die geforderten Preise für Beratungs- und Softwaredienstleistungen zu akzeptieren.

Hohe Verkaufsstückzahlen werden bei allen Anwendergruppen jedoch erst dann realisiert, wenn durch geeignete, Marketing- und Werbemaßnahmen den Anwendern der Nutzen und die Einsatzbereiche aufgezeigt und die Systeme betriebssicherer werden. Außerdem müßte sich die Preisrelation zwischen Computer und Peripherie, die heute bei 1: 1 bis 1:2 liegt, deutlich verbessern.

Für die Wartung und Instandsetzung (Reparatur) sind neue Dienstleistungsunternehmen analog zum Radio- und Fernsehschnelldienst denkbar. Die Reparatur wird bei den Systemen aller Preisklassen in Zukunft durch den Austausch von Komponenten beziehungsweise Steckkarten durchgeführt. Seinen modular aufgebauten servicefreundlichen Computer kann der Anwender im Störungsfall auch zum Händler in Reparatur geben und innerhalb kürzester Zeit wieder in Funktion nehmen.

Auch einfache Reparaturvorgänge in Form des Komponentenaustausches setzen im Reparaturbetrieb Fachkenntnisse und Prüfugeräte voraus. Hier haben der geübte Facheinzelhandel und die Computershops die Möglichkeit, sich einen Marktvorsprung zu sichern.

Die Leistungsfähigkeit und die niederen Preise bieten es an, die Produkte auch für Funktionen zu nutzen, die bislang andere Geräte zur Verfügung stellten. So können die Leistungen technisch-wissenschftlicher Tischrechner, kleiner Bürocomputer, Textverarbeitungsysteme und intelligenter Terminals auch von solchen Kleincomputer erbracht werden.

Im industriellen und kommerziellen Bereich kann somit der Gerätepark auf wenige Grundsysteme reduziert werden; zu Hause erfährt die elektrische Schreibmaschine eine Aufwertung durch den Anschluß an den Homecomputer.