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08.10.1982

Mikrocomputer sind in größerem Umfang nur in Verbindung mit lokalen Netzen brauchbar:Akzeptanzproblem hat organisatorische Gründe

Die seit einigen Jahren im Markt befindlichen Mikrocomputer sind inzwischen technisch ausgereift und in großem Umfang praktisch erprobt. Zwar wagt heute noch niemand im Zusammenhang mit den Mikros von einer vierten Generation der Datenverarbeitung zu sprechen, doch sind die bei den bisherigen Generationswechseln zu beobachtenden Charakteristika bereits jetzt deutlich auszumachen. Woran es dem Anwender jedoch nach wie vor mangelt, ist ein einfaches Kochrezept, das den Einsatz der Rechner erleichtert.

Mit dem ersten, in Großserie hergestellten Computer (Typ IBM 1401) konnten Kostendegressionen realisiert werden, die den breiten Einsatz von elektronischen Rechenanlagen erst ermöglichten. Der damals noch relativ enge Markt und die erheblichen technologischen Vorleistungen sicherten IBM dabei eine überragende Stellung.

Der in früheren DV-Anlagen erprobte Einsatz des Multiprogramming und der Funktionen eines Betriebssystems wurden mit Übergang zur dritten Generation zum allgemeinen Standard. Der Einsatz der Anlagen der dritten Generation verbesserte (selbst bei Emulation) die Performance entscheidend und machte den Ablauf der immer zahlreicheren Programme zunehmend sicherer.

Auf dem Mikrocomputermarkt herrscht nun eine ähnliche Situation, wie sie seinerzeit bei den ersten Computern zu beobachten war. Der Programmierer, sogar der sogenannte Laie bemächtigt sich dieses Instruments mit ebenso gemischten wie enthusiastischen Gefühlen.

Insgesamt überwiegt bis heute das Programm als Kern der Anwendungen, welches die einzelnen konkreten Aufgaben löst. Unter diesem Aspekt läuft derzeit der Einsatz in Kleinbetrieben ab, sowie (bei Sonderaufgaben) auch innerhalb größerer Unternehmen. Für die Bewältigung der Aufgabe reicht die Kenntnis einer höheren Programmiersprache (oft eine Basic-Sprache) sowie der Funktionen des Betriebssystems (meist CP/M) aus. Die Ausbildung umfaßt die Vermittlung der entsprechenden Programmiertechnik und der allgemeinen Datenmanipulation, wie INIT und COPY.

Stand-alone-Lösungen helfen nicht weiter

Stand-alone-Lösungen durch Mikrocomputer helfen aber bei aktuellen Problemen größerer Anwendungen, wie computergestützte Sachbearbeitung, Ausfallsicherheit und Kostensenkungsmaßnahmen sicher nicht weiter. Mikros sind also in größerem Umfang nur in Verbindung mit (lokalen) Netzen einzusetzen, für welche auch bereits verschiedene Systeme angeboten werden.

Was also derzeit fehlt, ist ein einfaches Konzept für die bei einem Einsatz von Mikrorechnern erforderlichen Schritte.

Zu einem solchen Konzept gehören alle die in heutigen DV-Systemen selbstverständlichen Standards, wie Bestandsführung (einschließlich Fehlerbearbeitung), Utilities und Datensicherung. Innerhalb eines solchen Rahmens die Anwendungen sämtlich durch Neuprogrammierung zu implementieren, dürfte sicherlich ein erhebliches Handicap sein.

Wesentlich empfehlenswerter scheinen nach allen bisherigen Erfahrungen Emulationsverfahren, welche die ungeänderte Übernahme der heutigen Programme auf ein neues System ermöglichen. Nicht die optimale Performance kann hierfür oberstes Ziel sein, sondern der organisatorisch reibungslose Übergang.

Bei Programmen, welche in einer höheren Programmiersprache geschrieben sind (zum Beispiel Cobol), ist die vorhandene Inkompatibilität möglichst maschinell zu analysieren beziehungsweise um zusätzliche Routinen zu ergänzen. Dies gilt auch für die Umstellung von IMS-Programmen. Hierfür ist auf dem eingesetzten Mikrocomputer ein IMS-Simulationsprogramm erforderlich, welches durch die entsprechenden DL/1-Calls aufgerufen wird.

Die Zweigleisigkeit der Datenverarbeitung ist auf dem Gebiet der Mikrocomputer besonders deutlich zu erkennen:

- Bei technischen Anwendungen steht die high-sophisticated maßgeschneiderte Lösung durch Neuprogrammierung im Vordergrund, deren Durchführung im praktischen Betrieb meist von Fachkräften erfolgt.

- Im kommerziellen Einsatz setzen sich in jedem Fall nur einfache Verfahren durch, welche auch nach der zehnten Änderung noch genauso sicher auf die unmöglichsten Bedienungsfehler reagieren.

Die hierfür im Laufe der Zeit entwickelten Verfahren müssen gerade bei einem integrierten System auch nach der Umstellung ohne technologischen Zwang erhalten bleiben können, das heißt, daß das neue System grundsätzlich keine verfahrensmäßigen Zwänge setzen darf.

Friedrich Lauter ist Systemanalytiker.