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21.12.1979 - 

Postversand beim Versandhaus Heine beschleunigt:

Mikrocomputer steuert Portowaage

SALZBURG (CW) - Der Warenausgang und die Fertigbereitung zum Versand sowie dessen Abwicklung mit der Post stellen im Versandgeschäft einen erheblichen Aufwand dar. Dabei kann das Wiegen und manuelle Erstellen von Postlisten für die im Sammelverfahren aufgegebenen Briefe, Päckchen und Pakete, sowie deren Abrechnung zu erheblichen Engpässen in der Abwicklung führen. Das Salzburger Geschenkversandhaus Heinrich Heine, ein Ableger des bekannten Karlsruher Stammhauses, hat deshalb ein automatisches Portowaagensystem installiert, das als maßgeschneiderte Problemlösung von Dr.-Ing. Klaus Wolferts, Ing.-Büro für EDV und Elektronik in Karlsruhe entwickelt und implementiert wurde.

Das System besteht aus einer handelsgeeichten Zeiger-Waage, in die ein elektronischer Geber integriert ist, einem OCR-B-Handlesegerät und einem schreibmaschinengroßen Steuergerät mit Volltastatur, 20stelliger alphanumerischer Anzeige sowie 20stelligem Thermo-Streifendrucker. Außerdem ist ein Digital-Magnetband-Kassettenspeicher mit akustischem und optischem Signalgeber neben einem Mikroprozessorsystem mit entsprechenden Schnittstellen enthalten.

Mit dem Ausdruck der Pack- und Versandunterlagen von der EDV wird ein Adreßaufkleber erstellt, der in einem abgesetzten Feld die Rechnungsnummer in OCR-B-Schrift beinhaltet. Wenn die gepackte Sendung mit aufgeklebter Adresse zum Wiegeplatz kommt, wird sie von der Bedienkraft auf die Waage geschoben. An der Tastatur des Steuergeräts wird gegebenenfalls eine Sonderbehandlung eingetastet (Eilsendung, Nachnahme oder Sperrig). Das Steuergerät übernimmt von der Waage das Gewicht, das nach Analog-Digitalwandlung mit der eventuellen Sonderbehandlung auf dem Zeilendisplay angezeigt wird. Schließlich wird mit der OCR-Handlesepistole die Rechnungsnummer vom Adreßaufkleber abgelesen.

Der Mikrocomputer hat inzwischen die Sendungsart ermittelt und meldet sich mit akustischem Signal und Anzeige des entsprechenden Textes, wenn die Sendung als Brief (bis 500 Gramm) oder Fracht (über 20 Kilogramm) auf einem anderen Versandweg transportiert werden soll.

Nach diversen Fehlerkontrollen wird nun der gesamte Datensatz mit Datum und automatisch ermittelter Uhrzeit versehen zur Archivierung und Kontrolle ausgedruckt. Gleichzeitig werden die Daten auf der Magnetbandkassette gespeichert und die Sendung mit einem optischen Signal zur Verladung freigegeben. Später kann von der EDV die Kassette gelesen und über die Rechnungsnummer die restlichen Daten (Postleitzahl und Wohnort des Empfängers,Gebühren) ermittelt und in der sogenannten Postliste ausgedruckt werden.

Die Firma Heine bewältigt damit im Schnitt etwa 800 Sendungen pro Tag. In Spitzenzeiten ergeben sich jedoch über 500 Sendungen pro Stunde.

Das System bietet außerdem zusätzliche Änderungs- und Ergänzungsmöglichkeiten für alternative Anwendungen wie etwa Berechnung der Portogebühren und Steuerung eines Freistemplers,

Tarifänderungen durch Löschen und Neubeschreibung des EPROM, Verwendung von OCR-A-Schrift anstatt OCR-B sowie Beschreiben der Magnetbandkassette, kompatibel zur Nixdorf-Norm oder zur ECMA-Norm.

Informationen: Dr.-Ing. Klaus Wolferts, Ingenieurbüro für EDV und Elektronik, Haid & Neu-Str. 54, 7500 Karlsruhe 1, Tel.: 07 21/61 57 24